8. November 2017, 13:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Abschaffung der pauschalen Abgeltungssteuer nicht sinnvoll”

Bei den derzeit niedrigen Zinsen würde die Abschaffung der pauschalen Abgeltungssteuer auf Kapitaleinkünfte nur geringe Aufkommens- und Verteilungseffekte haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Sparschwein-euro-sparen-geld-euro-steuern-shutterstock 370976165 in Abschaffung der pauschalen Abgeltungssteuer nicht sinnvoll

Die Abschaffung der pauschalen Abgeltungssteuer würde kaum Verteilungs- und Einkommenseffekte haben.

Eine Abschaffung der pauschalen Abgeltungssteuer für Kapitaleinkünfte in Höhe von 25 Prozent ist weder aus fiskalischer noch aus verteilungspolitischer Sicht sinnvoll, solange die Zinsen so niedrig sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Würde man Kapitaleinkünfte wieder in den Einkommensteuertarif integrieren, wären bei vollem Werbungskostenabzug und einem Besteuerungsanteil von 60 Prozent bei Dividenden und Veräußerungsgewinnen (Teileinkünfteverfahren) sogar leichte Steuerausfälle von 73 Millionen Euro zu erwarten.

Bürokratischer Aufwand würde steigen

“Auch für die Steuergerechtigkeit bringt eine Abschaffung der Abgeltungsteuer derzeit wenig, sofern man darunter eine stärkere Besteuerung von hohen Kapitaleinkommen versteht”, sagt DIW-Steuerexperte Stefan Bach. Hohe Einkommen würden durch die Abschaffung der Abgeltungsteuer kaum belastet, mittlere und niedrige Einkommen bei den Dividenden sogar geringfügig entlastet.

Darüber hinaus würde der bürokratische Aufwand des Besteuerungsverfahrens steigen. Eine Erhöhung des Abgeltungsteuersatzes würde hingegen zu moderaten Steuermehreinnahmen führen und progressiv wirken, könnte aber die Investitionsbedingungen in Deutschland verschlechtern.

Seit Einführung der Abgeltungsteuer im Jahr 2009 werden Kapitaleinkommen (Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne) pauschal mit 25 Prozent besteuert. Damit sollte die Kapitalflucht ins Ausland verhindert werden.

Lediglich höhere Belastung der Zinseinkünfte

In Zeiten des internationalen Informationsaustauschs zwischen den Finanzämtern ist dieses Argument zunehmend obsolet geworden. Daher würden sich die Stimmen mehren, die dafür sind, die Abgeltungsteuer wieder abzuschaffen.

Die DIW-Forscher Stefan Bach und Hermann Buslei haben in verschiedenen Szenarien berechnet, was dies sowohl für die öffentlichen Kassen als auch für die Steuerpflichtigen nach Einkommensklassen bedeuten würde.

Seite zwei: Auswirkung unterschiedlicher Reformszenarien

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Finaler Schlag: Allianz setzt sich endgültig gegen die Verbraucherzentrale Hamburg durch

Der Versicherer Allianz hat einen jahrelangen Rechtsstreit gegen die Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg endgültig gewonnen. Es ging um die Frage, ob die Onlinewerbung für die Rentenversicherung „Indexselect“ irreführend ist. Die gerichtliche Auseinandersetzung sei beendet, bestätigten Vertreter beider Seiten auf Anfrage von boerse-online.de, dem Online-Portal des Münchener Finanzen Verlages.

mehr ...

Immobilien

Berlin – Büroentwicklungen jenseits der Komfortzone

Am 18. März wurden auf dem Start-up-Portal gründerszene.de gleich zwei Nachrichten veröffentlicht, die aufhorchen lassen. Was dies mit der Wohnsituation zu tun hat. Ein Kommentar von Joshua Abadayev, Geschäftsführer Atrium Development Group.

mehr ...

Investmentfonds

China: Wirtschaft wächst langsamer, Aktienauswahl ist Trumpf

Das Wirtschaftswachstum in China ist im zweiten Quartal 2019 auf 6,2 Prozent gefallen, den niedrigsten Wert seit beinahe dreißig Jahren. Die Regierung versucht, mit zahlreichen stimulierenden Maßnahmen einer weiteren Abschwächung zuvorzukommen – insbesondere angesichts des Handelskonflikts mit den USA. Aber auch in diesem schwierigen Umfeld bieten sich am chinesischen Aktienmarkt einige interessante Anlagechancen.

mehr ...

Berater

Potenzial für Car-Sharing noch nicht ausgeschöpft

Aktuell nutzt fast ein Viertel der Großstädter aktiv Sharing-Angebote für die individuelle Mobilität: 24,6 Prozent von Ihnen gaben in einer aktuellen Befragung von BDO an, in der vergangenen Woche auf entsprechende Autos (13,1 %), Fahrräder (9,9 %) und E-Roller (9,9 %) zurückgegriffen zu haben.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bundesregierung plant Verbot von Blind-Pool-Vermögensanlagen

Das Finanz- und das Justiz-/Verbraucherschutzministerium haben ein „Maßnahmenpaket“ vorgestellt, mit dem Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz weiter eingeschränkt und zum großen Teil verboten werden sollen.

mehr ...

Recht

Fliegende Dachziegel – Gebäudeeigentümer musste für Sturmschäden haften

Eigentümer einer Immobilie müssen ihr Objekt so absichern, dass es auch erhebliche Sturmstärken aushalten kann, ohne gleich die Allgemeinheit zu gefährden. Wenn sich bei einem Sturm bis zur Stärke 13 Dachziegel lösen und auf die Straße fallen, dann spricht zumindest der Anscheinsbeweis für einen mangelhaften Unterhalt des Gebäudes.

mehr ...