16. Juni 2017, 08:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Vermögensverwaltung für hochvermögende Privatkunden”

Der BHF Total Return FT zählt zu den Top-Performern in der Kategorie defensiver VV-Fonds. Cash. sprach mit Fondsmanager Peter Rieth über den Investmentansatz, die derzeitigen Herausforderungen auf der Anleihenseite und über die Suche nach alternativen Renditequellen.

Cash Rieth 025 in Vermögensverwaltung für hochvermögende Privatkunden

Peter Rieth, Frankfurt-Trust, will den Geldmarkt jedes Jahr um zwei Prozentpunkte outperformen.

Cash.: Herr Rieth, der BHF Total Return FT war seit seiner Auflage im Jahr 2005 sehr erfolgreich. Können Sie uns den Investmentansatz erläutern?

Rieth: Der BHF Total Return FT ist ein defensiv orientierter Mischfonds, bei dem wir die Aktienquote auf Basis fundamentaler, monetärer und marktpsychologischer Faktoren in einer Bandbreite von null bis 40 Prozent steuern. Bei der Aktienauswahl verfolgen wir einen ökonomisch nachhaltigen Value-Ansatz: Dabei wählen wir qualitativ hochwertige Unternehmen mit vergleichsweise günstiger Bewertung aus. Unternehmensqualität heißt für uns: Profitabilität, Bilanzgüte, Kapitaleffizienz und Stabilität. Unser Ziel ist es, den Geldmarkt pro Jahr um zwei Prozentpunkte zu übertreffen. Vor allem wollen wir mit unserer Anlagestrategie Verluste für den Anleger auf Kalenderjahressicht vermeiden.

Obwohl die Aktienmärkte zuletzt durchaus reüssiert haben, ist der Fonds in dieser Assetklasse mit rund 26 Prozent untergewichtet. Warum?

Wir sind auf die individuelle und professionelle Vermögensverwaltung für hochvermögende Privatkunden spezialisiert. Auch vor diesem Hintergrund steht für uns der Kapitalerhalt in diesem Fonds ganz weit oben. Daraus resultiert, dass wir die obere maximale Bandbreite selten voll ausreizen. Historisch gesehen haben wir die Aktienquote in den letzten drei Jahren zwischen 20 und 25 Prozent gehalten. Mit den zwischenzeitlichen 26 Prozent per Ende April waren wir für unsere Verhältnisse recht offensiv positioniert. Aktuell (18. Mai) haben wir die Quote übrigens wieder auf unter 20 Prozent abgesenkt. Wir fühlen uns mit dieser Strategie jedenfalls wohl, und können damit auch potenzielle größere Rückschläge aus möglichen Stressszenarien, die über Nacht entstehen können, entsprechend abfedern.

Welche Bedingungen müssen gegeben sein, damit Sie die mögliche Quote von 40 Prozent Aktienanteil ausschöpfen?

Da müssen schon sehr viele positive Faktoren zusammen kommen, oder die Marktmechanismen ausgehebelt sein: Als der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi 2013 seinen berühmten Ausspruch “Whatever it takes” tätigte und damit die Geldpolitik der EZB zum alles entscheidenden Faktor an den Märkten machte, sind wir nahe an die 40 Prozent gegangen. Es braucht also ein echtes “Goldilocks”-Szenario, damit wir die Quote ausschöpfen. Aktuell könnte das sein: Eine Verlängerung der Anleihenkaufprogramme der Europäischen Zentralbank, erneute Zinssenkungsphantasie und sehr gute Konjunkturdaten. Allerdings ist diese Kombination derzeit eher unwahrscheinlich.

In letzter Zeit wird viel darüber gesprochen, dass es für Vermögensverwaltende Fonds immer herausfordernder wird, auf der Anleiheseite auskömmliche Renditen zu erzielen. Wie bewerten Sie die Situation und inwieweit trifft sie auf den BHF Total Return FT zu?

Auf der Rentenseite wird es immer schwieriger, das stimmt grundsätzlich. Allerdings schaffen wir es mit einem sehr selektiven Vorgehen, auch heute noch bei überschaubaren Risiken Renditen zu erzielen. Dazu erwerben wir gezielt sehr kurz laufende Euro-Peripherie-Staatsanleihen, Unternehmensanleihen sowie internationale Pfandbriefe mit höheren Renditen bis zu einer Ratingstufe von BBB und bewirtschaften das Anleihen-Portfolio sehr aktiv. So beteiligen wir uns zum Beispiel an Neuemissionen aus dem Unternehmenssektor und veräußern die Papiere oft schon nach kurzer Haltedauer, wenn sie ihren fairen Wert erreicht haben. Phasenweise mischen wir auch Fremdwährungsanleihen mit gutem Chance-Risiko-Profil bei. Unsere aktuelle Duration im Rententeil beträgt 1,7 Jahre bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 0,7 Prozent.

Interview: Frank O. Milewski

Das vollständige Interview mit Peter Rieth lesen Sie im Cash.Special VV-Fonds, das mit der Cash.-Ausgabe 7/2017 am 22. Juni erscheint.

Foto: Anna Mutter

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Die Top 5 der Woche: Versicherungen

Welche Versicherungsthemen stießen bei den Lesern von Cash.Online in dieser Woche auf besonders großes Interesse? Das neue wöchentliche Ranking zeigt es auf einen Blick.

mehr ...

Immobilien

Realitäts-Check: Wann lohnt sich eine Modernisierung?

Häuser aus der Bauboomphase der 1950er- bis 1970er-Jahre werden für Kaufwillige immer ­interessanter. Doch jede Bauepoche hat ihre Eigenheiten. Käufer sollten auf Expertenrat setzen.

mehr ...

Investmentfonds

Die Top 5 der Woche: Investmentfonds

Welches sind die fünf relevantesten Meldungen der letzten Woche im Investmentfonds-Ressort? Finden Sie heraus, welche Themen die Cash.-Online-Leser in der vergangenen Woche am meisten interessiert haben:

mehr ...

Berater

Commerzbank: EZB lässt Aktionäre jubeln

Die Commerzbank muss künftig weniger Kapital vorhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe die bankspezifischen Kapitalanforderungen (“Pillar 2”) um 0,25 Prozentpunkte auf 2 Prozent gesenkt, teilte das Kreditinstitut am Freitag in Frankfurt mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Welche Themen stießen in dieser Woche auf das größte Interesse bei den Lesern von Cash.Online? Im neuen wöchentlichen Ranking finden Sie die fünf meistgeklickten Beiträge im Ressort Sachwertanlagen.

mehr ...

Recht

Top-Juristen gegen Provisionsdeckel

Ein Provisionsdeckel in der Lebensversicherung wäre sowohl verfassungsrechtlich als auch europarechtlich unzulässig. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Rechtsgutachten, die auf Veranlassung der Vermittler-Berufsverbände AfW und Votum sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler (BFV) erstellt wurden.

mehr ...