2. April 2014, 09:10
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Schlechte Erfahrungen und andere Hindernisse – Warum Berater Wertpapiere meiden

Ursprünglich mit dem wünschenswerten Ziel geschaffen, den Beratungsprozess transparenter zu machen und den Schutz des Anlegers zu verbessern, bewirkt es in der Praxis oft das genaue Gegenteil. Die Berater sind verunsichert – trotz oder gerade wegen der Dokumentation – und scheuen die Beratungshaftung.

Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Anleger das Protokoll nicht als Hilfsmittel betrachten, um eine Analyse ihres Istzustands und ihrer Anlageerfahrung zu erstellen. Vielmehr geizen sie mit Informationen über sich und ihr Anlageverhalten.

Über Geld spricht man nicht

Dahinter steht nicht selten die – früh erlernte, aber leider falsche – Haltung, dass man über Geld nicht spricht. Das genaue Gegenteil ist richtig: Über Geld muss man sprechen. Wer nicht über Geld spricht, läuft Gefahr, am Ende keins zu haben, weil er kein Wissen darüber sammelt, was man mit Geld tun kann. Eine Wertpapierberatung findet aus diesen Gründen so gut wie nicht statt.

Finanzieller Analphabetismus aber ist der Feind aller – der Anleger ebenso wie der Berater. Wie oft leiden Berater darunter, dass potenzielle Kunden aus Nichtwissen etwa regulierte Aktienfonds mit europäischen Standardwerten und Produkte des grauen Kapitalmarktes in einen Topf werfen und pauschal zu dem Urteil kommen, es sei ja eh alles Lug und Trug.

Anleger lassen sich mit geringfügigsten Zinsen abspeisen

Damit schadet sich der Anleger letzten Endes selbst, weil er sein Geld auf den schon angesprochenen Tagesgeldkonten deponiert, der Bank dabei hilft, durch seine Einlage ihr Eigenkapital zu erhöhen und sich selbst mit geringfügigsten Zinsen abspeisen lässt.

Aufklärung und finanzielle Ausbildung der Anleger, eine fortlaufende Weiterbildung der Berater und eine Kommunikation der Produktgeber mit deutlich mehr edukativen Elementen sind dringend erforderlich.

Nur dann begehen Anleger wie Berater nicht länger “Selbstmord aus Angst vor dem Tod”, sondern kommen Schritt für Schritt in die Lage, die Eingangsfrage vor dem aktuellen Markthintergrund richtig zu beantworten.

Autor Alexander Lehmann ist Leiter Wholesale Deutschland und Österreich bei Invesco Asset Management.

Foto: Invesco / Shutterstock

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