10. Februar 2014, 09:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Aktien: Wie gewonnen, so zerronnen?

An den Aktienmärkten hat sich die Stimmung gedreht. Nach dem fantastischen letzten Jahr mehren sich nun plötzlich die negativen Schlagzeilen. Was kommt auf uns zu? Handelt es sich zurzeit lediglich um eine gesunde Marktkorrektur oder geht es nun dauerhaft abwärts?

Gastbeitrag von Juan Nevado, M&G Investments

Anleger-aktien in Aktien: Wie gewonnen, so zerronnen?

Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft, die nächsten Schritte der Geldpolitik und mögliche neue Blasen nehmen zu, und die jüngsten Turbulenzen in den Schwellenländern verstärken noch die Nervosität.

Die Verhaltensökonomie, auch Behavioural Finance genannt, kann jetzt bei der Analyse helfen und auch dabei, einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn wenn die Märkte sehr kurzfristig agieren und Anleger panisch – oder euphorisch – handeln, übersehen sie die langfristigen Aussichten ihrer Investments.

Genau dann entstehen häufig neue Chancen. Voraussetzung ist allerdings, dass Anleger objektiv analysieren, ob den Bewertungen irrationale oder realistische Annahmen zugrunde liegen.

Immer noch günstig

Natürlich können auch wir die Zukunft nicht voraussagen. Unsere Einschätzung ist aber, dass Aktien in diesem Jahr weiter attraktiv bleiben – vor allem im Vergleich zu kurzlaufenden Staatsanleihen und Cash.

Denn erstens werden echte Blasen nur selten von so vielen skeptischen Kommentaren begleitet. Zweitens sind sogar die meisten Industrieländer – die ja im letzten Jahr die größten Kurssprünge erlebten – im langfristigen Vergleich immer noch relativ günstig bewertet.

Und gerade in diesen Märkten ist die Aussicht auf steigende Unternehmensgewinne und damit auch steigende Aktienkurse groß, denn die Zentralbanken können sich angesichts der niedrigen Inflation ganz darum kümmern, die Wirtschaft anzukurbeln.

Auf die Auswahl kommt es an

Wie immer kommt es jedoch auf die Auswahl an. Schon 2013 lagen die Renditen innerhalb der Aktienmärkte weit auseinander, und dieser Trend hat sich sowohl in Bezug auf Anlageregionen als auch Branchen noch verstärkt.

Anleger wären daher schlecht beraten, wenn sie die gesamte Anlageklasse über einen Kamm scheren würden. Vor allem die europäischen Peripheriestaaten bieten immer noch Chancen, allen voran Italien, wo der Aktienmarkt im Januar sogar positiv abschloss.

In diesen Märkten ist zudem das Potenzial für positive Überraschungen bei den Unternehmensgewinnen größer als in den USA, wo die Profitabilität der Firmen schon recht hoch ist. Dort sind bestimmte Branchen, wie Banken, Technologie- oder Bergbauunternehmen noch vergleichsweise günstig und liefen auch im Januar besser als der gesamte US-Markt.

“Die” Schwellenländer gibt es nicht

Ganz anders sieht das Bild in den Schwellenländern aus. 2013 war bereits ein schwaches Jahr, und 2014 ist mit einer veritablen Krise gestartet. Hinter dieser Schwäche stecken auch einige Einflussfaktoren, die sich anhand des Behavioural Finance-Ansatzes erklären lassen.

Wenn Marktteilnehmer sagen: “Eigentlich halten wir diesen Markt für eine gute Investition, aber im Moment halten wir uns lieber heraus”, so ist das ein typisches Beispiel für kurzfristig gefärbte Wahrnehmungen, die den Blick auf Fundamentaldaten versperren.

Anleger neigen dazu, den langfristigen Wert zu ignorieren und versuchen stattdessen, die Irrungen und Wirrungen der Märkte vorherzusagen. Doch das ist ein gefährliches Spiel.

Seite zwei: Einstiegsmöglichkeiten in Emerging Markets

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

LV1871: Grundrente löst Problem der Altersarmut nicht

Nach monatelangem Streit hat das Bundeskabinett heute die Grundrente beschlossen. Rund 1,3 Millionen Bundesbürger mit kleinen Renten sollen ab 2021 einen Aufschlag auf ihre Rente erhalten. Doch: Die Grundrente löst das Problem der Altersarmut nicht nachhaltig.

mehr ...

Immobilien

Mehrheit der Deutschen findet: Es wird zu wenig gebaut

Mehr als zwei Drittel der Deutschen (71 Prozent) finden, dass zu wenig Wohnraum geschaffen wird. Als größte Hindernisse sehen sie neben zu hohen Baukosten, einem Mangel an Bauland und zu strengen Bauvorschriften fehlende staatliche Anreize und einen Fachkräftemangel im Handwerk. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Teilnehmern hervor, die Statista im Auftrag von Interhyp durchgeführt hat.

mehr ...

Investmentfonds

Fünf Herausforderungen des nachhaltigen Investierens

Das Thema Nachhaltigkeit hat die Finanzbranche fest im Griff. Das Angebot nachhaltiger Investments ist stark gewachsen, die meisten Finanzunternehmen berücksichtigen mittlerweile ökologische, soziale und die Unternehmensführung betreffende Aspekte (ESG-Kriterien) in ihrer Anlagephilosophie. Dadurch wird es immer schwieriger, den Überblick zu behalten und die Spreu vom Weizen zu trennen. Christian Nemeth, Chief Investment Officer der Zürcher Kantonalbank Österreich AG, macht fünf Herausforderungen aus, vor denen nachhaltige Investoren stehen.

mehr ...

Berater

Woran eine bessere Customer Experience meistens scheitert

Wollen Unternehmen ihre Customer Experience optimieren, müssen sie IT und Business zusammenbringen und kundenzentrierter investieren. Das zeigt eine aktuelle Studie von Pegasystems.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT bringt weiteren US-Fonds für Wohnungs-Projektentwicklungen

Die BVT Unternehmensgruppe, München, setzt mit dem BVT Residential USA 15 die Serie von Investments in US Multi-Family Housing, also Wohnanlagen oder Mehrfamilienhäuser, durch einen weiteren alternativen Investmentfonds (AIF) für Privatanleger fort.

mehr ...

Recht

Modernisierungen: Verbrauchern droht Kündigung durch beauftragte Handwerker

Können Modernisierer ihrem Handwerkerbetrieb keine zusätzliche Sicherheit über die vollen Kosten der Baumaßnahme stellen, droht ihnen die kurzfristige Vertragskündigung.

mehr ...