Anzeige
10. August 2016, 08:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Value-Investing: Ein Upgrade für aktives Management

Es ist eine immer wieder aufs Neue geführte Diskussion: Rechtfertigen die Ergebnisse, die aktive Fondsmanager mit ihren Strategien erzielen, die Gebühren, die sie für ihre Dienstleistungen verlangen, oder sind Anleger mit den kostengünstigeren indexbasierten Produkten nicht doch besser bedient? Gastkommentar von Michael J. Fleisher, Legg Mason

Legg-Mason-Fleisher-Michael-Kopie in Value-Investing: Ein Upgrade für aktives Management

Michael Fleischer befasst sich eingehend mit den Aspekten des Fondsmanagements.

Der Grund, warum die Antwort auf diese Frage auch nach Jahren des Für und Wider immer noch lautet, „es kommt darauf an“, mag auch an der Art und Weise liegen, wie die meisten aktiven Aktienmanager ihre Strategien umsetzen. In der Regel nutzen sie einen definierten Investmentprozess, bei dem sie sich darauf konzentrieren, Aktien zu identifizieren, von denen sie denken, sie hätten das Potenzial, besser abzuschneiden als der Markt oder eine Benchmark. Die Schwierigkeit ist, dass sie sich während der verschiedenen an diesen einmal definierten Prozess halten. Viele Fondsmanager geben zwar zu, dass es Marktphasen gibt, in denen ihr Ansatz weniger gut funktioniert. Doch tolerieren sie diese Phasen, ohne ihren Ansatz anzupassen, mit der Argumentation, die langfristigen Ergebnisse über einen kompletten Marktzyklus hinweg wären, was letztendlich zähle.

Das ist zwar richtig, und eine solche Strategie kann in den Händen erfahrener Manager über einen längeren Zeitraum ohne Frage Überrenditen erzielen. Doch ist das wirklich der einzige Weg? Ist es nicht möglich, sich einerseits auf einen disziplinierten Investmentprozess zu konzentrieren und trotzdem die verschiedenen Phasen eines Marktzyklus zu berücksichtigen? Wir glauben, es ist möglich – mit einem verbesserten Ansatz des traditionellen aktiven Managements und einem Prozess, der auf konsistente Überrenditen abzielt, indem er sowohl die Analyse fundamentaler Faktoren berücksichtigt, als auch das aktuelle Marktumfeld mit einbezieht.

Zwei Valuephasen existent

Anfang der 2000er hat unser Research-Team damit begonnen, die Idee näher zu untersuchen, dass es während eines Marktzyklus verschiedene Phasen von Bewertungs-Streuung gibt. Bei genauerer Analyse dieser Phasen über einen vollen Marktzyklus hinweg konnten wir beobachten, dass sich bestimmte Portfolio-Charakteristika unter manchen Marktbedingungen besser entwickelten als andere. Ein umfassendes Research hat dann gezeigt, dass die US-Value-Benchmark, der Russell 1000, zwei ausgeprägte Value-Phasen aufweist, die wir als Broad- und Deep-Value klassifiziert haben. Zudem konnten wir feststellen, dass einige fundamentale Faktoren in einer der beiden Value-Phasen besser abschnitten als in der anderen.

Was heißt das konkret? Ein Broad-Value-Umfeld zeichnet sich durch eine enge Bewertungs- Streuung unter individuellen Aktien aus, die dann weiter wird. Ein Broad-Value-Umfeld findet man häufig in den späten Phasen eines Bullenmarktes. Zu diesem Zeitpunkt des Zyklus sind die individuellen Gewinn-Dynamiken der Unternehmen deutlich wichtiger als große Bewertungsabschläge. Unser Research zeigt, dass ein Portfolio, das sich auf Qualitätsmerkmale wie die Eigenkapitalrendite oder die relative Preisstärke konzentriert, in einem Broad-Value-Umfeld besser performt.

Deep-Value häufig in frühen Phasen das Bullenmarkets

Umgekehrt zeichnet sich ein Deep-Value-Umfeld durch eine weite, sich wieder verengende Bewertungs- Streuung unter individuellen Aktien aus. Ein Deep-Value-Umfeld tritt häufig während der frühen Phasen eines Bullenmarktes auf, wenn es noch signifikante Bewertungsanomalien gibt, die somit Value-Chancen kreieren. Die Rückkehr zum Mittelwert, auch Mean Reversion genannt, setzt dann ein, wenn diese deutlich mit Abschlag gehandelten Wertpapiere den Markt in die Höhe treiben und damit die Bewertungs-Spreads wieder verengen.

Auf das Portfoliomanagement übertragen können diese Erkenntnisse traditionelles aktives Management verbessern. Denn eine Strategie, die dies berücksichtigt, kann sowohl einen Faktor-getriebenen Ansatz als auch die Analyse des aktuellen Marktumfelds einbeziehen. Aus unserer Sicht bietet sich Anlegern somit ein disziplinierter Prozess, , der sich den Veränderungen des Marktumfelds durch den Wechsel zwischen dem Broad-und Deep-Value-Modell anpasst. Oder anders ausgedrückt: ein einzigartiger Ansatz, um in ein Portfolio aus Value-Aktien großer Marktkapitalisierung zu investieren. Michael J. Fleisher ist Fondsmanager des Legg Mason Brandywine Global 

Foto: Legg Mason

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

R+V wird Hauptsponsor des FC Schalke 04 Esports

Die R+V Versicherung und der FC Schalke 04 setzen ihre erfolgreiche Partnerschaft im elektronischen Sport fort: Der genossenschaftliche Versicherer wird Hauptsponsor und Trikotpartner der “Knappen” im Esport.

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilien: Welche Altersgruppe kauft am meisten?

Immobilienkäufer sind heutzutage deutlich jünger als noch vor zehn Jahren, wie eine aktuelle Online-Umfrage des Immobiliendienstleisters McMakler zeigt. Dabei dominiert derzeit besonders eine Altersgruppe den Immobilienmarkt.

mehr ...

Investmentfonds

Japan: Wachstum löst Deflation ab

Seit Jahrzehnten ist Japan “der schwache Mann Asiens”. Während das Bruttoinlandsprodukt in China, Indien und Vietnam jährlich um  über sechs oder sieben wächst, sind es in Japan weniger als zwei Prozent. Warum sich das jetzt ändern könnte:

mehr ...

Berater

Geldvermögen: Deutschland erreicht neuen Meilenstein

Die Bundesbürger sind trotz der Zinsflaute in der Summe so vermögend wie nie zuvor. Das Geldvermögen der Privathaushalte stieg im dritten Quartal 2018 erstmals über die Marke von sechs Billionen Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia Grundinvest will Publikumsgeschäft weiter ausbauen

Der Asset Manager Patrizia Grundinvest, Tochtergesellschaft der Patrizia Immobilien AG, hat 2018 rund 110 Millionen Euro Eigenkapital bei Privatanlegern platziert und will weiter wachsen. Dafür ist 2019 unter anderem eine neue Produktkategorie geplant.

mehr ...

Recht

Rentner erhalten Finanzhilfe für Krankenversicherung

Die Deutsche Rentenversicherung beteiligt sich ab dem 1. Januar 2019 an den Zusatzbeiträgen zur Krankenversicherung bei der Rente.

mehr ...