Absolute-Return-Strategien verlieren relativ an Bedeutung

Die Nachfrage nach Absolute-Return-Strategien und alternativen UCITS-Fonds wächst kontinuierlich und damit auch das von ihnen verwaltete Kapital. Das sind Ergebnisse einer Studie von Lupus alpha, die auch aufdeckt, warum klassiche Absolute-Return-Fonds relativ an Bedeutung verlieren, obwohl auch sie wachsen:

Ralf Lochmüller, Gründungspartner und Sprecher von Lupus alpha.
Ralf Lochmüller: „Liquide alternative Anlagestrategien haben sich inzwischen als fester Bestandteil in der Asset Allocation institutioneller Investoren etabliert.“

Das Volumen der in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Absolute Return-sowie alternativen UCITS-Fonds ist im ersten Halbjahr 2018 um knapp sechs Prozent auf 276 Milliarden Euro gewachsen.

Das geht aus einer halbjährlich von Lupus alpha durchgeführten Studie hervor, die den Markt der Absolute-Return- und Alternatives-Fonds seit 2008 analysiert, auf Basis von Daten des Fondsanalysehauses Thomson Reuters Lipper.

Zunehmende Konzentration

Getrieben werde die Nachfrage vor allem von institutionellen Anlegern, auf die über 70 Prozent der Mittelzuflüsse entfallen würden. Dabei seien Global Macro sowie marktneutrale Aktienstrategien besonders gefragt. Auffallend sei auch, dass die Konzentration im Fondsuniversum weiter zunehme. Die Top fünf Prozent (40 Fonds) verwalten 40 Prozent aller Mittel.

Das herausfordernde Marktumfeld steigender Renditen und überwiegend schwächerer Aktienmärkte spiegelt sich laut Lupus alpha auch in der Performance 2018 wider: Im Durchschnitt aller untersuchten Fonds belief sich die Rendite in den ersten sechs Monaten auf -0,36 Prozent. Dennoch hätten sie damit die Performance von Hedgefonds, europäischen Aktien und Unternehmensanleihen übertroffen.

Liquide alternative Anlagestrategien gefragter

Positive Renditen hätten Long-/Short-Fonds erzielt, die vorwiegend in den USA oder weltweit anlegen. Global Macro und marktneutrale Aktienfonds hätten sich ebenso positiv entwickelt. Über fünf Jahre betrachtet, habe die durchschnittliche Rendite der ausgewerteten Absolute Return- und Alternatives-Fonds bei 2,55 Prozent gelegen, womit die Fonds ihre selbstgewählten Ziele erreicht hätten.

In den ersten Jahren der Lupus alpha Studie hätten noch klassische Absolute-Return-Fonds dominiert, mittlerweile seien insbesondere liquide alternative Ansätze gefragt mit hedgefondsähnlichen Strategien.

Absolute Return-Ansätze machten laut Lupus alpha 2014 noch knapp zwei Drittel des Universums aus, im Juni 2018 lag ihr Anteil bei nur noch 43 Prozent. Gefragt sind in erster Linie Strategien, von denen sich Anleger eine Reduzierung ihres Gesamtportfolio-Risikos versprechen. Das sind überwiegend hedgefondsähnliche Konzepte, die nur wenig mit traditionellen Anlageklassen wie Aktien und Renten korrelieren.

Wachsendes Volumen liquider alternativer Strategien

„Liquide alternative Anlagestrategien haben sich inzwischen als fester Bestandteil in der Asset Allocation institutioneller Investoren etabliert“, sagt Ralf Lochmüller, Gründungspartner und Sprecher von Lupus alpha.

„Die Strategien sollen nachhaltigen Nutzen stiften, indem sie risikoadjustierte Renditen gemessen an einer positiven Sharpe Ratio sowie eine geringe Korrelation zu anderen Assetklassen bieten. Über fünf Jahre gelang das der überwiegenden Mehrheit der untersuchten Fonds: Knapp 80 Prozent erzielten eine positive Sharpe Ratio“, so Lochmüller weiter.

Die gewachsene Bedeutung, die institutionelle Investoren Liquid Alternatives beimessen, lasse sich auch an dem Volumenwachstum zwischen Januar und Juni 2018 ablesen. Von den 15 MilliardenEuro, die dem Segment zuflossen, kamen 10,8 Milliarden Euro von institutionellen Anlegern. Ihr Anteil am Universum – gemessen an dem Anteil institutioneller Anteilklassen – ist damit auf 41,6 Prozent gestiegen.  2012 lag ihr Anteil noch bei weniger als einem Drittel.

Foto: Lupus alpha

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