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2. Januar 2017, 10:12
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Globales Wachstum zieht wieder an

Nach vielen politischen Ereignissen im vergangenen Jahr steht die Weltwirtschaft nun auf einem Scheideweg. Merck Finck meint aber, dass die Chancen für eine Belebung der Wirtschaft gut stehen.

Robert-Greil Chefstratege-Merck-Finck-Co-Kopie in Globales Wachstum zieht wieder an

Robert Greil sieht gute Perspektiven für die Weltwirtschaft im Jahr 2017.

Makroökonomischer Ausblick

“Trotz einer Vielzahl von Risiken ist unser Ausblick für 2017 positiv. Wir gehen auf Basis vielversprechender Frühindikatoren, wachstumsfördernder Pläne etwa in den USA und weiter leicht anziehender Rohstoffpreis- und Inflationstrends davon aus, dass die Geschwindigkeit des weltweiten Wachstums in den kommenden zwölf Monaten moderat zunimmt”, sagt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, anlässlich der Vorlage des “Globalen Investmentausblicks 2017”. Greil sieht drei Kernrisiken, die das erwartete Szenario 2017 beeinflussen könnten: das Erstarken des Populismus in Europa, ein potentieller Einbruch am Anleihenmarkt und ein oder mehrere größere Cyber-Angriffe.

Zu den verbreiteten Sorgen angesichts der Folgen der Globalisierung kommen die Umwälzungen hinzu, die durch die zunehmende Digitalisierung, vor allem durch mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Roboter, ausgelöst werden. Studien des Weltwirtschaftsforums und der Universität Oxford prognostizieren, dass durch neue Technologien und die Automatisierung weltweit Millionen von Arbeitsplätzen wegfallen und sogar ganze Industriezweige wegbrechen könnten. Zudem droht der vermehrte Einsatz von Robotern in Industrieländern die traditionellen Lohnkostenvorteile von Entwicklungsländern auszuhöhlen, warnte kürzlich die UN. “Das sind die Zeichen unserer Zeit: Das digitale Zeitalter verschärft Einkommensungleichheiten, und gleichzeitig wird durch populistische Parteien denjenigen eine Stimme gegeben, die sich solchen Trends widersetzen”, kommentiert Greil.

Investment-Ausblick

Die Digitalisierung ist es auch, die die weltweite Geschäftslandschaft weiterhin neu formt – und den Ausblick für Aktien bestimmt. Die traditionellen Geschäftsmodelle sind unter Druck und laufen Gefahr, nicht mehr zu greifen. An ihre Stelle treten mächtige neue Modelle, die agiler und letztendlich rentabler sind, weil sie mit deutlich weniger Ressourceneinsatz erheblich effizienter funktionieren.

“Insgesamt betrachtet ist es zwar unwahrscheinlich, dass 2017 ein herausragendes Jahr für Aktien sein wird. Aber dank etwas mehr Wachstum bei ausreichender Liquidität und aufgrund des Mangels an lukrativen Anlagealternativen dürfte einer leicht positiven Performance nicht allzu viel im Wege stehen”, so Greil. Merck Finck gehe davon aus, dass die Aktienmärkte insgesamt im mittleren einstelligen Prozentbereich anziehen werden. Die Anleger sollten mit höheren Schwankungen rechnen, wodurch sich aber auch Chancen ergäben, vor allem kurzfristig. Neben einer Reihe bevorzugter Aktienbranchen, Teilsektoren und -bereiche, setze die Bank besondere Hoffnung in rohstoffexportierende Schwellenländer.

Angesichts des hochvolatilen Umfelds sollten sich Anleiheninhaber auf ein schwieriges Jahr 2017 einstellen, zumal „Trumponomics“ nahezu mit Sicherheit zu steigenden Renditen führen wird. “Der Ausblick für Anleihen ist wenig erbaulich; inflationsgeschützte Papiere bleiben attraktiv, vor allem angesichts der Inflationserwartungen in den USA, wo wir mit mindestens zwei Zinsanhebungen durch die Fed im Jahr 2017 rechnen”, kommentiert Greil.

In einer Zeit, in der sich die Zinsniveaus noch immer extrem niedrig sind, sehen die Anleger Aktien zunehmend als einzige echte Option. Sie sollten jedoch auch die Diversifizierungsvorteile alternativer Anlageformen im Auge haben. Aufgrund ihrer oft begrenzten Korrelation zu traditionellen Anlageklassen sind sie in diesem volatilen Umfeld attraktiv. “Die Anlage eines Teils eines diversifizierten Portfolios in eine Kombination aus beispielsweise Rohstoffen inklusive Gold und Absolute-Return-Strategien sollte Anlegern helfen, mögliche Untiefen besser zu umschiffen”, sagt Greil.

Nach fünf Jahren des stetigen Preisverfalls bei Rohstoffen und einer starken Branchenkonsolidierung stehen die Zeichen jetzt auf Trendwende. Da Angebot und Nachfrage langsam wieder im Einklang kommen, ist der Ausblick für 2017 leicht positiv. Bei den Währungen ist der Ausblick von Merck Finck für den Euro zum US-Dollar neutral, während sich rohstoffgebundene Währungen im Jahr 2017 weiter erholen sollten. (tr)

Foto: Merck Finck

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