22. Juli 2016, 09:02
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Sommer 2016 – an den Finanzmärkten wird er nicht heiß

Ohne Zweifel ist die Lage an den Finanzmärkten nicht krisenbefreit. Allein die politischen Konflikte stellen normalerweise große Unsicherheitsrisiken dar. Dennoch sind die Beine der politischen Börse zunächst kurz. Die Halver-Kolumne

Halver-Robert-Baader-Bank-BBO4957 in Sommer 2016 – an den Finanzmärkten wird er nicht heiß

Robert Halver, Baader Bank

Während die neue Premierministerin May den Briten kein Austrittsergebnis mit deutlichen Wohlstandseinbußen präsentieren kann, darf die EU den Briten keinen Deal anbieten, der ihren Austritt noch belohnt und zu Nachahmeffekten führen könnte. Also spielen beide Seiten auf Zeit, die auch alle politischen Wunden heilt: Bis der britische Austrittsantrag eingegangen ist und die rechtlichen Herausforderungen in puncto Zugang zum EU-Binnen- und Finanzmarkt bewältigt sind, hat der Brexit so viel an medialer Präsenz verloren, dass sein politisches Schadenspotenzial für die EU vernachlässigbar ist. Und am Ende wird ein Rechtsrahmen stehen – das Motto in der EU lautet “Was nicht passt, wird passend gemacht” – der auch zukünftig eine sehr enge Wirtschafts-Zweckehe zulässt.

Substanz spricht für deutsche Aktien

Nach dem Brexit-Votum werden zwar erste Konjunkturbedenken laut: Der IWF sieht Verbraucher- und Investorenvertrauen durch die politische Unsicherheit belastet und stutzt seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft. Mit 3,1 (zuvor 3,2) in diesem und 3,4 Prozent (zuvor: 3,5) im nächsten Jahr hält sich die Skepsis jedoch in engen Grenzen. Doch selbst wenn theoretisch größere konjunkturelle Verwerfungen auftreten sollten, wird durch die EZB hüben und die Bank of England drüben finanzwirtschaftlichen Kollateralschäden praktisch massiv entgegengewirkt. Ein britischer Aktienleitindex FTSE 100 aktuell auf Jahreshoch bei geläuterter Volatilität zeugt von großer Entspanntheit der Anleger.

Einerseits ist politische Verunsicherung – die realwirtschaftlich streut – ein Handicap für industrie- und exportlastige deutsche Aktien. Andererseits können genau diese Titel längerfristig als Alternative von einem mit Unsicherheit behafteten britischen Finanzplatz profitieren. Aussichtsreich sind vor allem Titel aus MDax und SDax, die im Ausland bewundernd “German Mittelstand” genannt werden.

Sie profitieren von ihrem breiten Industrie-Know How und zahlreichen Patenten im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung der Weltwirtschaft, der sogenannten “Industriellen Revolution 4.0”. Da die Selbstentwicklung der hierfür erforderlichen Schlüsseltechnologien in anderen Ländern zu aufwendig ist bzw. zu viel Zeit in Anspruch nimmt, kommt deutschen Industrieperlen Übernahmephantasie zugute.

Seite zwei: US-Aktien als sicherer Hafen

Weiter lesen: 1 2 3 4

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Starkregen: So sind Gebäude und Hausrat versichert

Der Himmel öffnet die Schleusen und der Regen prasselt sintflutartig auf die Erde. In Teilen des Landes bringt Tief „Axel“ Starkregen mit sich, so der Deutsche Wetterdienst (DWD). Was das Wetterextrem ausmacht und wie Schäden versichert sind.

mehr ...

Immobilien

„Zur Miete wohnen ist rausgeschmissenes Geld“: Alle wollen ins Wohneigentum

Jeden Monat Geld auf die hohe Kante legen, um sich so schnell wie möglich nach Ausbildung oder Studium den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen? Studien zeigen: Die meisten jungen Leute wünschen sich eine eigene Immobilie und arbeiten zielstrebig darauf hin. Sebastian Flaith von der Bausparkasse Schwäbisch Hall analysiert die wichtigsten Studienergebnisse und stellt einen Vertreter der jungen Generation vor.

mehr ...

Investmentfonds

UniCommerz oder CommerzING? Oder was kommt als nächstes?

Nach den gescheiterten Fusionsbestrebungen zwischen der Commerzbank und der Deutschen Bank sind neue Gerüchte über eine mögliche Fusion von Commerzbank mit UniCredit bzw. ING aufgekommen. In seinem Gastbeitrag schreibt Alex Pelteshki, CoManager des Kames Strategic Global Bond Fonds, darüber, dass die Commerzbank eine radikale Lösung braucht. Was weniger eindeutig ist, ob eine dieser beiden Kombinationen sie erfüllen kann.

mehr ...

Berater

Was die Politik von guten Verkäufern im Außendienst lernen kann

Bereits zum neunten Mal wird in dieser Woche das Europäische Parlament gewählt. Dies erfolgt in Form einer Direktwahl in den 28 EU-Mitgliedstaaten vom 23. bis 26. Mai. Deutschland tritt am Sonntag und damit dem letzten Wahltag an die Urne. Zeit für einen Blick darauf, was Verkäufer längst über Kunden gelernt haben. Ein Gastbeitrag von Oliver Schumacher, Verkaufsexperte.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Vertriebshaftung wegen Anschreiben

Das Landgericht Berlin hat einen Finanzdienstleister zur Rückabwicklung der Investition eines Anlegers bei dem inzwischen insolventen Container-Anbieter P&R verurteilt. Zum Verhängnis wurde dem Vertrieb ein unbedachter Satz in einem Anschreiben.

mehr ...

Recht

Bundesrat sagt ja zu E-Scootern 
- Das müssen Sie beachten

E-Scooter liegen voll im Trend. Neben den USA haben viele europäische Länder die elektrischen Tretroller bereits zugelassen. Nun zieht Deutschland nach. Am 3. April dieses Jahres hatte das Bundeskabinett die Zulassung von Tretrollern mit Elektromotor beschlossen. Heute folgte der Bundesrat. Arag Rechtsexperte und Rechtsanwalt Tobias Klingelhöfer erklärt, worauf man als Fahrer zu achten hat.

mehr ...