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11. Dezember 2015, 07:35
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Ökoworld trifft Nobelpreisträger für Chemie

Mitte November 2015 fand die diesjährige Tagung des externen wissenschaftlichen Fachbeirats der Ökoworld Lux S.A. in Mainz statt. Eine Zusammenfassung von Caroline Glatte, Sustainbility Analyst bei Ökoworld.

Koworld in Ökoworld trifft Nobelpreisträger für Chemie

Hoher Besuch beim Treffen des Fachbeirats von Ökoworld: Prof. Dr. Gerald Haug, Leiter der Abteilung Klimageochemie am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz; Prof. Dr. Paul J. Crutzen, Metereologe und Chemie-Nobelpreisträger 1995; Prof. Dr. Jos Lelieveld, Max-Planck-Institut für Chemie (vorne, von links) sowie Alexander Funk, Dr.-Ing. David Montag, Sebastian Leins, Prof. Dr.-Ing. Harald Bradke, Dr. Karl-Heinz Brendgen, Klaus Odenthal, Caroline Glatte, Ariadna Bendana-Romero

Das Team des Nachhaltigkeits-Researchs unter Leitung von Dr. Karl-Heinz Brendgen, Alexander Funk als Vertreter des Portfoliomanagements, sowie Michael Duesberg und Klaus Odenthal als Vertreter der Verwaltungsgesellschaft von Prof. Dr. Gerald Haug wurde in das Max-Planck-Institut für Chemie eingeladen.

Der Fachbeirat unterstützt das Nachhaltigkeits-Research von Ökoworld bei der Beobachtung und Bewertung der Forschung und Entwicklung im Klima- und im Wassersektor und bei der Einschätzung von Produkten und Technologien für die Fonds Ökoworld Water for Life und Ökoworld Klima. Das Treffen in Mainz war nicht nur vor dem Hintergrund der kurz bevorstehenden UN-Klimakonferenz in Paris ein besonderes für die Anwesenden, sondern auch aufgrund des Ehrengasts Prof. Dr. Drs. h.c. Paul J. Crutzen, niederländischer Meteorologe und Chemie-Nobelpreisträger.

Auswirkungen von Luftschadstoffen

Prof. Crutzen war von 1980 bis 2000 Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz und erhielt 1995 den Nobelpreis für seine Arbeiten im Gebiet der Atmosphärenchemie. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern war er maßgeblich an der Erforschung des Ozonlochs und am Zustandekommen des Montreal-Abkommens 1987 beteiligt. Der Einfluss des Menschen auf das Klima, die Begrenzung negativer Umweltauswirkungen durch den Einsatz ressourcen- und energieeffizienter Technologien sowie ein verantwortungsbewusstes Konsumverhalten standen auch bei dieser Beiratssitzung im Vordergrund. Prof. Ph. Dr. Jos Lelieveld, heutiger Direktor der Abteilung Atmosphärenchemie am Max-Planck-Institut für Chemie, vermittelte einen komplexen Einblick über die Auswirkungen von Luftschadstoffen auf die menschliche Gesundheit und ihre Bedeutung im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

China am stärksten betroffen

Der weitaus größte Teil der vom Menschen erzeugten Luftschadstoffe gelangt durch die zunehmende Intensivlandwirtschaft, durch die Massentierhaltung sowie durch Verbrennungsprozesse in die Atmosphäre. Am stärksten betroffen ist China mit 1,4 Millionen Sterbefällen durch die Folgen von Luftverschmutzung pro Jahr. Prof. Dr.-Ing. Eckhard Weidner und Dr.-Ing. Stephan Kabasci vom Fraunhofer Institut Umsicht in Oberhausen arbeiten im Bereich der Forschung und Entwicklung von Materialalternativen aus nachwachsenden Rohstoffen im Hinblick auf Ressourcen- und Energieeffizienz. Zentral waren in ihrem Vortrag Alternativen zu erdölbasierten Chemikalien, Kunststoffen und Kraftstoffen. Deren Entwicklung und Nutzung sind insbesondere vor dem Hintergrund der Flächenkonkurrenz bzw. Nutzung von Ackerland (Energieerzeugung, Landwirtschaft u.a.) zu betrachten.

Grüne Informationstechnologie im Fokus

Die Tagung abgerundet haben Dr. Barbara Schlomann und Dr. Katrin Ostertag vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe. Dr. Schlomann lieferte einen Beitrag über die Bedeutung von Green IT im Hinblick auf die Energiewende in Deutschland. Dabei ging es sowohl um potenzielle Energieeinsparungen durch die Nutzung von IT, als auch um die Ressourcen- und Energieeffizienzverbesserungen in der IT selbst.

Gebäude- und Verkehrsbereich als Einsatzorte

Größte Einsparungspotenziale auf Prozessebene durch den verstärkten Einsatz von IT gibt es im Gebäude- und im Verkehrsbereich. Zu den Faktoren, die Energieeinsparungen in diesen Gebieten behindern, gehören sowohl eine fehlende politische Durchsetzungskraft und Anreize (Klimaneutraler Gebäudebestand, Maut, Tempolimit, E-Mobility), Rebound-Effekte in der Automobilindustrie als auch die Datenschutzproblematik insb. im Bereich des Smart Metering.

Recyclingpotenziale in der Elektronikindustrie

Dr. Ostertag referierte über die Fortschritte der Kreislaufwirtschaft (Cradle-to-Cradle) und über Recyclingpotenziale in verschiedenen Sektoren, u.a. im Bereich der Elektronikindustrie und bei Baustoffen. Ausgangspunkt war der Abschlussbericht über ein umfangreiches Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. In dem Vortrag ging es auch um das Thema Geplante Obsoleszenz, die gezielte Reduzierung der Lebensdauer von Produkten. Bei der Frage, ob die möglichst lange Lebensdauer eines Produktes immer die beste, d.h. ökologisch nachhaltigste Lösung ist, muss oftmals eine Abwägung zwischen den Zielen Energie- und Ressourceneffizienz vorgenommen werden.

Zum Fachbeirat gehören der Klimatologe Prof. Dr. Gerald Haug, Dr.-Ing. David Montag, Oberingenieur am Institut für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen sowie Prof. Dr.-Ing. Harald Bradke, Leiter des Competence Centers Energietechnologien und Energiesysteme am Fraunhofer Institut in Karlsruhe.

Foto: Ökoworld

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