Anzeige
6. April 2017, 14:02
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Brexit – Auch die Pharmabranche hat ihre Gewinner und Verlierer

Banken, Banken, Banken! Der Brexit wird in Deutschland vor allem mit der britischen Finanzbranche in Verbindung gebracht. Kann Frankfurt von einem Exodus der Institute von der Themse profitieren? Oder sind gar Dublin, Paris oder Brüssel die Gewinner? Diese Fragen dominieren die Berichterstattung und die politischen Diskussionen. Gastkommentar von Tarik Dede, freier Journalist

T-Dede in Brexit – Auch die Pharmabranche hat ihre Gewinner und Verlierer

Tarik Dede untersucht die Auswirkungen des Brexits auf die Pharmabranche

Standortfrage: Wer kriegt die Zulassungsbehörde?

Doch genauso spannend ist, was derzeit in der Pharmabranche passiert. In London sitzt nämlich die European Medicines Agency (EMA), die wichtigste Zulassungs- und Kontrollbehörde für Arzneimittel und medizinische Behandlungsmethoden in Europa. Sie dürfte im Zuge der Umsetzung des Brexits auf jeden Fall zurück nach Kontinentaleuropa wandern. Unter anderen befinden sich auch Bonn und München im Rennen. Schließlich geht es dabei nicht nur um die 900 Jobs bei der EMA, sondern auch um die Frage, wo die vielen Pharmalobbyisten ihre Zelte aufschlagen. Und zudem dürfte es auch hier wichtige Verhandlungen geben, denn ein Produkt, dass in Großbritannien als Referenzland zugelassen wurde, konnte bisher EU-weit vertrieben werden. Mit dem Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union muss auch hier vor allem eine patientenfreundliche Lösung gefunden werden.

Pharmakonzerne profitieren vom schwachen Pfund

Daneben ist Großbritannien aber der mit Abstand größte Biotechstandort Europas sowie ein wichtiges Zentrum für große Pharmakonzerne der Welt. Viele US-Konzerne bearbeiten den europäischen Markt von der Insel aus. Zudem hat mit Glaxo Smithkline der sechstgrößte Pharmakonzern der Welt den Hauptsitz in London. Das Brexit-Votum hatte sich in der Branche bereits 2016 bemerkbar gemacht. Viele britische Unternehmen konnte dank Währungseffekten höhere Gewinne ausweisen. Denn in der Gesundheitsbranche zählt nur der Weltmarkt und da ist Großbritannien – der dortige Markt ist etwa halb so groß wie der deutsche – nur ein kleines Licht. Pharmakonzerne sind vor allem exportstark und da kommt den Unternehmen eine schwache Heimatwährung entgegen. Größer dürften die Risiken für die deutschen Unternehmen sein. So ist Großbritannien mit einem Handelsvolumen von rund 20 Milliarden Euro der sechstwichtigste Handelspartner der deutschen Chemie- und Pharmabranche. Vor allem Spezialchemikalien und Pharmazeutika werden über dem Kanal hinweg gehandelt. Deutsche Unternehmen besitzen dort 63 Tochtergesellschaften mit einem Umsatz von über vier Milliarden Euro, wie Zahlen von KPMG zeigen.

Seite zwei: Brexit – Auch die Pharmabranche hat ihre Gewinner und Verlierer!

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

BGH-Urteil zu Maklerhonoraren

Lange war unklar, wann Makler ein Erfolgshonorar von ihren Kunden verlangen können. Nun hat der BGH entschieden.

mehr ...

Immobilien

Nachhaltiges Wohnen: In Deutschland kein Thema?

Nur 12 Prozent der Deutschen glauben, dass vom Bewohnen ihres Hauses oder ihrer Wohnung eine signifikante Umweltbelastung ausgeht. Das ist der zweitniedrigste Wert einer repräsentativen ING-Umfrage in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA.

mehr ...

Investmentfonds

Warum Sie auf Small Caps setzen sollten

Nicht immer ist größer gleich besser. Wer in kleinere Unternehmen investiert, wird mit höheren Renditen belohnt, muss aber auch stärkere Schwankungen aushalten. Warum das so ist und wie Investoren davon profitieren können:  Teil sechs der Cash.-Online Reihe zum Thema Factor Investing Gastbeitrag von Erik Rubingh,  BMO Global Asset Management

mehr ...
23.10.2018

Brüssels Dilemma

Berater

Verkaufen nach Farben: Die Biostruktur-Analyse

Im Verkauf ist häufig von “grünen”, “roten” und “blauen” Kunden die Rede. Mit dieser sogenannten Biostruktur-Analyse lassen sich potentielle Abnehmer in drei grobe Kategorien einteilen. Die Vorteile dieses Systems erklärt der Vertriebstrainer und Gründer von OK-Training Oliver Kerner.

mehr ...

Sachwertanlagen

Agathon bringt Geier-Fonds für Biosgasanlagen

Die Agathon Kapitalverwaltung GmbH & Co. KG hat den Vertrieb ihres geschlossenen Spezial-AIF „Biopower Fonds 1“ gestartet. Er soll in bestehende Biosgasanlagen investieren und will dabei auch von den bisherigen Misserfolgen der Branche profitieren.

mehr ...

Recht

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...