22. März 2017, 07:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Dax-Allzeithoch beeindruckt Sparer nur bedingt

Seit der Trump-Wahl haben sich auch deutsche Aktien in einem enormen Tempo verteuert. Deshalb notiert der Dax mittlerweile nur noch wenige Prozentpunkte unter seinem historischen Hoch. Allerdings lässt dies einige Sparer immer noch kalt.

Der Rademacher-Kommentar

 in Dax-Allzeithoch beeindruckt Sparer nur bedingt

Tim Rademacher analysiert das Sparverhalten der deutschen Privatanleger

Für die meisten heimischen Anleger verliefen die letzten zwölf Monate weniger erfolgreich. Sie setzten weiterhin auf Spareinlagen und festverzinsliche Produkte, die selbst bei negativen Realzinsen immer noch stark gefragt sind. So fand das jüngste Anlagebarometer von Union Investment heraus, dass immer noch 73 Prozent aller Deutschen das Sparbuch nutzen. Dies ist schon verwunderlich, da nur elf Prozent der Umfrageteilnehmer angaben, diese Anlageform als attraktiv einzustufen. 42 Prozent aller privaten Investoren nahm Tagesgeld in Anspruch, was ebenfalls langfristig zu einem erheblichen Kaufkraftverlust führt.

Eine Entlastung der Sparer ist auch in den kommenden sechs Monaten kaum in Sicht. Immerhin sind 83 Prozent aller Befragten davon überzeugt, dass die Zinsen konstant bleiben oder sogar fallen. Hingegen rechnen 81 Prozent aller Finanzentscheider mit einer anziehenden Inflationsrate. Entsprechend dürfte der Handlungsbedarf der Deutschen bei der Geldanlege mittelfristig sogar noch weiter deutlich steigen.

Fondsbranche sieht großes Potenzial

Aufgrund dieser herausfordernden Rahmenbedingungen sind mittlerweile 43 Prozent davon überzeugt, ihr Geld in höher rentierliche Assets zu investieren. Damit zeigt sich, dass auch heimische Sparer langsam umdenken. Immerhin können sich 23 Prozent aller Deutschen grundsätzlich mit einem Fondssparplan als Basisanlage anfreunden, womit für die Fondsbranche noch ein riesiges Absatzpotenzial besteht.

Grundsätzlich bilden Aktien bei Fonds und entsprechenden Sparplänen die entscheidende Ertragskomponente. Kurzfristig gibt es hier zwar immer wieder mehr oder weniger starke Rücksetzer. Auf Dauer bietet diese Asset-Klasse dennoch üppige Renditen. So betrug der Wertzuwachs in den vergangenen drei Jahrzehnten immerhin gut acht Prozent per annum, womit nahezu jede andere Assetklasse übertroffen wird.

Weiterhin noch viel Potenzial für Aktien vorhanden

Der deutsche Leitindex steht mittlerweile kurz vor einem Test seines Allzeithochs. Seit der Lehman-Krise hat er sich sogar verdreifacht. Allerdings ist die Bewertung bei deutschen Standardwerten dennoch nicht teuer. So werden deutsche Unternehmen im Schnitt mit dem vierzehnfachen des jährlichen Nettogewinns gehandelt. Anders ausgedrückt, eine Aktie die 100 Euro kostet, erwirtschaftet rein rechnerisch immerhin einen Ertrag von 7,14 Euro. Zwar behält das Unternehmen davon einen Großteil des Geldes ein. Allerdings beträgt die Dividendenrendite bei vielen deutschen Standardwerten nicht selten 2,5 Prozent und mehr, weshalb diese Anlageform extrem attraktiv bleibt.

Gewaltige Kursprünge möglich

Wie spannend Aktien sein können, zeigt ein Blick auf die Performance-Listen der vergangenen Zwölf Monate. Immerhin legten 27 von 30 Anteilsscheinen im Dax zu, wobei Aktien wie Adidas mit einem Gewinn von 83 Prozent und Infineon mit einem Plus von 49 Prozent sehr gut abschnitten. Der schlechteste Titel im Dax büßte hingegen gerade einmal 17 Prozent ein. Noch schneller kann es bei erfolgreichen Nebenwerten zugehen, wobei Aktien wie Siltronic und MBB auf Jahressicht sogar um mehr als 250 Prozent zulegten.

