Anzeige
16. November 2017, 07:51
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Warum Fusionen bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen meist erfolgreich sind

Um ihre Wettbewerbsposition zu verbessern, erwägen immer mehr Sparkassen und Genossenschaftsbanken einen Zusammenschluss mit anderen Instituten. Die erhofften Ziele werden von den meisten Geldhäusern auch zum Großteil erreicht, zeigt die “Fusionen-Studie 2017” der Unternehmensberatung Berg Lund & Company.

Banken in Warum Fusionen bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen meist erfolgreich sind

Bank-Fusionen verbessern in den meisten Fällen die Marktposition.

Von einer Fusion erhoffen sich Regionalbanken vor allem eine bessere Bewältigung regulatorischer Vorschriften, sinkende Kosten und Fortschritte bei der Digitalisierung. Befragte aus Instituten, die diesen Schritt bereits gegangen sind, können diese Erwartungen nur bestätigen: Knapp drei Viertel geben an, regulatorischen Anforderungen nun wirksamer zu begegnen. Zwei Drittel gelang es, Kosten zu senken. Mit der Bewältigung der Digitalisierung sind nach vollzogener Fusion fast alle Geldhäuser zufrieden. Auch in Bezug auf die Verbesserung der Marktposition konnten fast alle Institute ihre Fusionsziele erreichen. Zwei Drittel konnten zudem wie geplant ihre Eigenkapitalquote erhöhen und Erträge steigern. Den schlechtesten Grad der Zielerreichung gibt es in Bezug auf das Auffangen der anhaltenden Niedrigzinsphase. Nur ein Viertel bewertete das Ergebnis nach der Fusion als mindestens “in Ordnung”.

Drei Faktoren bestimmen den Erfolg

Insgesamt verlockende Aussichten, doch nicht jede Fusion führt automatisch zum gewünschten Erfolg, wie aktuelle Beispiele zeigen. Aus der Studie lassen sich drei wesentliche Erfolgsfaktoren ableiten, bei denen zwischen Relevanz und Umsetzung die größten Lücken klaffen: “Am wichtigsten ist es, Veränderungsprozesse gezielt und professionell zu steuern, denn für die Mitarbeiter ist eine Fusion ein bedeutungsvolles Ereignis”, erklärt Fusionsexperte Dr. Ingo Garczorz von Berg Lund & Company. Bei drei von zehn Fusionen hapert es ausgerechnet in diesem wichtigsten Punkt. Zweitwichtigster Erfolgsfaktor ist die zügige und konsequente Standardisierung, also die Faktor ist Vereinheitlichung interner Prozesse und Standards.

Klare Vorgaben oft Fehlanzeige

“Die Organisation braucht von vornherein klare Vorgaben, wie sie weiterarbeiten soll”, sagt Garczorz. Das wird laut Studie bei der Hälfte aller Fusionen nicht richtig bedacht. Weiter kommt es auf eine schnelle Besetzung der Führungspositionen in der neuen Organisation an. Machtgerangel und Spekulationen werden so vorgebeugt. Die neue Führung gestaltet die Zukunft des Gemeinschaftsinstituts von Beginn an mit, die Mitarbeiter haben gleich “Köpfe”, an denen sie sich orientieren können und die sie für den neuen Weg motivieren. In mehr als 40 Prozent der Fälle erfolgt die Berufung der Führungskräfte im Zuge einer Fusion noch nicht optimal.

Banken, die bisher noch keine Fusion eingegangen sind, sehen die Realisierung von Synergien als eine sehr große Herausforderung einer Fusion an. “Die ergeben sich allerdings schnell, da hier im gesamten Fusionsprozess die größte Priorität draufgelegt wird”, so Garczorz. (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Autonomes Fahren: Deutsche wollen das Steuer (noch) nicht aus der Hand geben

Autonom fahrende Autos und LKW sind derzeit in der Erprobung und sie werden in nicht allzu ferner Zukunft auch auf den Straßen zu sehen sein. Für sinnvoll halten die Deutschen die neue Technik – gerade bei älteren Autofahrern sowie im Güterfernverkehr.

mehr ...

Immobilien

Raus aus der Stadt: Immobilienkäufer suchen verstärkt im Umland

In den deutschen Metropolen ist bezahlbarer Wohnraum immer schwieriger zu finden. Immer mehr Immobilienkäufer weichen daher nach einer Analyse von Immowelt in die Speckgürtel aus, da dort die Preise noch niedriger sind. Am stärksten zeige sich diese Entwicklung in Berlin, Stuttgart und Frankfurt.

mehr ...

Investmentfonds

Deutlicher Konjunkturabschwung in 2019

Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2018 wird die Weltwirtschaft langsamer wachsen, davon ist das Feri Institut überzeugt. Obwohl Deutschland eine Sonderstellung habe, komme es auch hier zum Abschwung. Warum sich die Konjunktur abkühlen wird:

mehr ...

Berater

Frankfurter Volksbank sieht sich durch weitere Fusionen gestärkt

Die Frankfurter Volksbank sieht sich durch zwei weitere Fusionen gestärkt für ein anhaltend schwieriges Umfeld mit niedrigen Zinsen und teurer Regulierung. Gemessen an der Bilanzsumme (11,6 Mrd Euro) sind die Frankfurter Deutschlands zweitgrößte Volksbank nach der Berliner Volksbank.

mehr ...

Sachwertanlagen

HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht und damit das Minus deutlich reduziert.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...