Anzeige
28. Mai 2014, 09:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Geldanlage: Deutsche sind zu risikoscheu

Trotz der anhaltend niedrigen Zinsen verhalten sich die Bundesbürger nach einer Untersuchung der Analysten der Postbank bei der Geldanlage eher risikoscheu. Im internationalen Vergleich zeige sich, dass die deutschen Anleger dadurch bei den Vermögenszuwächsen den Anschluss verlieren.

Bundesbürger meiden Risiko bei der Geldanlage

Laut einer Analyse der Postbank hinken die Deutschen international beim Geldvermögen hinterher, weil sie bei der Geldanlage zu risikoscheu sind.

Seit Beginn des Jahrzehnts sind der Postbank zufolge  92,5 Prozent der neugebildeten Geldvermögen in Bankeinlagen und Versicherungen. Auf die Geldanlagen Aktien, Investmentfonds oder etwa festverzinsliche Wertpapiere entfielen dagegen in der Summe demnach lediglich 0,4 Prozent. Infolge der extremen Zurückhaltung gegenüber kapitalmarktbasierten Geldanlagen sei deren Bedeutung im Trend deutlich gesunken, so die Postbank.

2013 entfielen auf die kapitalmarktbasierten Geldanlagen laut Postbank nur noch 22,6 Prozent der gesamten Geldvermögensbestände. Vor dem Ausbruch der Finanzkrise habe deren Anteil demnach bei rund 30 Prozent gelegen, während er zu Beginn des Jahrtausends noch bei 35 Prozent und damit auf Augenhöhe mit den Bankeinlagen befunden habe.

Geldvermögen der Deutschen im internationalen Vergleich gering

“Gemessen an den verfügbaren Einkommen ist das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im internationalen Vergleich nicht allzu üppig”, sagt Marco Bargel, Chef-Anlagestratege der Postbank. In den USA oder auch in Großbritannien sei die Ausstattung mit finanziellen Mitteln wesentlich höher. In Deutschland ist demnach die Ersparnisbildung in Relation zum Verfügbaren Einkommen mit zehn Prozent rund doppelt so hoch wie in den USA und in UK.

Zudem sei die Vermögenslage stabiler, insbesondere seien die deutschen Haushalte besser durch die Finanzkrise gekommen. “Zuletzt zeigte sich aber wieder die Kehrseite der Medaille. Sowohl hinsichtlich der Brutto- als auch der Nettogeldvermögen sind die Privathaushalte Deutschlands im internationalen Vergleich wieder zurückgefallen”, unterstreicht Bargel. Während das Pro-Kopf-Vermögen in Deutschland 2013 gegenüber dem Vorjahr nur um 2.500 Euro angestiegen sei, habe der Zuwachs in UK 4.500 Euro und in den USA sogar gut 10.000 Euro betragen.

Deutsche müssen bei Geldanlagen Risiken in Kauf nehmen

“Verantwortlich hierfür ist eindeutig die ausgeprägte Abneigung, bei der Geldanlage ein Risiko einzugehen. Dies führt zu einem niedrigen Niveau an Kapitalmarktanlagen. Da sich an den grundlegenden Relationen kurzfristig nur wenig ändern lässt, dürften die deutschen Privathaushalte vor dem Hintergrund des unseres Erachtens weiterhin konstruktiven Umfeldes für Aktienanlagen in Sachen Vermögensaufbau insbesondere im Vergleich zu Ländern, die wie die angelsächsischen Staaten eine ausgeprägte kapitalmarktorientierte Anlagekultur aufweisen, weiter zurückfallen”, sagt der Chef-Anlagestratege der Postbank.

In längerfristiger Perspektive erscheine es ihm zweifelhaft, ob Deutschland den Rückstand zu anderen führenden Wirtschaftsnationen verkürzen kann, wenn die Bereitschaft, bei der Geldanlage Risiken in Kauf zu nehmen, nicht spürbar steige, selbst wenn die Sparquote hierzulande überdurchschnittlich hoch bleiben sollte, so Bargel. (jb)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Jeden vierten Tag ein neues Fintech

Die Fintech-Szene in Deutschland wächst weiter – und sammelt so viel Risikokapital ein wie noch nie. 793 Startups aus dem Finanzbereich gibt es aktuell. Mit 778 Millionen Euro haben sie in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 bereits mehr Venture Capital eingesammelt als im gesamten Jahr 2017 mit 713 Millionen Euro. Und das Tempo der Neugründungen hält weiter an, bestätigt eine Fintech-Studie von Comdirect.

mehr ...

Immobilien

Ab auf die Insel: Privatinsel in Irland steht zum Verkauf

Wer schon immer von einer eigenen Insel geträumt hat, könnte sich diesen Traum in Irland erfüllen – das nötige Kapital vorausgesetzt. Die Privatinsel “Horse Island” steht zum Verkauf, mitsamt einem gerämigen Anwesen. Sogar ein Hubschrauberlandeplatz steht zur Verfügung.

mehr ...

Investmentfonds

Was Bella Italia noch retten kann

Italien ist praktisch pleite und braucht eine europäische Lösung. Eine italienische und damit finale Euro-Krise ist aller Voraussicht nach nicht das, was Brüssel will. Die Halver-Kolumne 

mehr ...
18.10.2018

Aufstieg der ETFs

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...