Dank der niedrigen Zinsen dürfte sich die Hausse auch in den kommenden Quartalen fortsetzen. Kritisch würde es erst, wenn die EZB den Geldhahn zu schnell zudreht. Deshalb ist es weiterhin nicht zu spät Aktien zu erwerben. Anleger die sich mit dieser Thematik aber nicht hundertprozentig auskennen, sollten lieber zu Aktienfonds greifen. Diese werden von erfolgreichen Asset Managern gesteuert, die die Märkte permanent im Blick haben. Zudem sind Fonds in der Regel sehr breit gestreut. Dies schließt einen Totalverlust nahezu aus, der bei Einzelinvestments durchaus eintreten kann.

Tim Rademacher ist leitender Redakteur im Bereich Investmentfonds bei Cash. und analysiert die Geschehnisse am Kapitalmarkt direkt vom Finanzplatz Frankfurt aus.

Foto: Dirk Beichert

 

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Coronakrise: Wieder erste Erholung bei Beitragseinnahmen der Rentenkasse

In der Rentenkasse zeigt sich trotz der Corona-Krise eine erste Erholung. Es gehe bei den Einnahmen “aktuell wieder nach oben”, sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Im März und April habe es als Folge massiver Corona-Beschränkungen geringere Beitragseingänge gegeben.

mehr ...

Immobilien

Remote statt tot: Wie Digitalisierung dem Makler mehr Servicequalität verleiht

Die Chance in der Krise: Die aktuelle Corona-Situation zeigt, wie wichtig kompromisslose Digitalisierung auch für das klassische People-Business sein kann. Wohnungsbesichtigungen am Laptop, Exposés aus dem heimischen Arbeitszimmer, Beratung per Zoom-Call…Wie digital ist die Maklerlandschaft wirklich? Ein Kommentar von Sebastian Wagner, Gründer und CEO von Hausgold.

mehr ...

Investmentfonds

Wie reagieren die Märkte auf den sich verschärfenden US-Präsidentschafts-Wahlkampf?

Die Corona-Krise hat Präsident Trump in eine etwas schwierige Lage gebracht. Dies hat dazu geführt, dass seine Chancen auf eine Wiederwahl im November von einigen Beobachtern in Frage gestellt wird. Wenn man bedenkt, was Präsident Trump während seiner Amtszeit zugunsten des Unternehmenssektors bewirkt hat, gibt es in der Tat guten Grund zur Sorge, sollten einige der von ihm eingeführten Maßnahmen im Falle eines Biden-Sieges rückgängig gemacht werden. Aber ist es so einfach? Genauso wichtig ist es zu berücksichtigen, wie der Kongress aufgeteilt sein wird. Ein Kommentar von François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM

mehr ...

Berater

Steuerbetrug: Ein europäischer Wettbewerb

Deutschland verliert etwa 26 Prozent des erzielbaren Körperschaftsteueraufkommens durch Gewinnverschiebungen multinationaler Unternehmen. Forscher der Universitäten Berkeley und Kopenhagen haben herausgefunden, dass 2017 weltweit etwa 700 Milliarden US-Dollar an multinationalen Gewinnen in Steueroasen verschoben wurden. Die Statista-Grafik zeigt den geschätzten Anteil des gewonnenen oder verlorenen Körperschaftsteueraufkommens ausgewählter europäischer Länder für 2017.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance konzentriert institutionellen Vertrieb in der Schweiz

Die DF Deutsche Finance Capital Markets GmbH mit Sitz in Zürich verantwortet zukünftig das Capital Raising bei institutionellen Investoren. Kernaufgabe ist die Koordination und Durchführung der internationalen Distribution aller institutionellen Investitionsstrategien der Deutsche Finance Group.

mehr ...

Recht

Insolvenzen: Die Oktober-Welle abschwächen

Die Insolvenz-Zahlen für den April 2020 sagen nichts aus über die tatsächliche Zahlungsfähigkeit der Unternehmen in der Corona-Krise. Im Herbst steigt die Zahl der Insolvenzen voraussichtlich sprunghaft. Sicher kann der Staat nicht alle Firmen retten – und künstlich am Leben gehaltene Zombie-Firmen will niemand. Eine Insolvenzwelle würde aber auch den Bankensektor bedrohen. Anstelle von noch größeren Not-Krediten sollten die rückzahlbaren Liquiditätshilfen unter bestimmten Bedingungen in Zuschüsse umgewandelt werden.

mehr ...