Anzeige
Anzeige
20. Mai 2016, 08:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

25 Jahre Arbeit für 20 Jahre Ökovision

Andreas Kraemer gehört zu den elf Köpfen, die den unabhängigen Anlageausschuss bilden. Ökoworld selbst hat in diesem Gremium weder Sitz noch Stimme. Im Interview blickt Kraemer zurück auf ein Vierteljahrhundert “Ökologisierung der Wirtschaft”.

Oekoworld in 25 Jahre Arbeit für 20 Jahre Ökovision

R. Andreas Krämer ist Co-Vorsitzender des Anlageausschusses von Ökovision.

Cash.: Sie sind Co-Vorsitzender des Anlageausschusses von Ökovision. Wie kam es dazu?

Kraemer: Für mich ging es vor 25 Jahren los, und zwar mit der ersten Sitzung einer Gruppe, aus der dann später der Anlageausschuss wurde. Das war am Rande einer Veranstaltung der Ökobank, die es damals noch gab, und es ging um die Frage, ob man überhaupt in Aktien investieren dürfe, denn damit begebe man sich doch auf die Ebene der Kapitalisten, und da könne nichts Gutes herauskommen. Wenn, dann müsse das Geld “frisch” in die Unternehmen und nicht an die Vorbesitzer der Aktien gehen. Genossenschaftliche Bioläden, alternative Schreinereibetriebe und Fahrradwerkstätten waren das Maß der Dinge. Zugleich stand aber auch die Vision im Raum – und hing als Poster an der Wand –, dass die Energiewende finanziert werden musste. Die Ökobank warb mit ihrem Engagement für den Umbau der Industriegesellschaft ja auch mithilfe eines anderen Umgangs mit Geld und Kapital.

Und warum haben Sie da mitgemacht?

Einladungen von der Ökobank wurden damals schon aus Prinzip angenommen. Sie hatten eingeladen, mit den Genossen und anderen Experten zu diskutieren. Sebastian Büttner (Anmerkung der Redaktion: heute auch noch Mitglied im Ökovision-Anlageausschuss) und ich hatten kurz zuvor am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Berlin eine der ersten Studien in Deutschland zum “Grünen Geld” geschrieben. Die Fragen, gestellt von einem dänischen Pensionsfonds, waren damals: “Wie müssen wir Gelder anlegen, aus denen wir unseren Mitgliedern in 40 bis 60 Jahren ihre Rente auszahlen? Wie erkennen wir Chancen und Risiken auf so lange Sicht?” Die Beiträge von 20-jährigen Berufsanfängern mussten ja werthaltig und mit Ertrag angelegt werden, um die Rente mit 65 bis 90 oder länger zu finanzieren.

Und was kam bei der Studie heraus?

Wir sahen, wie schwierig es ist, die “Gewinner der Zukunft” zu finden, vor allem auf so lange Sicht. Rein finanztechnische Analysen oder der Blick auf den historischen Verlauf von Kursen helfen dabei nicht. Es brauchte tiefer gehende Vorstellungen über mögliche künftige Entwicklungen und die Rolle von Unternehmen darin. Wir haben dann schnell gesehen, dass vor allem soziale Gleichgewichte, die über Frieden in Gesellschaften entscheiden, und der Umgang mit der Umweltkrise für den langfristigen Erfolg oder das Scheitern von Unternehmen verantwortlich sein werden. Das traf auf einen guten Nerv bei den Machern in der Ökobank wie auch bei versiko, wie Ökoworld damals hieß. Und so kam es dann zur Zusammenarbeit.

Seite zwei: Die Gewinner der Zukunft

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Ab dem 22. November im Handel.

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Versicherungen

Studie: DSGVO verunsichert Assekuranz

Ein positives Kundenerlebnis, Kundenzufriedenheit und Kundenkommunikation werden für die Versicherer immer wichtiger. 70 Prozent intensivieren ihre Bemühungen, weil die Ansprüche der Kunden steigen. Eine große Rolle spielen dabei Kundendaten. Bis heute weiß aber jeder zweite Versicherer (50 Prozent) noch nicht, wie stark die Auswirkungen der DSGVO auf den operativen Betrieb sind. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Quadient Germany unter Versicherungsunternehmen.

mehr ...

Immobilien

Umsatz in der Bauindustrie wächst weiter kräftig

Der Immobilienboom und der Ausbau der Verkehrsnetze bescheren der Bauindustrie weiter gute Geschäfte. Im September stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe kräftig um 6,0 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum.

mehr ...

Investmentfonds

May sagt Abstimmung über Brexit-Deal ab

Die britische Premierministern Theresa May hat die für morgen (Dienstag) geplante Abstimmung des Parlaments über das Brexit-Abkommen abgesagt. Das berichtet die Nachrichtenagentur “Reuters”. Oppositionsführer Jeremy Corbyn kritisierte, Großbritannien habe “keine funktionierende Regierung mehr”.

mehr ...

Berater

Fintechs: Frankfurt fällt zurück – Berlin und München vorn

Die Bankenstadt Frankfurt fällt trotz aller Bemühungen für mehr junge Finanzfirmen hinter die Konkurrenz zurück. So heißt es in einer Studie der Bank Comdirect, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

mehr ...

Sachwertanlagen

Anselm Gehling scheidet als CEO der Dr. Peters Group aus

Anselm Gehling (51), Chief Executive Officer der Dr. Peters Group in Dortmund, verlässt am Jahresende 2018 das Unternehmen und gibt zeitgleich alle Geschäftsführungspositionen ab. Die Nachfolgerin stammt aus der Familie Salamon. 

mehr ...

Recht

Einheitlicher Einbau von Rauchmeldern zulässig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Wohnungseigentümer bei Bestehen einer landesrechtlichen Pflicht den Einbau und die Wartung von Rauchmeldern in allen Wohnungen auch dann wirksam beschließen können, wenn dadurch Wohnungen einbezogen werden, deren Eigentümer bereits Rauchmelder angebracht haben (Az.: V ZR 273/17).

mehr ...