Ministerium erwartet bis zu 100.000 neue Privatversicherte

Nina Warken
Foto: Picture Alliance
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU)

Die geplante Gesundheitsreform soll Milliardenlücken schließen – und könnte Nebenwirkungen haben. Laut Ministerium rechnen Experten mit einer spürbaren Abwanderung in die private Krankenversicherung.

Die geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) könnte eine deutliche Bewegung im Markt auslösen. Nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums könnten bis zu 100.000 Versicherte in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Das berichtet der „Spiegel“.

Auslöser ist die angespannte Finanzlage der GKV. Für die kommenden Jahre wird ein Defizit in Milliardenhöhe erwartet. Um gegenzusteuern, sieht der Gesetzentwurf ein Bündel an Maßnahmen vor, das sowohl Einnahmen erhöhen als auch Ausgaben begrenzen soll.

Zu den zentralen Instrumenten gehört eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Dadurch steigen die Beiträge für Versicherte mit höheren Einkommen. Gleichzeitig werden an anderer Stelle Leistungen gekürzt oder Zuzahlungen erhöht.


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Gerade für einkommensstarke Versicherte verändert sich damit die Kostenstruktur. Da die PKV ihre Beiträge nicht am Einkommen bemisst, kann sie für diese Gruppe attraktiver erscheinen. Bereits heute gilt: Wer über der Versicherungspflichtgrenze verdient, kann zwischen gesetzlicher und privater Absicherung wählen.

Branchenbeobachter sehen deshalb eine erhöhte Wechselbereitschaft. Schon in der Vergangenheit führten steigende Zusatzbeiträge in der GKV dazu, dass sich einzelne Versicherte für einen Wechsel entschieden. Die Reform könnte diesen Trend verstärken.

Allerdings ist ein Wechsel langfristig mit Risiken verbunden. Beiträge in der PKV können im Alter deutlich steigen und sind unabhängig vom Einkommen zu zahlen. Eine Rückkehr in die GKV ist zudem häufig ausgeschlossen.

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