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2. Oktober 2015, 08:15
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Droht ein Crash im Oktober?

Björn Siegismund, Chief Investment Officer der Laransa Private Wealth Management, zu den aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten.

Bj Rn SiegismundLaransaonline in Droht ein Crash im Oktober?

Björn Siegismund, Laransa

Der Abwärtstrend der Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks hat sich zuletzt beschleunigt. Zunehmend bewerten Investoren die wirtschaftliche Situation in China als kritisch und auch in den USA zeigen die Indikatoren eine deutlich fragile Situation der heimischen Wirtschaft. Zuletzt hatte auch die US Notenbank Fed die Lage so schlecht eingestuft, dass die von Experten erwartete Leitzinserhöhung zunächst verschoben wurde. Steht die Welt erneut vor einer globalen Rezession?

Börsencrash oder Kaufgelegenheit?

Seit der letzten Finanzmarktkrise sind die Preise für Wertpapiere wie Aktien und Renten zum Teil deutlich gestiegen. Crashpropheten verweisen auf die hohen Bewertungen an den Börsen und starke Verschuldung in vielen Ländern. Trotz gigantischer Liquiditätsspritzen der Zentralbanken fassten die meisten großen Volkswirtschaften nie richtig Fuß, ein sich selbst tragender Aufschwung blieb aus. Andererseits galt in der jüngeren Vergangenheit, dass die Zentralbanken in vergleichbaren Marktphasen mit billigem Geld bereit standen, die Märkte zu beruhigen. Die Folge waren steigende Börsenkurse. Nicht wenige sehen daher in den konsolidierten Preisen gute Einstiegszeitpunkte, bevor EZB, Fed und Co. wieder für ein Kursfeuerwerk sorgen. Fakt ist: für beide Szenarien gibt es gute Gründe. Wie die Zukunft tatsächlich aussieht, kann jedoch niemand mit hinreichender Gewissheit sagen. Folglich geht es nicht darum, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, sondern mit Stringenz die sorgfältig erarbeitete Anlagestrategie zu verfolgen.

Portfolios müssen verschiedenen Szenarien Rechnung tragen

Eine gute Anlagestrategie beginnt mit einer klaren Definition der Anlageziele und Risikotoleranz bzw. Risikotragfähigkeit. Diese Rahmendaten bilden das Spielfeld, in dem ein Portfolio sinnvoll zu strukturieren ist. Wir bevorzugen weiterhin diversifizierte Portfolios, die in unterschiedlichen Szenarien funktionieren. Neben Aktien und Renten sind daher auch alternative Anlageklassen wie Rohstoffe, Absolute Return Strategien und Sachwertinvestments Portfoliobausteine, die wir für die Portfoliokonstruktion verwenden. Ziel ist, dass die verschiedenen Anlageklassen in den unterschiedlichen Marktumfeldern ihre Stärken ausspielen können und eben nicht alle von einem Szenario abhängen. Es bleibt daher nicht aus, dass so auch einzelne Bausteine zeitweise in der Wertentwicklung enttäuschen. Derzeit konzentrieren sich viele negative Nachrichten auf die Rohstoffmärkte und Schwellenländer.

Doch Investoren tun gut daran, die dortigen Entwicklungen im Auge zu behalten. Denn die deutlichen Preisrückgänge in diesen Märkten führen zum Teil zu attraktiven Bewertungen. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis des MSCI Emerging Market Aktienindex liegt beispielsweise mit 1,3 etwa so niedrig, wie zu Zeiten der Finanzmarktkrise 2008. Auch Aktien der Rohstoffproduzenten sind derzeit ungeliebte Kinder bei Investoren. Hier bieten sich aktuell gute Gelegenheiten, für antizyklische Investitionen im Rahmen einer stringenten Umsetzung der erarbeiteten Anlagestrategie.

Foto: Laransa PWM

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