6. Oktober 2014, 08:21
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Keine Vertrauenskrise bei Family Offices

Anders als viele Banken haben die deutschen Family Offices im Zuge der Finanzkrise keinen Vertrauensverlust bei ihren Kunden festgestellt. Im Gegenteil sehen sich die Unternehmen, die das Geld der Hochvermögenden betreuen, als Gewinner der Krise.

Family Offices: Kunden schätzen Unabhängigkeit

Andreas Rhein, Focam: “Banken müssen aufpassen, dass sie ihren Family-Office-Kunden keine Konkurrenz machen.”

Die von Cash. befragten Multi Family Offices, die mehrere Kunden betreuen, sehen sich von der Vertrauenskrise der Finanzbranche unberührt. “Ausgelöst durch die Finanzkrise haben viele Bankkunden überhaupt erst die Notwendigkeit einer objektiven Betreuung erkannt”, berichtet Jens Spudy, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Spudy & Co. Family Office aus Hamburg. Tatsächlich habe die Vertrauenskrise der Family-Office-Branche einen Schub verliehen, sodass der Markt in den vergangenen Jahren stark gewachsen sei.

“Die Kunden haben erkannt, dass für einen langfristigen Vermögenserhalt nicht nur eine unabhängige Betreuung ohne Interessenkonflikte von größter Bedeutung ist, sondern ebenfalls eine breite Diversifikation des Vermögens über alle liquiden und illiquiden Anlageklassen“, so Spudy weiter. Insbesondere die Betreuung illiquiden Vermögens könne in der Regel durch Banken nicht abgedeckt werden.

Vertrauen in Family Offices

“Etablierte Family-Office-Anbieter wie Feri haben eindeutig davon profitiert”, bestätigt Riklef von Schüssler, Geschäftsführer des Bad Homburger Feri Institutional & Family Office. Allerdings habe die Vertrauenskrise auch dazu geführt, dass Familien vermehrt eigene Single-Family-Office-Strukturen aufgesetzt hätten. Im Übrigen sollten Family-Office- und Bankleistungen nicht wettgewerblich, sondern vielmehr komplementär gesehen werden, meint Catharina Weber, verantwortlich für Strategieentwicklung des Düsseldorfer WSH Family Office.

“Für den Vermögensinhaber ist es wichtig, dass er in seinem Family Office einen strategischen, einzig auf seine Interessen ausgerichteten Sachverwalter an seiner Seite hat und Letzterer sich bei der Erfü llung seiner Steuerungsaufgaben leistungsstarker Banken und Vermögensverwalter bedient”, so Weber weiter. Andreas Rhein, Vorstand des Frankfurter Family Offices Focam, verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Banken auf die Zusammenarbeit mit Family Offices angewiesen seien. “Deshalb müssen Banken aufpassen, dass sie ihren FO-Kunden keine Konkurrenz machen. Als Dienstleister für FO sind sie aber sehr wichtig”, so Rhein.

 

Seite zwei: Service oder Interessenkonflikt

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Beiträge der GKV bleiben stabil – vorerst

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in Deutschland rechnen angesichts der guten Konjunktur vorerst weiter mit stabilen Finanzen und Beiträgen für die Mitglieder. Die Situation sei auch in diesem Jahr nach wie vor positiv, sagte die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Dr. Doris Pfeiffer, am Montag im brandenburgischen Kremmen.

 

mehr ...

Immobilien

EPX: Preisanstieg bei Bestandsimmobilien geht deutlich zurück

Nach einem starken Preisanstieg im Segment der bestehenden Ein- und Zweifamilienhäuser im April ist nach den Ergebnissen des Europace Hauspreis-Index (EPX) im Mai wieder Ruhe eingekehrt. Auf Zwölfmonatssicht verteuerten sich Häuser aus dem Bestand um 9,03 Prozent.

mehr ...

Investmentfonds

Kryptowährungen: BIZ warnt vor Totalverlust

Wiederholt warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) vor Kryptowährungen. Transaktionen seien langsam und teuer. Zudem würden Kryptwährungen wie Bitcoin und Co die Finanzstabilität bedrohen.

mehr ...

Berater

Deutsche einig über Sparziele

Altersvorsorge und ein finanzielles Sicherheitspolster sind vorrangige Sparziele der Deutschen über alle Generationen hinweg. Dies ist das Ergebnis einer repräsentative Umfrage von Kantar TNS im Auftrag der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), für die 2.010 Personen ab 18 Jahren befragt wurden. 

mehr ...

Sachwertanlagen

Immac verstärkt Irland-Aktivitäten

Mit Wirkung zum 1. Juni 2018 hat Stephen Gallagher als Direktor der Immac Capital (Irland) Ltd. in der Immac Group die Projektakquise in Irland übernommen. Das Unternehmen plant dort in Kürze seinen ersten Publikumsfonds.

mehr ...

Recht

Weniger Machtzuwachs für EU-Finanzaufsicht

In die Reform der europäischen Aufsichtsbehörden kommt Bewegung: Die bulgarische Ratspräsidentschaft hat heute den EU-Mitgliedstaaten vorgeschlagen, die Wertpapieraufsicht ESMA nicht mit der Überwachung von europäischen langfristigen Investmentfonds (ELTIFs), Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEFs) und Risikokapitalfonds (EuVECAs) zu betrauen.

mehr ...