Anzeige
Anzeige
29. November 2017, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Hans-Werner Sinn: “Minderheitsregierung wäre die bessere Alternative”

Nach den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen wirkt eine Fortsetzung der Großen Koalition immer wahrscheinlicher. Doch eine, im Zuge einer Minderheitsregierung, vom Bundestag gezügelte Angela Merkel wäre besser für Deutschland, sagt Hans-Werner Sinn.

Hans-Werner Sinn: Minderheitsregierung wäre die bessere Alternative

Hans-Werner Sinn: “Frankreichs Präsident Macron will die Euro-Zone zu mehr Staatlichkeit verdichten.”

Laut dem ehemaligen Präsidenten des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung Hans-Werner Sinn waren es die finanziellen Interessen seiner “europäischen Freunde”, die SPD-Chef Martin Schulz zum Sinneswandel bezüglich einer Großen Koalition brachten.

“Als noch die Jamaika-Koalition verhandelt wurde, sahen die Freunde von Martin Schulz ihre Felle davonschwimmen. Im Erfolgsfall hätte eine solche Koalition nämlich das Finanzministerium der FDP zugesprochen”, erklärt Sinn in einem Gastkommentar für das Handelsblatt.

Die FDP habe die Abschaffung des fiskalisierten Rettungsfonds ESM gefordert, dem viele französische und spanische Banken ihr Überleben verdanken und von dem Frankreich noch viel mehr erwarte.

Schwarz-Rot in Macrons Interesse

“Es passt in das Bild, dass Christian Lindner, wie die ‘Süddeutsche Zeitung’ schrieb, die Koalitionsverhandlungen abgebrochen hat, nachdem es ihm nicht gelungen war, wenigstens die von Macron geforderte Ausweitung des ESM zu einem europäischen Transfersystem zu verhindern”, so Sinn weiter.

Eine Fortsetzung der Koalition zwischen Union und SPD eröffne dem französischen Staatspräsidenten nun neue Chancen an deutsches Geld zu kommen und seine Pläne für eine, zu mehr Staatlichkeit verdichteten Euro-Zone umzusetzen.

Dafür verlange er ein eigenes Euro-Budget mit einer Euro-Steuer und Euro-Bonds. “Mit dieser Strategie soll es gelingen, Frankreichs mediterranes Hinterland in die neue Transferunion einzubringen”, meint Sinn.

Konflikt mit deutschen Interessen

Zugleich solle ein erheblicher Teil der nord- und osteuropäischen Länder abgespalten werden, für die eine Euro-Mitgliedschaft auf absehbare Zeit nicht in Frage komme.

Laut Sinn wäre das jedoch nicht in bestem Interesse Deutschlands: “Das sind aber gerade jene Länder, mit denen Deutschland kulturell und wirtschaftlich besonders eng verbunden ist.”

Eine Wiederholung der Großen Koalition berge die Gefahr, dass sich der Bundestag im Namen des europäischen Einigungsprojektes zur Akklamation einer solchen Spaltungsaktion bewegen lasse.

Seite zwei: Die Vorteile einer Minderheitsregierung

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Ab dem 22. November im Handel.

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Versicherungen

Studie: DSGVO verunsichert Assekuranz

Ein positives Kundenerlebnis, Kundenzufriedenheit und Kundenkommunikation werden für die Versicherer immer wichtiger. 70 Prozent intensivieren ihre Bemühungen, weil die Ansprüche der Kunden steigen. Eine große Rolle spielen dabei Kundendaten. Bis heute weiß aber jeder zweite Versicherer (50 Prozent) noch nicht, wie stark die Auswirkungen der DSGVO auf den operativen Betrieb sind. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Quadient Germany unter Versicherungsunternehmen.

mehr ...

Immobilien

Umsatz in der Bauindustrie wächst weiter kräftig

Der Immobilienboom und der Ausbau der Verkehrsnetze bescheren der Bauindustrie weiter gute Geschäfte. Im September stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe kräftig um 6,0 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum.

mehr ...

Investmentfonds

May sagt Abstimmung über Brexit-Deal ab

Die britische Premierministern Theresa May hat die für morgen (Dienstag) geplante Abstimmung des Parlaments über das Brexit-Abkommen abgesagt. Das berichtet die Nachrichtenagentur “Reuters”. Oppositionsführer Jeremy Corbyn kritisierte, Großbritannien habe “keine funktionierende Regierung mehr”.

mehr ...

Berater

Fintechs: Frankfurt fällt zurück – Berlin und München vorn

Die Bankenstadt Frankfurt fällt trotz aller Bemühungen für mehr junge Finanzfirmen hinter die Konkurrenz zurück. So heißt es in einer Studie der Bank Comdirect, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

mehr ...

Sachwertanlagen

Anselm Gehling scheidet als CEO der Dr. Peters Group aus

Anselm Gehling (51), Chief Executive Officer der Dr. Peters Group in Dortmund, verlässt am Jahresende 2018 das Unternehmen und gibt zeitgleich alle Geschäftsführungspositionen ab. Die Nachfolgerin stammt aus der Familie Salamon. 

mehr ...

Recht

Einheitlicher Einbau von Rauchmeldern zulässig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Wohnungseigentümer bei Bestehen einer landesrechtlichen Pflicht den Einbau und die Wartung von Rauchmeldern in allen Wohnungen auch dann wirksam beschließen können, wenn dadurch Wohnungen einbezogen werden, deren Eigentümer bereits Rauchmelder angebracht haben (Az.: V ZR 273/17).

mehr ...