4. November 2016, 08:31
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Lars Skovgaard Andersen sieht gute Chancen für deutsche Aktien

Lars Skovgaard Andersen von Danske Invest ist für den deutschen Aktienmarkt sehr optimistisch gestimmt. Er sieht mehrere Gründe für Kurssteigerungen.

Danske-Invest Lars Skovgaard Andersen-Kopie in Lars Skovgaard Andersen sieht gute Chancen für deutsche Aktien

Lars Skovgaard Andersen ist optimistisch für den deutschen Aktienmarkt gestimmt.

Erstens sind internationale Fondsmanager laut einer Untersuchung der Bank of America Merrill Lynch in deutschen Aktien untergewichtet. Zweitens existieren Anzeichen dafür, dass sich einige Unsicherheiten im europäischen Bankensektor in Luft auflösen könnten. Und darüber hinaus sprechen der in letzter Zeit stärkere Wechselkurs des US-Dollars gegenüber dem Euro sowie die bislang positiven Quartalsabschlüsse der deutschen Unternehmen ebenfalls für hiesige Aktien.

Derzeitige Dax-Untergewichtung kann sich schnell ändern

„Internationale Fondsmanager – und Anleger insgesamt – waren hinsichtlich der Auswirkungen des Brexit sowie der unsicheren Aussichten für die europäischen Banken sicherlich besorgt“, erklärt Andersen. „Dies hat zu einer Untergewichtung in deutschen Aktien in ihren Portfolios geführt.“ Außerdem gibt der Investmentstratege zu bedenken, dass die Anleger ihre Ausrichtung auf den Dax, den liquidesten europäischen Aktienindex, relativ schnell ändern.

„Die derzeitige Untergewichtung kann innerhalb kurzer Zeit zu einer neutralen oder übergewichteten Positionierung werden. Daher eröffnet bereits allein die Untergewichtung in deutschen Aktien die Aussicht auf Kurssteigerungen, falls sich die Stimmung der Anleger ändert“, erklärt Andersen.

Positive Nachrichten aus der EU

Für eine solche positive Stimmungsänderung spricht einiges. Der US-Dollar hat im Verhältnis zum Euro im Oktober um 3,3 Prozent aufgewertet. Das kommt dem Dax zugute, in dem viele exportorientierte Unternehmen vertreten sind. Denn sie können durch die Wechselkursänderung ihren Absatz in Märkten, in denen mit Dollar abgerechnet wird, erhöhen.

„Außerdem scheint der Druck auf den europäischen Bankensektor nachzulassen. Dieses Thema hat in der letzten Zeit eine große Rolle gespielt – nicht zuletzt wegen der Sorgen hinsichtlich der Deutschen Bank“, analysiert Andersen. Hinzu kommt: „Die EU hat angekündigt, dass sie die Kapitalanforderungen an die Banken möglicherweise etwas lockern wird. Noch ist nichts beschlossen, aber man hat anscheinend bemerkt, dass man diesen Sektor doch sehr unter Druck gesetzt hat und es vielleicht zu Lockerungen kommen muss.“

Verbesserte Lage im Bankensektor

Eine weitere positive Nachricht für den Bankensektor ist der vorgelegte Plan der angeschlagenen italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena für die Abschreibung ihrer faulen Kredite. Aufgrund dieser Meldung ist der Aktienkurs des Geldhauses kurzfristig um 50 Prozent gestiegen.

Was die Deutsche Bank betrifft, so sind die Probleme zwar nicht verschwunden, aber sie sorgen für keine großen Schlagzeilen mehr. „Auch das ist für die Stimmung der Anleger wichtig“, betont Andersen.

Übergewichtung in dänischen Aktien

„All diese Vorzeichen sprechen dafür, dass die Anleger wieder auf Europa setzen“, sagt Andersen. Gleichzeitig macht er darauf aufmerksam, dass der Dax in hohem Maße auch ein Barometer für alle europäischen Aktien ist.

Seiner Meinung nach sprechen zudem weitere Gründe für Aktien allgemein, nicht nur für die deutschen: „Das vierte Quartal ist historisch gesehen immer das Beste des Jahres. Falls die Jahresabschlüsse die jetzige Tendenz bestätigen, dürften viele Anleger feststellen, dass sie sich eine Untergewichtung nicht mehr leisten können.“

Internationale Fondsmanager sind in deutschen Aktien zwar untergewichtet, haben jedoch in dänischen Aktien eine Übergewichtung, so Andresen weiter. Dies deutet seiner Meinung nach aber nicht unbedingt darauf hin, dass die dänischen Aktienkurse fallen werden. Gleichwohl böten deutsche Aktien gegenwärtig ein größeres Potenzial für Kurssteigerungen als Dividendenpapiere aus dem nördlichen Nachbarstaat. (tr)

Foto: Danske Invest

 

 

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