Brexit: BVR dringt auf Umdenken in der Zinspolitik

Deutschlands Genossenschaftsbanken warnen nach dem Brexit-Votum vor übereilten Schritten. Das Nein der Briten zur Europäischen Union sollte „eher Anlass sein, den geldpolitischen Kurs zu überdenken“, mahnte der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, am Mittwoch in Frankfurt.

Uwe Froehlich BVR
BVR-Präsident Uwe Fröhlich meint, dass das Nein der Briten zur Europäischen Union Anlass sein sollte, den geldpolitischen Kurs zu überdenken.

„Die Spielräume für eine weniger expansive Geldpolitik sind 2017 jedenfalls da, wenn es gelingt, den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU in einem geordneten Rahmen abzuwickeln“, sagte Fröhlich.

Am 23. Juni hatten knapp 52 Prozent der Briten dafür gestimmt, dass Großbritannien als erstes Land überhaupt die Europäische Union verlässt. Wie es genau weitergeht, ist offen.

BVR rechnet mit Belastungen durch  Zinsumfeld

Zinstief und Strafzinsen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) belasten die Finanzbranche. Bei der genossenschaftlichen Finanzgruppe sank im vergangenen Jahr sowohl der konsolidierte Vorsteuergewinn auf 9,8 (Vorjahr: 10,7) Milliarden Euro als auch der Überschuss auf 7,0 (7,8) Milliarden Euro.

Der BVR rechnet damit, dass das Zinsumfeld und steigende Kosten wegen höherer Anforderungen der Regulierer die Ergebnisse auch im laufenden Jahr belasten werden.

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Zu der Finanzgruppe zählen neben den bundesweit 1021 Volks- und Raiffeisenbanken die Zentralinstitute DZ und WGZ, die zum 1. August fusionieren, sowie unter anderen die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die R+V Versicherung und der Fondsanbieter Union Investment. (dpa-AFX)

Foto: BVR

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