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13. Dezember 2016, 14:21
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Bankhaus Sarasin gibt Jahresausblick

Nach der Trump-Wahl dürfte von seiten der Finanzpolitik Rückenwind geben. Dies beeinflusst auch den Kapitalmarkt im Jahr 2017. Gastkommentar von Karsten Junius, Bank J. Safra Sarasin

JuniusSarasin in Bankhaus Sarasin gibt Jahresausblick

Karsten Junius bleibt für Aktien optimistisch gestimmt.

Die zuletzt bereits Fahrt gewinnende Konjunkturdynamik dürfte sich 2017 noch verbessern. Deflationsgefahren gehen in diesem Umfeld weiter zurück. Die Zentralbanken werden daher ihre geldpolitische Lockerung eher etwas zurücknehmen – allen voran die amerikanische Fed. Risiken liegen in einem neuen Protektionismus sowie in der Abkehr von einer regelgebundenen Wirtschaftspolitik.

Gute Perspektiven für Aktien

Aktienmärkte sowie Unternehmensanleihen sollten sich 2017 gut entwickeln, während Staatsanleihen ein schwieriges Jahr vor sich haben. Auf der Währungsseite favorisieren wir den US-Dollar und den Schweizer Franken.

Es ist eigentlich nicht viele Monate her, dass noch über Deflationsgefahren und Helikoptergeld diskutiert wurde. Gefühlt befinden wir uns inzwischen jedoch in einer ganz anderen Welt. Statt zusätzlich geldpolitisch zu lockern, schwenken die meisten Zentralbanken nun auf einen leicht restriktiveren Kurs. Möglich wird dies aufgrund der ansteigenden Inflationsraten und der Aussicht auf eine expansivere Finanzpolitik. Diese hat der zukünftige US-Präsident Trump klar angekündigt.

Europa wird auch spendabler

Aber auch in Europa werden höhere Staatsausgaben wahrscheinlicher – nicht nur, weil 2017 ein wichtiges Wahljahr ist, sondern auch weil sich die Ansicht durchsetzt, dass die niedrigen Zinsniveaus Infrastrukturinvestitionen derzeit relativ günstig machen. Dies ist ermutigend, da die US-Wirtschaft sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium im Konjunkturzyklus befindet. Wenn dieser nun fiskalisch noch einmal befeuert wird, sind sogar Wachstumsraten oberhalb des Potenzials möglich. Die Kehrseite davon sind leider höhere Inflationsgefahren und dass sich einer wirtschaftlichen Boomphase ein stärkerer Abschwung anschließt. Sollte die neue US-Administration tatsächlich protektionistischer werden und die bislang regelgebundene Wirtschaftspolitik durch einen «deal»-orientierten Politikansatz ablösen, dann werden ökonomische Entwicklungen erratischer. Auch sind internationale Konfrontationen in diesem Umfeld wahrscheinlicher.

Staatsanleihen werden eher unter Druck stehen

Trotz dieser mittelfristigen Gefahren sollten an den Finanzmärkten vor allem im ersten Halbjahr positive Entwicklungen überwiegen. Aktien und Unternehmensanleihen trauen wir am meisten zu, während wir bei Staatsanleihen vorsichtig wären. Vor allem in den USA sind steigenden Renditen wahrscheinlich, da die amerikanische Notenbank einer Zinserhöhung in dieser Woche vermutlich zwei weitere im nächsten Jahr folgen lassen dürfte. Ein stärkerer US-Dollar käme dann nicht als Überraschung. Auch der Schweizer Franken dürfte weiter aufwerten, da die Zinsdifferenz zu Anlagen in Euro immer weiter zusammengeschmolzen ist. Mit der Aussicht darauf, dass die EZB ihre Anleihekäufe bis mindestens Ende 2017 fortsetzt und die Überschussliquidität im Euroraum eher noch erhöht, sollte das Risiko einer Zinssenkung durch die Schweizerische Nationalbank nicht unterschätzt werden. Fundamental zu rechtfertigen wäre sie sehr leicht.

Karsten Junius ist Chefökonom bei der Bank J. Safra Sarasin AG, Schweiz

Foto: Bank J. Safra Sarasin AG

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