24. Juli 2017, 12:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Saudi-Arabien auf dem Weg zum Schwellenland

In Saudi-Arabien wird in Kürze eine der größten börsennotierten Gesellschaften der Welt entstehen. Indexorientierte Anleger, die in Schwellenmärkte investieren wollten, müssen das Land künftig stärker in den Fokus nehmen, sagt Charles Sunnucks, Jupiter Asset Management. 

Jupiter AM Charles Sunnucks-Kopie in Saudi-Arabien auf dem Weg zum Schwellenland

Charles Sunnucks, Jupiter Asset Management: “Anleger sollten selektiv vorgehen.”

Saudische Unternehmen sind an der landeseigenen Börse Tadawul notiert, aber bisher in keinem der globalen MSCI Indizes für Industrieländer, Schwellen- oder Frontier-Märkte vertreten. In Bezug auf Indizes befinden sie sich also quasi im Niemandsland und werden von den meisten Anlegern übersehen. Dies dürfte sich jedoch bald ändern. Am 20. Juni 2017 gab der Indexanbieter MSCI das Ergebnis seiner jährlichen Neuklassifizierung der Märkte bekannt, bei der Saudi-Arabien auf die MSCI Emerging Markets Watchlist aufgenommen wurde. Infolge dieser Entscheidung ist das Land nun auf dem besten Wege, um im Juni 2018 offiziell von MSCI den Status eines Schwellenmarkts zu erhalten und ab 2019 als solcher in den Handel einzusteigen.

Die Entwicklung zum Schwellenmarkt

Saudi-Arabien blickt auf eine reiche Geschichte zurück. Doch eine Börse wurde in dem Land erst 1987 eröffnet und ausländische Anleger dürfen erst seit 2015 im Rahmen des restriktiven QFI-Programms (Qualified Foreign Investor) in Wertpapiere investieren, die dort notiert sind. Allerdings hat die Kapitalmarktreform in Saudi-Arabien im Zuge der politischen Bemühungen, die Wirtschaft und deren Finanzierungsquellen zu diversifizieren, an Fahrt aufgenommen. So führten die Aufsichtsbehörde und die saudi-arabische Wertpapierbörse Tadawul in den letzten zwei Jahren eine ganze Reihe von Marktreformen ein. Unter anderem wurden die Beschränkungen für ausländische Beteiligungen von 20 Prozent auf 40 Prozent angehoben, Wertpapierleihe und Leerverkäufe zugelassen und das Registrierungsverfahren für Ausländer erleichtert. Mit all diesen Maßnahmen verfolgt Saudi-Arabien das Ziel, mehr ausländisches Kapital ins Land zu holen. Dieses Bestreben dürfte nun durch die Aufnahme in den MSCI-Schwellenmarktindex kräftige Unterstützung erhalten.

Ausländisches Eigentum derzeit unter zwei Prozent

Eine Aufnahme in den MSCI-Schwellenmarktindex dürfte Mittelzuflüsse von über 35 Milliarden US-Dollar mit sich bringen. Saudi-Arabien wäre dann das siebtgrößte Land im Schwellenmarktindex. Dies würde signifikante Auswirkungen auf einen Markt haben, in dem das ausländische Eigentum derzeit noch unter zwei Prozent liegt. Das Gewicht von Saudi-Arabien im Index könnte außerdem rasch zunehmen, wenn die saudi-arabische Erdölfördergesellschaft Aramco – das Kronjuwel unter den Konzernen des Landes – wie erwartet 2018 an die Börse geht. Die Bewertungen des Unternehmens fallen sehr unterschiedlich aus. Am oberen Ende liegt Saudi-Arabiens eigene, sehr ambitionierte Schätzung von zwei Billionen US-Dollar, die doppelt so hoch ist wie die für Apple, dem derzeit größten börsennotierten Konzern der Welt.

Seite zwei: Indexaufnahme als Stützpfeiler der ambitionierten Reformagenda

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Unwetterschäden an Autos und Häusern bisher bei 1,3 Milliarden Euro

Unwetter haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres Versicherungsschäden in Höhe von 1,3 Milliarden Euro an Wohnhäusern und Fahrzeugen angerichtet. “Gerade in Süddeutschland hatten Hagelkörner für viele Blechbeulen und Glasbruch gesorgt”, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag mit.

mehr ...

Immobilien

Kriminelle nutzen Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Berlin für schweren Betrug

Angesichts einer neuen Betrugsmasche warnt der Mieterbund in der rbb-Sendung SUPER.MARKT davor, Kautionen oder Abstandszahlungen bereits vor Beginn des Mietverhältnisses zu leisten. Beides “zahlt man immer erst beim Einzug. Bloß keine Vorkasse akzeptieren”, betont Reiner Wild vom Berliner Mieterverein gegenüber dem Verbrauchermagazin des rbb.

mehr ...

Investmentfonds

NordLB: Finanzspritze verzögert sich – Umsetzung erst im 4. Quartal

Die Rettung der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank (NordLB) mit einer vereinbarten Milliarden-Finanzspritze verzögert sich. Wie das Institut am Donnerstagabend in Hannover mitteilte, kann die bisher für das 3. Quartal geplante Umsetzung der Kapitalmaßnahmen erst im 4. Quartal dieses Jahres erfolgen.

mehr ...

Berater

Studie zur IAA: Deutsche Twitter-Nutzer sind echte Autofans

Immer öfter beginnt die Suche nach einem fahrbaren Untersatz nicht im Autohaus, sondern auf Twitter. Hier tummeln sich Deutschlands Autofans, um sich über die neuesten Modelle zu informieren und auszutauschen. Zur Verdeutlichung: 62 Prozent der deutschen Twitter-Nutzer wollen stets über alle News der Autobranche auf dem Laufenden bleiben.

mehr ...

Sachwertanlagen

Speziell für Stiftungen und institutionelle Anleger: Vollregulierter Zweitmarktfonds mit günstigem Risikoprofil

Die Bremer Kapitalverwaltungsgesellschaft HTB Fondshaus bringt nach einer Reihe von Publikums-AIF erstmals einen Spezial-AIF für Stiftungen und institutionelle Anleger heraus. Neben sogenannten semiprofessionellen Anlegern können sich auch institutionelle Investoren ab einer Summe von 200.000 Euro am Spezial-AIF beteiligen.

mehr ...

Recht

4,9 Millionen Ermittlungsverfahren: Jedes Dritte betraf 2018 Vermögens- und Eigentumsdelikte

Im Jahr 2018 schlossen die Staatsanwaltschaften in Deutschland 4,9 Millionen Ermittlungsverfahren in Strafsachen ab. Das waren rund 81 000 beziehungsweise 1,7 % mehr als 2017. Die Ermittlungsverfahren wurden überwiegend von Polizeidienststellen an die Staatsanwaltschaften übergeben (81,6 %), teilt das Statistische Bundesamt mit.

mehr ...