8. September 2014, 14:00
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Anleger nutzen Krise für Zukäufe

Die deutschen Privatanleger lassen sich von politischen Krise, gedämpfte Konjunkturerwartungen oder zwischenzeitliche Kurseinbrüchen nicht abschrecken lassen, so eine aktuelle Analyse der Comdirect Bank. Demnach nutzten sie in den vergangenen Wochen niedrige Kurse, um ihre Depots aufzustocken.

Privatanleger trotzen der Krise

Laut Comdirect nutzen Privatanleger die Krise für Zukäufe. Insbesondere Aktien und Aktienfonds seien weiter sehr gefragt.

Der monatlich erhobene “Brokerage Index” lag laut Comdirect im August wie schon im Vormonat bei 107,2 Punkten und zeige damit zum achten Mal in Folge, dass Wertpapiere öfter gekauft als abgestoßen wurden. “Kurseinbrüche verunsichern die Privatanleger nur kurzfristig”, analysiert Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei Comdirect.

Aktien besonders beliebt

Zwar hätten viele Privatanleger verkauft, nachdem der ukrainische Präsident vor einer russischen Invasion gewarnt hatte und der DAX abstürzte. Aber schon in den folgenden Tagen nutzten die Privatanleger das günstige Kursniveau wieder für kräftige Zukäufe, so Wolf weiter. Auf Aktien lag dabei demnach der Schwerpunkt. Der Brokerage Index für diese Anlageklasse stieg auf aktuell 108,6 Punkte, nach 105 Punkten im Juli.

Privatanleger trotzen der Krise

Quelle: Comdirect

Besonders häufig wurden laut Comdirect die Papiere der Deutschen Bank, von Adidas, BASF, Lufthansa und Nordex gekauft. “Der Windanlagenhersteller hat die deutschen Privatanleger offenbar mit seinen derzeit guten Umsatz- und Gewinnzahlen sowie den positiven Aussichten auf neue Märkte überzeugt”, meint Wolf. Nordes rangiere zwar auf der Liste der meistverkauften Titel auch unter den Top Fünf. “Aber die Aktien wurden fast doppelt so häufig erworben wie abgegeben”, so Wolf weiter.

Ganz oben auf der Verkaufsliste der Privatanleger standen demnach außerdem die Papiere von Commerzbank, Deutscher Bank, Daimler und Allianz. Beim Fondshandel waren im August vor allem Aktienfonds stark gefragt. Mit 128,1 Punkten gehe der Brokerage Index für die Anlageklasse Fonds im Vergleich zum Vormonat (133,6 Punkte) zwar leicht zurück, aber die Käufe überwogen weiterhin deutlich.

Die Daten zur Berechnung des Indexes sind repräsentativ für das Verhalten der Privatanleger in Deutschland. Der Index zeigt, ob die handelsaktiven Privatanleger tendenziell eher Wertpapiere kaufen oder ob sie eher verkaufen. Für die Berechnung des Indexwertes werden die Wertpapierkäufe den -verkäufen der rund 850.000 Depotkunden der Cmdirect Bank gegenübergestellt und mit dem Durchschnitt des vorangegangenen Jahres verglichen. Ein Indexstand über 100 Punkten zeigt an, dass im betrachteten Monat im Vergleich zum Referenzeitraum Wertpapiere eher gekauft wurden. Ein Stand unter 100 Punkten zeigt im Vergleich zum Referenzzeitraum an, dass Wertpapiere eher verkauft wurden.(jb)

Foto: Shutterstock

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