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23. Oktober 2017, 08:50
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Wie Automatisierung die Zukunft verändert

Immer mehr Geschäftsabläufe werden automatisiert oder von Robotern ausgeführt. Der Trend ist eine Reaktion auf komplexere Kundenbedürfnisse und die Forderung nach flexibleren Produktionsbedingungen. Nicht nur Roboterhersteller zählen zu den Profiteuren dieser Entwicklung. Ein Gastbeitrag von Marc Hellingrath, Union Investment

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Marc Hellingrath, Union Investment

Über kaum einen Trend wird in den Medien derzeit so oft berichtet wie über die Digitalisierung. Doch viele Deutsche stehen der Entwicklung skeptisch gegenüber – in ihren Augen kommt die zunehmende Automatisierung von Geschäftsprozessen und die steigende Anzahl von Robotern der Rationalisierung von Arbeitsplätzen gleich. Tatsächlich kommen Studien zu dem Ergebnis, dass die Digitalisierung Jobs gefährden wird: Die Bertelsmann Stiftung geht beispielsweise davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in den Industrieländern auf bis zu elf Prozent im Jahr 2020 ansteigen könnte.

Kein neues Phänomen

Angesichts dieser düsteren Stimmung gerät schnell in Vergessenheit, dass die Automation standardisierter Geschäftsprozesse ein keineswegs neues Phänomen ist. Vor 50 Jahren beispielsweise begann die Revolution der Bargeldversorgung: Nachdem der Schotte John Shepherd-Barron an einem Samstag vor den verschlossenen Türen seiner Bankfiliale stand, erfand er einen Automaten, der Schecks prüfen, entwerten und im Gegenzug Bargeld auszahlen konnte. Vielen Bankkunden war dieser erste Schritt in Richtung der Automatisierung ihrer Bankgeschäfte zwar suspekt, der Siegeszug des Geldautomaten war aber nicht aufzuhalten. Bis heute hat das Gerät die traditionellen Kassenhäuschen in den Bankfilialen nahezu vollständig abgelöst.

Beschleunigung durch digitale Datenerfassung

Das Beispiel zeigt, dass Automation ein integraler Bestandteil der Weiterentwicklung moderner Industriestaaten ist. Mit der Möglichkeit der digitalen Datenerfassung und -speicherung hat sich der Trend in der vergangenen Dekade allerdings nochmal beschleunigt. Daten sind zum Dreh- und Angelpunkt des technischen Fortschritts geworden: Die Turbine eines Kraftwerks oder die Maschine einer Fertigungsstraße liefern modernen Industrieunternehmen beispielsweise Terabytes an Daten, moderne Algorithmen ermöglichen in kürzester Zeit deren Auswertung. Für Unternehmen eröffnet die Erhebung, Verarbeitung und Speicherung der Daten erhebliche Entwicklungspotenziale – sei es zur Prozessoptimierung, Effizienzsteigerung oder Weiterentwicklung des Geschäftsmodells.

Seite zwei: Fabrik der Zukunft ist automatisiert

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1 Kommentar

  1. So wenig wie Menschen immer den Untergang der Zivilisation an die Wand malen, weil Roboter mehr und mehr Aufgaben übernehmen, so wenig mag ich Beiträge, die in das andere Extrem umschlagen und die Dinge rosiger sehen als sie sind.

    Denn damit das gilt

    “dass die Automation standardisierter Geschäftsprozesse ein keineswegs neues Phänomen ist.”

    braucht es erst einmal standardisierte Geschäftsprozesse.

    Das klingt banaler als es ist, vor allem bei einem familiengeführten KMU, wo sich alle möglichen Gemengelagen mischen und die Standardisierung meist daran scheitert, dass der Inhaber die Schwiegermutter in der Verwaltung nicht zurechtweisen möchte.

    Aber auch ohne das ist es verdammt schwer Strukturen zur Standardisierung zu schaffen (auf denen aufbauend die Automatisierung/Transformierung erfolgen kann), da immer gegen vorhandene Strukturen angekämpft werden muss. Da ist schon die Einführung eines ERPs oft eine langfristige Aufgabe, ganz zu schweigen von mehr.

    Kurz: (echte) Standards sind in der Realität der meisten KMUs nicht vorhanden.

    Und dann ist da natürlich noch die Frage der Investition: Zwar sehen in Umfragen KMUs & Co. immer den Bedarf zur Investition, aber dies umzusetzen haben dann deutlich weniger Unternehmen auf der Tagesordnung – meist hört es dann auch mit der Internetseite (!?) auf. Wirklich realisiert werden echte Projekte zur digitalen Transformation nur von einer verbleibenden handvoll Firmen.

    Kommentar von Tim — 23. Oktober 2017 @ 13:49

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