1. Dezember 2017, 11:16
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche vergleichen Aktienanlage mit Casinobesuch

Fast die Hälfte der Deutschen würde sein Geld gerne in Aktien investieren, traut sich dies aber aus verschiedenen Gründen nicht zu. Dabei ist die Angst vor Kursverlusten weit höher als das tatsächliche Risiko, Geld zu verlieren. Was die Deutschen von der Investition in Aktien abhält:

Boerse-casino-gewinn-geld-verlust-spiel-shutterstock 165927365 in Deutsche vergleichen Aktienanlage mit Casinobesuch

46 Prozent der Deutschen halten die Geldanlage in Aktien so riskant wie den Einsatz der Investitionssumme im Casino.

In Deutschland zeigt sich ein Widerspruch. Laut dem Deutschem Aktieninstitut (DAI) besitzt nur etwa jeder siebte Bundesbürger Aktien oder Aktienfonds. Dagegen glauben 42 Prozent aller Erwachsenen, dass “eine Geldanlage an der Börse hochinteressant ist.” Unter Männern sind es sogar 51 Prozent (Frauen 34 Prozent). Das ist das Ergebnis einer neuen Fokusbefragung im Rahmen des Axa Deutschlandreport 2017.

Bei der Frage, welche Geldanlage langfristig die besten Chancen zum Vermögensaufbau bieten, würden die meisten Deutschen Aktienfonds nennen. 40 Prozent sagen laut der Umfrageergebnisse von sich selbst, dass sie gerne an der Börse anlegen würden, ihnen aber das Wissen dazu fehlt.

Mythen statt Fakten

Ein noch bedeutenderer Grund, warum die Deutschen die Aktienmärkte scheuen, könnte ihre Angst vor Volatilität sein. So würden 58 Prozent der Deutschen glauben, mit einer Geldanlage an der Börse “unkontrollierbare Risiken einzugehen.” Fast die Hälfte (46 Prozent) sei sogar der Meinung, dass die “Geldanlage an der Börse genauso riskant ist wie ins Spielcasino zu gehen.”

“Mythen statt Fakten dominieren die Vorstellung von der Börse, weshalb sich die Deutschen viele Chancen verbauen. Insgesamt hat die nun schon Jahre andauernde Niedrigzinsphase aber offenbar ein Umdenken in Deutschland eingeleitet. Nur die Umsetzung der Erkenntnis hakt noch”, sagt Dr. Patrick Dahmen, verantwortlich für das Lebensversicherungsgeschäft im Vorstand des Axa Konzerns.

Verlustrisiken werden überschätzt

Fast die Hälfte aller Bundesbürger schätzt laut Axa die Wahrscheinlichkeit auf mindestens 50 Prozent, für Aktien an der Börse auch nach 20 Jahren Anlagedauer weniger zu bekommen, als investiert wurde.

Doch nach Angaben des DAI hat es seit 1965 noch nie einen einzigen 20-Jahres-Zeitraum mit Verlust für ein Portfolio mit DAX-Aktien gegeben. In der Regel seien die Renditen deutlich über der Inflationsrate und sogar oft zweistellig gewesen.

Nach einem weiteren Ergebnis der Axa Fokusbefragung ist die Mehrheit aller Deutschen (54 Prozent) bereit, an der Börse dann zu investieren, wenn es eine Garantie für das eingesetzte Kapital gibt. Jeder Dritte sei aber nicht bereit, für eine solche Garantie etwas zu bezahlen.

61 Prozent glauben an Glück als Kriterium für Anlageerfolg

Als wichtigstes Kriterium für gute Anlageergebnisse nennen die Befragten “ein gutes Anlageprodukt”. 85 Prozent halten das für “sehr wichtig” oder “wichtig”. An zweiter Stelle steht “Geduld” (83 Prozent). An “Glück” glauben bundesweit 61 Prozent. 30 Prozent der über 55-Jährigen stufen Glück sogar als “sehr wichtig” für gute Anlageergebnisse ein. Unter den 18- bis 24-jährigen teilen nur 15 Prozent diese Einschätzung. Generation Z zeigt sich in Punkto Geldanlage demnach um einiges rationaler.

Der Themenfokus “Anlageverhalten der Deutschen 2017” wurde im Rahmen des Axa Deutschland-Report zu Ruhestandsplanung und -management durch insgesamt 2.103 Online-Interviews erhoben. Die Befragung wurde im Oktober 2017 in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Yougov durchgeführt. (kl)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...