10. Mai 2016, 09:36
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ETPs ziehen viel frisches Kapital an Land

Weltweit verbuchten ETPs im April 11,1 Milliarden Dollar frisches Kapital. Auf ETPs, die an europäischen Handelsplätzen gelistet sind, entfielen davon 3,6 Milliarden Dollar. Gastkommentar von Ursula Marchioni, Blackrock.

Etf in ETPs ziehen viel frisches Kapital an Land

ETPs werden bei Investoren immer beliebter.

Im April waren die Mittelbewegungen bei ETPs dominiert von Zuflüssen in Anleihen- und Schwellenländerprodukte. Die Zuflüsse in Anleihen lagen vier Mal so hoch wie bei Aktien. Besonders gefragt waren ETPs auf europäische und US-Kreditpapiere mit Zuflüssen in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar, gefolgt von Kreditpapieren aus Schwellenländern mit 2,1 Milliarden Dollar. Diese Zuflüsse gingen zulasten von ETPs auf europäische und US-Staatsanleihen, aus denen Investoren 2,2 beziehungsweise 3,1 Milliarden Dollar abzogen.

Schwellenländeraktien und -anleihen verbuchten anhaltende Zuflüsse und haben im April 4,3 Milliarden Dollar hinzugewonnen. Für ETPs auf Kreditpapiere aus Schwellenländern hat das Jahr langsam begonnen, jedoch haben sie im weiteren Jahresverlauf im Zuge besserer Aussichten für Schwellenländeraktien an Fahrt gewonnen. Unterdessen blieben breit investierende ETPs auf Schwellenländeraktien nach wie vor beliebt. Sie profitierten von einem schwächelnden Dollar, hartnäckig niedrigen Zinsen und einer Stabilisierung der Rohstoffpreise.

Wachsender Apetit nach ETPs in Europa

Anleihen-ETPs, die an europäischen Handelsplätzen gelistet sind, verbuchten im Zuge eines wachsenden Appetits und zunehmender Aufmerksamkeit vonseiten der Investoren unter dem Strich 3,9 Milliarden Dollar. In den vergangenen beiden Monaten hat dieses Segment 10,7 Milliarden Dollar frisches Kapital verzeichnet – fast mehr als die Zuflüsse in ETPs mit US-Listings. Das ist besonders interessant, da die Produkte mit US-Listings im Januar und Februar mehr als 80 Prozent der Zuflüsse auf sich vereinnahmt haben und da die Basis entsprechender Vermögenswerte dort wesentlich größer ist.

Wenn die weltweiten Zuflüsse in ETPs mit 11,1 Milliarden Dollar im April auch geringer waren als die 45,5 Milliarden im März, so nimmt die Verbreitung unter den Investoren dennoch weiter zu. Es ist mehr als zwei Jahre her, dass ETPs einen monatlichen Nettoabfluss verbucht haben.

Aktien aus Industriestaaten im Fokus

In Bezug auf US-Aktien denken Investoren kurzfristig wieder positiver. So flossen in entsprechende ETPs unter dem Strich 11,5 Milliarden Dollar, womit die starke Nachfrage vom März anhält. Treiber dieser Entwicklung sind die zurückhaltendere Gangart der Fed in Bezug auf Zinserhöhungen sowie die Gewinnentwicklung der Unternehmen, die besser ausfällt als erwartet und unter anderem von der jüngsten Dollarschwäche gestützt wird.

Abseits der USA haben ETPs auf Aktien aus Industriestaaten Abflüsse in Höhe von 11,4 Milliarden Dollar verbucht. Sowohl aus Produkten auf europäische als auch japanische Aktien haben Investoren Rekordsummen von 6,3 beziehungsweise 7,8 Milliarden Dollar abgezogen. In Bezug auf Japan gingen die Verkäufe ursprünglich von ausländischen Investoren aus, inzwischen jedoch auch von heimischen. Dies liegt an der zunehmenden Wahrnehmung, dass die Bank of Japan weniger Pfeile im Köcher habe, um in Bezug auf weitere geldpolitische Lockerungen positiv zu überraschen. Ein Katalysator, um japanische Aktien wieder in den Fokus zu bringen, könnten Fortschritte bei den Haushaltsreformen sein.

Die Abflüsse aus europäischen Aktien gingen sowohl von heimischen als auch ausländischen Investoren aus. Dabei haben der volatile Euro und straffere geldpolitische Bedingungen die Stimmung gedrückt. Weiteres Gewinnwachstum und ein positives Makroumfeld infolge privaten Konsums vorausgesetzt, erscheinen europäische Aktien nach wie vor attraktiv. Allerdings gilt es, geopolitische Risiken und die aktuelle politische Landschaft einschließlich des EU-Referendums in Großbritannien und der erneuten spanischen Parlamentswahlen genau im Auge zu behalten.

Ursula Marchioni ist Chef-Strategin in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) für iShares bei Blackrock.

Foto: Shutterstock

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