20. November 2017, 14:59
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Warnung vor Diekmanns “Zukunftsfonds”

Am Donnerstag wurden die Pläne von Kai Diekmann und Leonhard Fischer bekannt, einen “Zukunftsfonds” aufzulegen. Nun melden sich erste Kritiker, die bezweifeln, dass Diekmann und Fischer sich an ihre Versprechen gegenüber Anlegern halten können.

 in Warnung vor Diekmanns Zukunftsfonds

Kai Diekmann, ehemaliger Chefredakteur und Herausgeber der “Bild-Zeitung”, ist das Gesicht des Zukunftsfonds.

Kai Diekmann, der ehemalige Herausgeber und Chefredakteur der Bild-Zeitung hat gemeinsam mit Banker Leonhard Fischer einen “Zukunftsfonds” aufgelegt. Der Mischfonds verspricht dem typischen Sparbuchanleger zwei bis vier Prozent Rendite bei niedrigem Risiko und geringen Gebühren von 1,4 Prozent.

Nun melden sich erste Kritiker wie Daniel Saurenz, Co-Chef des Investmentportals Feingold und ehemals Redakteur bei der “Financial Times Deutschland”. In einem Interview mit “Meedia.de” bezweifelt er, dass Diekmann und Fischer ihr Versprechen halten können. “Das Timing für die Auflage eines Mischfonds scheint – betrachtet man den Renten- und Aktienmarkt – sportlich.”

Falscher Zeitpunkt und hohe Renditeversprechen

Gerade jetzt sei das Risiko hoch, dass die Aktienkurse sinken und damit der Fonds an Wert verlieren würde, risikolos sei das Produkt also nicht. “Im Grunde liegt der risikolose Zins bei null. Das heißt: Wenn ein Anleger heutzutage eine Rendite erzielen will, muss er ein gewisses Risiko eingehen. Deswegen bin ich gespannt, in welche Anlagen Diekmann und sein Kompagnon Leonhard Fischer investieren wollen”, sagt Saurenz.

Vor fünf oder zehn Jahren wäre ein besserer Zeitpunkt gewesen, damals seien die Zinsen auch schon niedrig gewesen und der Dax habe bei 9.000 statt 13.000 Punkten gelegen.

“Der deutsche Anleger gilt als leichtgläubig”

Skeptisch ist Saurenz auch, weil Mischfonds nicht für niedrige Gebühren bekannt seien, im Gegenteil. Zudem sei das angestrebte Fondsvolumen von 20 Milliarden Euro sehr ambitioniert. Der größte Mischfonds, der zurzeit auf dem deutschen Markt ist, habe Jahrzehnte gebraucht, um sich zu etablieren und ein Volumen von 15 Milliarden Euro zu erreichen.

Doch sei es dennoch wahrscheinlich, dass der Vertrieb des Fonds erfolgreich ist. “Der deutsche Anleger gilt als leichtgläubig. Daher gibt es ja den Begriff des German Stupid Money”, antwortet Saurenz auf die Frage, ob deutsche Sparer den “Zukunftsfonds” kaufen werden, und erinnert an geschlossene Medienfonds und offene Immobilienfonds.

“Vielleicht ist Herr Diekmann gerade auf solch German Stupid Money aus”, so Saurenz. Noch wisse man nicht, welche Anleger Diekmann ansprechen will, eventuell seien es seine ehemaligen Leser. “Hier hat er vielleicht Chancen, mit platten Renditeversprechen, viele Menschen in seine Fondsanlage zu locken”, sagt Saurenz. (kl)

Foto: Axel Springer/Reto Klar

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Einnahmen der Rentenversicherung trotz Corona gestiegen

Die Deutsche Rentenversicherung kommt nach eigenen Angaben finanziell bisher gut durch die Corona-Krise. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres seien die Beitragseinnahmen weiter leicht gestiegen, teilte ein Sprecher mit.

mehr ...

Immobilien

Grüne: Läden sollen wegen Corona Mieten neu aushandeln dürfen

Kleine Geschäfte und Selbstständige sollen bei schweren Einschränkungen in der Coronakrise nach Ansicht der Grünen ihre Mieten neu aushandeln dürfen.

mehr ...

Investmentfonds

Kretschmann bezweifelt schnellen Siegeszug des E-Autos

Vielen geht die Wende hin zur Elektromobilität aus Klima-Gründen längst nicht schnell genug. Der Grünen-Politiker Kretschmann hat dagegen keine Eile. Ganz im Gegenteil

mehr ...

Berater

Project: Vertriebs-Chef wird Holding-Vize

Mit Wirkung zum 21. September 2020 ist Alexander Schlichting (45) vom Aufsichtsrat der Project Beteiligungen AG zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Holdinggesellschaft der Project Investment Gruppe ernannt worden. Der Holding-Vorstand wird damit von zwei auf drei Mitglieder erweitert.

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...