20. März 2017, 07:10
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

73 Prozent aller Anleger setzen immer noch auf das Sparbuch

Die Fondsgesellschaft Union Investment hat zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Forsa erneut das Anlageverhalten in privaten Haushalten untersucht. Den Deutschen ist die aktuell schwierige Situation bei festverzinslichen Anlagen durchaus bewusst.

Giovanni-Gay750 in 73 Prozent aller Anleger setzen immer noch auf das Sparbuch

Giovanni Gay von Union Investment erläutert die Vorteile des Fondssparens

35 Prozent der Befragten halten es derzeit für attraktiv, Aktien beziehungsweise Fonds zu kaufen. Dennoch handeln sie nicht entsprechend. Zwei von fünf Anlegern (41 Prozent) geben ihr Geld lieber aus als es zu sparen. Andere glauben bereits an das Ende der Minizinsen. Sie setzen weiter auf traditionelle Sparformen und warten einfach ab. Dabei nehmen sie Vermögensverluste durch die Inflation in Kauf. Das sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

Sparbuch immer noch stark genutzt

Obwohl nur noch elf Prozent der Befragten das Sparbuch attraktiv finden, setzen knapp drei Viertel der Deutschen (73 Prozent) auf diese Anlageform. Ähnlich verhält es sich beim Tagesgeld. Lediglich jeder Fünfte (21 Prozent) stuft diese Anlage als attraktiv ein. Trotzdem wird sie von doppelt so vielen Sparern (42 Prozent) nachgefragt. Einzelne Anleger schöpfen offenbar wieder Hoffnung mit Blick auf die Zinsentwicklung in den kommenden sechs Monaten. Denn jeder Vierte interpretiert den jüngsten Zinsanstieg in den USA als Signal und erwartet auch hierzulande steigende Zinsen. Das sind elf Prozentpunkte mehr als im Vorquartal und damit der höchste Wert seit genau fünf Jahren. Von einem gleichbleibenden Zinsniveau gehen aktuell 58 Prozent aus im Vergleich zu 71 Prozent bei der letzten Erhebung. Mit fallenden Zinsen rechnen nur noch zwölf Prozent (letztes Quartal: 14 Prozent). “Anleger sollten sich von dem Zinsanstieg in den USA nicht täuschen lassen. Denn in Deutschland bleiben die Zinsen erstmal niedrig trotz gestiegener Inflationsrate. Ersparnisse auf  klassischen Anlageformen wie Sparbuch oder Tagesgeld verlieren dadurch unter dem Strich an Wert,” sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Eine zweiprozentige Teuerung führe über einen Zeitraum von zehn Jahren zu einem Verlust von
18 Prozent.

Die große Mehrheit rechnet mit einer zunehmenden Teuerung

Und gerade an der Preisfront erwarten die Befragten im kommenden halben Jahr keinerlei Entlastung: 81 Prozent gehen von einer steigenden Teuerungsrate aus. Davon rechnet sogar jeder Zwölfte (acht Prozent) mit stark steigenden Preisen. Ein gleichbleibendes Preisniveau erwarten dagegen 17 Prozent und fallende Preise lediglich zwei Prozent. “Anleger scheinen aktuell in einer Art Schockstarre zu verharren”, sagt Gay. Denn nur wenige sehen einen Grund angesichts der steigenden Inflation ihr Sparverhalten zu ändern: 80 Prozent geben an, dass sie ihr Spar- und Geldausgabeverhalten konstant halten. Dabei ist ihnen durchaus bewusst, dass ihr Geld bei steigenden Preisen einer Entwertung ausgesetzt ist. Den besten Schutz vor Inflation bieten ihrer Meinung nach Anlagen in Gold (59 Prozent), in Aktien (17 Prozent), aber auch in Investmentfonds (11,0 Prozent).

Seite zwei: Fondssparpläne für viele Anleger attraktiv

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Google: Die gefragtesten Versicherungsprodukte im ersten Quartal

Deutschen Verbrauchern stehen hunderte Versicherungsprodukte zur Verfügung um die perfekte Absicherung  für sich selbst zusammenzustellen. Welche dieser Produkte aktuell am gefragtesten sind, hat das Online-Marketingunternehmen Mediaworx untersucht.

mehr ...

Immobilien

Scheidung und Hausverkauf: Finanzielle Verluste vermeiden

Lassen sich Paare mit Immobilieneigentum scheiden, stehen sie vor der Frage, was mit dem Haus oder der Wohnung geschieht. Der Immobiliendienstleister McMakler gibt Tipps, welche Schritte Paare unternehmen sollten, um finanzielle Verluste zu vermeiden und zu einer sinnvollen Lösung zu kommen.

mehr ...

Investmentfonds

Die Volatilität ist zurück

Mit der Verunsicherung der Anleger bleibt auch die Volatilität an den Märkten. Doch Auslöser für die Schwankungen ist nicht allein Unsicherheit. Die Volatilität bleibt, aber das ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen und Anleger können sich zudem schützen.

mehr ...

Berater

Deutsche Bank: IT-Vorstand Kim Hammonds tritt zurück

Der Vorstandsumbau bei der Deutschen Bank geht weiter: Nach nur gut eineinhalb Jahren in der Topetage verlässt IT-Vorstand Kim Hammonds das größte deutsche Geldhaus, wie das Institut am Mittwochabend in Frankfurt mitteilte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Notartermin platzt – kein Schadensersatz

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit seinem Urteil vom 13. Oktober 2017 – AZ.: V ZR 11/17 – die Haftung eines potenziellen Verkäufers einer Eigentumswohnung bei einem geplatzten Notartermin nur in Ausnahmefällen bejaht.

Gastbeitrag von Oliver Renner, Rechtsanwälte Wüterich Breucker

mehr ...