21. Juni 2016, 11:02
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Brexit: Merck Finck warnt vor Panik-Verkäufen

Ungeachtet der zuletzt mit Blick auf das bevorstehende Brexit-Referendum gestiegenen Unsicherheit rät Merck Finck Anlegern von Panik-Verkäufen ab.

Robert-Greil-Chefstratege-Merck-Finck in Brexit: Merck Finck warnt vor Panik-Verkäufen

Robert Greil von Merck Finck & Co warnt vor hektischen Reaktionen wegen des Brexits.

„Der Markt hat schon größere Ereignisse überstanden und bot stets gute Renditechancen für langfristig orientierte Anleger, die auf solide Unternehmen setzen“, so Robert Greil, Chefstratege der Bank. Nach den jüngsten Umfragen liegt das Brexit-Lager gegenüber den Befürwortern eines EU-Verbleibs zwar leicht in Führung. Die Münchner Privatbank und ihre in Luxemburg beheimatete Mutter, KBL European Private Bankers (KBL epb), gehen aber weiterhin davon aus, dass Großbritannien auch künftig Mitglied der EU bleibt. KBL epb ist mit 2200 Mitarbeitern an rund 50 Standorten in acht europäischen Ländern vertreten, darunter mit der Bankentochter Brown Shipley auch in Großbritannien.

EU-Verbleib Großbritanniens könnte Aktienmärkte beflügeln

„Unsere Portfolios reflektieren zum Teil die Verletzlichkeiten, denen das Pfund und britische Aktien durch das Brexit-Risiko ausgesetzt sind. Wichtig ist: Sollte das Votum für einen Verbleib in der EU nicht hinreichend deutlich ausfallen, wird sich dieses Risiko nicht vollständig auflösen und das Thema EU-Austritt in Großbritannien auf der Agenda bleiben“, betont Kevin Doran, Leiter Strategie und Research der KBL-Gruppe. Greil ergänzt: „Tritt unser Hauptszenario ‚Bremain‘ ein, dürften die Aktienmärkte positiv reagieren, auch wenn zahlreiche Risiken bleiben, wie die erneute spanische Parlamentswahl am 26. Juni, ein möglicher US-Präsident Trump und Unsicherheiten über die weitere Notenbankpolitik, insbesondere der Fed.“ Doran und Greil halten es für wahrscheinlich, dass die sehr hohen Cash-Bestände der weltweiten Investoren – laut Merrill Lynchs Fondmanager-Umfrage derzeit auf dem höchsten Stand seit 2001 – im Falle eines Verbleibs Großbritanniens in der EU kurzfristig zurück in risikobehaftete Anlagen wie europäische Aktien fließen.

Brexit hätte größte Auswirkungen auf Großbritannien selbst

Sollten die Briten am 23. Juni doch für das Ausscheiden aus der EU votieren, ist mit kurzfristigen Marktreaktionen zu rechnen, allerdings nicht mit einem Marktschock. Vieles ist schon jetzt einge-preist, so dass das Referendum nicht die Initialzündung für weiter eskalierende Unsicherheit sein dürfte. „Im Gegenteil: Das Referendum sollte bestehende Ängste und Unsicherheiten reduzieren.

Im Übrigen hätte ein Brexit eindeutig die größten Auswirkungen auf Großbritannien selbst“, so Doran. Ohnehin bleibe vorerst alles beim Alten, da erst einmal die laut Lissabon-Vertrag erforderliche zweijährige Verhandlungsfrist über den Austritt beginnt. Sollten die Austrittsverhandlungen ein-vernehmlich verlaufen, und für Großbritannien nur geringfügige Nachteile entstehen, befürchtet Robert Greil mittel-bis langfristig jedoch die Gefahr, dass weitere Länder ähnliche Referenden über die EU- oder Euro-Mitgliedschaft anstrebten. Der Austritt Großbritanniens aus der EU stelle damit eine deutliche Gefahr für die politische Stabilität der EU und in noch stärkerem Maße für die Eurozone dar. (tr)

Foto: Merck Finck & Co

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...