Anzeige
Anzeige
30. Januar 2014, 11:24
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schuldenspirale dreht sich weiter

Die Rating-Gesellschaft ICV hat in ihrer aktuellen Länderstudie ein Spektrum von 53 Staaten einer umfassenden Kreditanalyse unterzogen. Mit bemerkenswerten Ergebnissen.

Gastbeitrag von René Hermann, Independent Credit View

Verschuldung

Betrachtet man die Entwicklung der Unternehmen, Haushalte und Staaten über einen längeren Zeitraum, so kann von einem Schuldenabbau noch keine Rede sein. Wir laufen vielmehr Gefahr, uns dank des künstlichen Tiefzinsumfelds an eine höhere Verschuldung zu gewöhnen.

Fundamentale Bonitätsbeurteilungen von Volkswirtschaften sind ein wichtiges Kriterium für Bondinvestoren, da diese daraus Rückschlüsse ableiten und ihre Anlageentscheidungen entsprechend ausrichten können.

Ein kräftiges Wirtschaftswachstum etwa erleichtert Staaten ihre finanzielle Stabilisierung und die Rückkehr zu ausgeglichenen Staatshaushalten. Doch unsere Analyse zeigt, dass der global erhoffte Wachstumsschub bisher ausblieb und die optimistischen Prognosen schrittweise nach unten korrigiert werden müssen.

Hauptgründe für die Korrekturen sind die zaghafte Erholung im Euroraum sowie die noch schwache Binnennachfrage und der Wachstumsrückgang in den großen Schwellenländern wie China.

Wachstumsschub blieb bisher aus

Immerhin haben sich die Leistungsbilanzen in der Europeripherie erholt und in Spanien sowie in Irland ins Positive gedreht. In Italien und Portugal zeichnet sich ein ähnliches Bild ab, während Griechenland voraussichtlich im Laufe des Jahres 2014 eine ausgeglichene Leistungsbilanz aufweisen wird. Das heißt, die Importe werden nicht mehr die Exporte übersteigen.

Die Länder der Europeripherie sind somit nicht mehr länger auf Kapitalimporte angewiesen. Dagegen bleiben die Ungleichgewichte in Frankreich, Großbritannien und den USA. Zu den Staatshaushalten: Die Sparmaßnahmen der Regierungen in der Europeripherie zeigen zwar Wirkung, aber die erforderlichen Niveaus sind vielerorts noch nicht erreicht.

Erholung steht auf schwachen Beinen

Doch ein ausgeglichener Staatshaushalt ist eine Notwendigkeit, um eine Stabilisierung und schrittweise Reduktion der Verschuldung herbeizuführen. Die Erholung steht damit trotz Lichtblicken im Export und verbesserter Wettbewerbsfähigkeit durch eine reale Abwertung immer noch auf schwachen Beinen.

Die Verschuldungssituation der Industrienationen stabilisiert sich, getrieben durch rigorose Sparprogramme, zaghaft auf hohem Niveau. Die Rückkehr zu Primärüberschüssen in der Eurozone wäre die erste Voraussetzung für einen nachhaltigen Abbau der Verschuldung, welche aber bei fast allen Ländern immer noch steigt.

Wirtschaftsgroßmächte riskieren Wettbewerbsfähigkeit

Hierzu wären angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und angespannter innenpolitischer Lage weitere Anstrengungen vonnöten. Generell laufen die Wirtschaftsgroßmächte Frankreich, Großbritannien, Japan und die USA Gefahr, dass wichtige Strukturreformen nicht konsequent umgesetzt werden und sie somit weiter an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen.

Bis dato sind wir nicht überzeugt, dass sich Politiker als gute Krisenmanager erweisen. Aus unserer Sicht nimmt der Markt eine positive Entwicklung vorweg, welche sich aber aus fundamentaler Sicht noch nicht materialisiert hat.

Seite zwei: Keine Rede von Schuldenabbau

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Thomas Bischof neu im Vorstand der Württembergischen

Thomas Bischof, derzeit Leiter Konzernentwicklung bei Munich Re, übernimmt mit Wirkung zum 1. Juli die Verantwortung bei den Versicherungstochtergesellschaften der Wüstenrot & Württembergischen. Zudem ist nach Angaben des Unternehmens beabsichtigt, dass er im Laufe des Jahres 2018 zu deren Vorstandschef berufen und als Geschäftsfeldleiter Versicherungen ins Management Board der W&W-Gruppe einziehen wird.

mehr ...

Immobilien

Offener Immobilienfonds Hausinvest erwirbt Seattle-Zentrale von Facebook

Die Commerz Real hat den Büroneubau Dexter Station in Seattle im US-Bundesstaat Washington für ihren offenen Immobilienfonds Hausinvest erworben. Das Objekt ist mit einem Vertrag über zehn Jahre an Facebook vermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Fed betritt mit Geldpolitik unbekanntes Terrain

Nach Jahren der lockeren Geldpolitik steht ein Epochenwechsel ins Haus. In den USA dürfte die Notenbank Fed in diesem Jahr mit der Verringerung ihrer Bilanzsumme beginnen und damit terra incognita betreten. Die Folgen für die Leitzinsentwicklung

mehr ...

Berater

Schenkungsvertrag: Rückforderungsrecht als Reißleine

Geschenktes darf man nicht zurückverlangen? Das sieht der Gesetzgeber bei Schenkungsverträgen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge anders. Mit einer pfiffigen Vertragsgestaltung kann der Unternehmer jederzeit die “Reißleine” ziehen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Showdown im Poker um die Rickmers-Reederei

In einem 35 Seiten starken Papier begründet die Rickmers Holding AG, warum die Alternative zum Restrukturierungskonzept nur ein Insolvenzantrag ist und schließt Nachverhandlungen aus. Die Entscheidung fällt in der Gläubigerversammlung am 1. Juni.

mehr ...

Recht

Nachteile durch komplizierte Bauverträge

Richtet sich ein Bauvertrag nicht allein nach dem BGB sondern enthält zusätzlich Klauseln des VOB/B, wird er für Laien schnell unverständlich. Das Baufinanzierungsportal Baufi24 rät Bauherren zur Vorsicht.

mehr ...