Anzeige
4. November 2016, 15:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Abwarten ist die völlig falsche Strategie

In der aktuellen Situation erheblicher Unsicherheit und allgemein hoher Asset-Preise fragen Anleger häufig, ob nicht im Halten von Liquidität derzeit die richtige Strategie liegt. Liquidität ist keine Lösung, sie sollte gerade jetzt auf den Notgroschen beschränkt bleiben, lautet die klare Antwort von Carsten Mumm von der Privatbank Donner & Reuschel.

Carsten-Mumm-Kopie in Abwarten ist die völlig falsche Strategie

Carstem Mumm, Privatbank Donner & Reuschel

Blicken wir zurück auf die vergangenen Jahre: Wir hatten 2009 die Finanzkrise, daraus resultierend die Staatsschulden- und Griechenland-Krise. Wer heute wartet, bis alles ruhiger wird, wird sehr lange warten – vielleicht sechs oder sieben Jahre. Und die ganze Zeit verliert sein Geld an Kaufkraft, denn für Liquidität gibt es keine Zinsen mehr. Deshalb muss man heute etwas tun, nicht irgendwann. Festverzinsliche braucht man teilweise trotz niedriger Renditen zur Risikostreuung.

Dynamische Strategien von Vorteil

Letztlich aber müssen Renditechancen in allen Anlageklassen gesucht und genutzt werden – und zwar dann wenn sie sich ergeben und nicht, wenn man sich damit wohlfühlt. Dabei kommen Aktien, Rohstoffe, Immobilien oder sonstige alternative Anlagen in Betracht. Für Anleger und das Asset Management heißt das: Man braucht Strategien, die dynamisch agieren und prognoseunabhängig sind. Dabei gilt es, prozyklisch zu sein, sich ergebende Trends zu nutzen und eng abgesicherte Stopps oder Absicherungs-Systematiken einzusetzen, um die potenziell irgendwann eintretenden heftigen Verluste zu vermeiden. Abwarten hingegen ist die völlig falsche Strategie.

Keine Änderung der EZB-Politik

Am großen Einfluss der Geldpolitik und damit einhergehend strukturell niedrigen Zinsen wird sich auf kurze Sicht wenig ändern. Die EZB wird an der Zinsschraube nicht drehen – das gilt auch für 2017. Und sie wird das Wertpapierkaufprogramm letztlich doch über März hinaus verlängern. Möglich ist sogar, dass sie auch Aktien kaufen wird. Wegen der niedrigen Liquidität im Anleihesegment muss sie sich über neue Anlageklassen Gedanken machen. Voraussetzung für eine Normalisierung der Geldpolitik ist dynamisches Wachstum oder eine überschießende Inflation. Das heißt aber, dass es Jahre vielleicht sogar Jahrzehnte dauern kann. Wir werden uns auf eine lange Zeit einrichten müssen, in der das Zinsniveau auf Null oder zumindest sehr niedrig liegen wird.

Seite zwei: In den Schwellenländern gehen die Wachstumsraten strukturell zurück

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Axa strukturiert Vorstand um – Dahmen geht

Die Axa gibt ihrem Konzern in Deutschland zum 1. Januar eine neue Struktur. Dazu wird der Versicherer die Vorstandsressorts bündeln, um damit gezielt für weiteres Kundenwachstum aufgestellt zu sein.

mehr ...

Immobilien

Gebrauchtimmobilie: Gekauft wie gesehen?

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie sollte nicht gleich der erste Eindruck entscheiden. Wer genauer hinschaut, kann teure Überraschungen vermeiden. Ist der Vertrag erst unterschrieben, wird es schwierig, Baumängel geltend zu machen.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...