Anzeige
21. März 2017, 06:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Globale Anleihen sind ein Muss

Das Italien-Referendum, der Brexit sowie die US-Wahl lösten nur kurzfristige Schockwellen an den Märkten aus. Dennoch sollten die Anleiheinvestoren politische Risiken keinesfalls vernachlässigen. Gastkommentar John Taylor, Alliance Bernstein

KTaylor-John AB-Kopie in Globale Anleihen sind ein Muss

Taylor John hält globale Anleihen für einen wichtigen Portfoliobaustein.

Beim Brexit darf die Entwicklung in Schottland nicht aus dem Auge verloren werden. Die dortige Regierung will ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum. Wenngleich dieser Prozess sich noch lange hinziehen wird, ist das Ergebnis völlig unklar. Doch Fakt ist: Wie auch beim Ablauf der Brexit-Verhandlungen wird viel von der Politik abhängen.

Sorgen um möglichen Frexit

Eine weitaus dringlichere Sorge ist der potenzielle Austritt Frankreichs aus der EU – der sogenannte “Frexit“. Die Kandidatin der rechtspopulistischen Front National, Marine Le Pen, liegt in den Umfragen vorn und dürfte die erste Runde am 23. April voraussichtlich für sich entscheiden. Sie hat angekündigt, Frankreich aus der Eurozone zu führen. Sollte Le Pen darüber hinaus auch im zweiten Wahlgang siegen, ist ein Frexit dennoch keineswegs sicher, denn in der Nationalversammlung dürfte der Front National die dafür notwendige Mehrheit verfehlen. Sollte dies entgegen den Erwartungen doch geschehen, wird es sehr wahrscheinlich ein Frexit-Referendum geben. Das französische Volk entscheidet dann selbst über diesen tiefgreifenden Einschnitt.

Angesichts der schwankenden Umfrageergebnisse im vergangenen Jahr erscheint es wahrscheinlich, dass die Anleger nervöser werden, je näher der Wahltermin rückt. Wir erwarten daher, dass der Renditeaufschlag (Spread) für französische Anleihen gegenüber deutschen Papieren bis zum ersten Wahlgang steigt. Als fast sicher gilt, dass Le Pen die zweite Runde erreicht. Jedoch rechnen wir damit, dass entweder Emmanuel Macron oder François Fillon die Rechtspopulistin im entscheidenden zweiten Wahlgang besiegen wird. Daher dürften die Spreads zwischen den Wahlrunden volatil sein, siegt einer der etablierten Kandidaten werden sie jedoch rasch wieder auf gewohnte Niveaus zurückgehen.

Le Pen bedeutet höheres Risiko – auch für Anleiheinvestoren

Sollte aber Le Pen die zweite Runde gewinnen, könnten sich die Spreads auf die Niveaus von 2012 oder sogar darüber hinaus ausweiten. Daraufhin würden sich mehrere dringliche Fragen stellen: Hat die Front National die nötigen Sitze, um Le Pens Politik im Parlament durchzusetzen? Wird es ihr gelingen, die französischen Staatsschulden in Franc umzuwandeln? Wird es zu einer Bankenpanik in Frankreich kommen? Diese Unsicherheiten erschweren die Vorhersage von Umfang und Dauer einer drohenden Kapitalmarktbaisse.

Auch wenn, wie erwartet, Macron oder Fillon als nächster Präsident Frankreichs ernannt wird, könnte es schon bald Turbulenzen geben. Dann wird sich das Augenmerk auf die Europäische Zentralbank (EZB) richten. Sowohl Wachstum als auch Inflation in Europa tendieren weitgehend positiv, und so sind die konjunkturellen Grundlagen für die EZB gegeben, ihr Quantitative Easing (QE) Kaufprogramm Ende 2017 oder Anfang 2018 zurückzufahren. Betrachtet man das Verhältnis von US-Treasuries zu Bundesanleihen vor Auflegung des EZB-QE-Programms, lässt sich schließen, dass die Bund-Renditen ohne QE um rund 100 Basispunkte höher wären. Ein Ende von QE könnte somit einen gewissen Schock auslösen. Daher wird die EZB behutsam vorgehen müssen, da ein plötzliches Ende der Stützung europäischer Staatsanleihen eine neuerliche Schuldenkrise heraufbeschwören könnte.
Europäische Risiken durch Globalisierung abmildern

Globale Zinspapiere gut zur Diversifikation geeignet

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Franke und Bornberg: Die besten Kfz-Tarife 2018

Die Ratingagentur Franke und Bornberg hat für das diesjährige Kfz-Rating 2018 insgesamt 253 Tarife und Tarifkombinationen von 73 Versicherern nach 61 Kriterien verglichen. Das Ergebnis: Die Tarife werden immer besser, Innovationen sucht man jedoch vergeblich.

mehr ...

Immobilien

USA: NAHB-Hausmarktindex fällt auf tiefsten Stand seit August 2016

Die Lage am US-Häusermarkt hat sich im November merklich eingetrübt. Der NAHB-Hausmarktindex sei um acht Punkte auf 60 Punkte gefallen, teilte die National Association of Home Builders (NAHB) in Washington mit.

mehr ...

Investmentfonds

PRIIPs: Zoff der BaFin mit Europa

Die BaFin lehnt den Vorschlag der europäischen Aufsichtsbehörden für eine Modifikation der Vorschriften für verpackte Anlage- und Versicherungsprodukte (PRIIPs) brüsk ab. Stattdessen fordert die deutsche Behörde eine umfassende Revision der PRIIPs-Verordnung – “und zwar zügig”.

mehr ...
19.11.2018

Erster Hanf-Fonds

Berater

Wirecard erwartet auch 2019 kräftigen Gewinnanstieg

Der Zahlungsabwickler Wirecard ist wegen des Booms im Onlinehandel auch für das kommende Jahr optimistisch. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde 2019 in einer Bandbreite von 740 bis 800 Millionen Euro erwartet.

mehr ...

Sachwertanlagen

Nur Augenhöhe wird erneut nicht reichen

Der Verband ZIA hat die Vorgaben des früheren BSI für Performanceberichte der Fondsanbieter als Verbandsstandard aufgehoben. Er wiederholt damit womöglich einen Fehler, den die Branche schon bei den Prospekten gemacht hat. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Wirbel um Krankenkassen-Klagen geht weiter – gegenseitige Kritik

Angesichts der Klagewelle um Behandlungskosten haben sowohl Vertreter der Kliniken als auch die Seite der Krankenkassen ihr Vorgehen verteidigt. Der Klageweg sei in einem Rechtsstaat nicht verwerflich, teilte am Freitag die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland in Eisenberg mit.

mehr ...