Anzeige
15. Januar 2014, 16:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BVI sorgt sich um Verbraucherschutz

Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) stellt fest, dass der europäische Gesetzgeber zwar den Verbraucherschutz verbessert hat, dort aber nach wie vor große Defizite vorhanden sind.

BVI

“Vertreter des Europäischen Parlaments, des Rates und der EU-Kommission haben sich gestern in den Verhandlungen zur Reform der EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID, Markets in Financial Instruments Directive) abschließend geeinigt. Mit Blick auf den Verbraucherschutz bewertet der deutsche Fondsverband BVI das Ergebnis der Verhandlungen überwiegend kritisch. Denn während im Vertrieb von Investmentprodukten die Transparenz nochmals erhöht wird, gelten für Käufer kapitalbildender Versicherungen weiterhin keine vergleichbaren Regeln. Diese Diskrepanz ist nach Ansicht des BVI nicht im Sinne der Verbraucher und des fairen Wettbewerbs”, heißt es in einer Mitteilung.

Investmentfonds werden aus Sicht des Verbandes benachteiligt

Vermittler von Finanzprodukten, die unter MiFID fallen, müssen demnach künftig Interessenkonflikte offenlegen und angeben, ob sie unabhängig tätig sind oder auf Provisionsbasis. Darüber hinaus müssen sie prüfen, ob ein bestimmtes Produkt für den jeweiligen Kunden geeignet ist. Das aber ist aus Sicht des BVI keine Gleichbehandlung: “Kunden, die ihr Geld in Versicherungsprodukten anlegen, werden nicht von vergleichbaren Vertriebsregeln profitieren. Beispielsweise müssen Verkäufer von Versicherungen auch weiterhin nicht offenlegen, ob sie abhängig oder unabhängig beraten. Die Revision der Vermittlerrichtlinie ist jetzt die letzte Chance, die Diskrepanz im Verbraucherschutz zu beseitigen.”

Wettbewerb zwischen Honorar- und Provisionsmodell

Honorar- und Provisionsberatung bleiben nebeneinander bestehen, was der BVI ausdrücklich begrüßt. Der Verband kämpft gegen ein Ende des provisionsgetriebenen Verkaufs.

Die Vertriebsrichtlinie MiFID unterscheidet künftig nach sogenannten komplexen und nicht-komplexen Anlageprodukten. Erstere gelten als erklärungsbedürftiger, der Vertrieb an Privatanleger ist deshalb nur eingeschränkt möglich. “Dies trifft paradoxerweise auch einige Garantiefonds. Der beratungsfreie Vertrieb dieser Fonds, beispielsweise über Direktbanken oder Fondsplattformen, wird daher künftig nicht mehr möglich sein. Wir halten es für widersinnig, dass ausgerechnet wenig riskante Fondstypen im Vertrieb eingeschränkt werden sollen. Hier schießt der EU-Gesetzgeber über das Ziel hinaus“, sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI.

Zum Hintergrund: Während die MiFID den Vertrieb regelt, soll die geplante Verordnung zu PRIPs (Packaged Retail Investment Products) die verschiedenen Finanzprodukte für Verbraucher durch einheitliche Anlegerinformationen etwa zu den Kosten vergleichbar machen. EU-Kommission und -Parlament haben sich bereits dafür ausgesprochen, die Verordnung auch auf kapitalbildende Lebensversicherungen anzuwenden. Der Europäische Rat will dagegen eine Ausnahme für Lebensversicherungen durchsetzen, so die Einschätzung des BVI: “Ein abschließendes Ergebnis zu PRIPs steht noch aus. Die Revision der Versicherungsvermittlerrichtlinie (IMD 2) ist seit einem Jahr ins Stocken geraten. Es ist unwahrscheinlich, dass das Dossier in dieser Legislaturperiode abgeschlossen werden kann. Der Rat hat bislang keine Position definiert.” (mr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Axa strukturiert Vorstand um – Dahmen geht

Die Axa gibt ihrem Konzern in Deutschland zum 1. Januar eine neue Struktur. Dazu wird der Versicherer die Vorstandsressorts bündeln, um damit gezielt für weiteres Kundenwachstum aufgestellt zu sein.

mehr ...

Immobilien

Gebrauchtimmobilie: Gekauft wie gesehen?

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie sollte nicht gleich der erste Eindruck entscheiden. Wer genauer hinschaut, kann teure Überraschungen vermeiden. Ist der Vertrag erst unterschrieben, wird es schwierig, Baumängel geltend zu machen.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...