30. Januar 2018, 12:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Comeback der Eurzone

Während Anleger auf die USA blicken, bemerken viele von ihnen den Aufschwung in Europa nicht. So entgehen ihnen Chancen, denn für die Investition in die Eurozone gibt es mehr Gründe als den starken Euro. Gastbeitrag von Christian Kopf, Union Investment.

Union-Investment-Kopf-Christian-Querformat in Comeback der Eurzone

Christian Kopf: “In der Eurozone steht der Aufschwung hingegen noch am Anfang. Die Erholung gewinnt deutlich an Stärke und Breite.”

Europe first! Die Konjunktur ist so kräftig wie lange nicht. Wie Eurostat in seiner vorläufigen Schnellschätzung berichtete, kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2017 um 2,5 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Finanzkrise.

Und es wird so weitergehen: 2018 sollte das BIP-Wachstum nach der Prognose von Union Investment 2,4 Prozent erreichen. In wirtschaftlicher und anlagepolitischer Hinsicht sticht die Eurozone derzeit viele Regionen aus.

Blick nach USA lenkt von Eurozone ab

Während der Kapitalmarkt gebannt auf die USA schaut und die Wirkungen von Trumps Steuerreform feiert, wird der heimische Aufschwung oft noch unterschätzt. Es ist richtig, dass die US-Wirtschaft einen fiskalpolitischen Schub bekommt. Obwohl der amerikanische Aufschwung bereits mehr als neun Jahre andauert, ist noch kein Ende in Sicht. Aber in reifen Konjunkturphasen ist die Beschleunigung begrenzt. Und Ökonomen wissen: Kein Zyklus hält ewig.

In der Eurozone steht der Aufschwung hingegen noch am Anfang. Die Erholung gewinnt deutlich an Stärke und Breite. Binnen- und Außenwirtschaft treiben gleichermaßen das Wachstum, sowohl die Peripherie als auch Kerneuropa legen zu. Besser sah das Konjunkturbild schon lange nicht mehr aus.

Starker Euro

Das zeigt sich auch an der Börse, vor allem am Devisenmarkt. Der Euro befindet sich mitten in einer Aufwärtsrally. Gute Fundamentaldaten, politische Stabilität und die Aussicht auf einen baldigen Ausstieg der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Anleiheankaufprogramm befeuern die Gemeinschaftswährung.

Wir erwarten, dass  die EZB die Öffentlichkeit bis Mitte 2018 kommunikativ auf den Ausstieg vorbereitet. Ab September wird dann sukzessive das Ende eingeläutet. Der US-Dollar hingegen leidet unter strukturellen Belastungen, die auch noch weit in das laufende Jahr wirken sollten: Die Wachstums- und Zinsdifferenz zu anderen Regionen schrumpft, während das Zwillingsdefizit steigt. Wir haben daher unsere Prognose auf 1,30 US-Dollar pro Euro bis zum Jahresende angehoben.

Starker-Euro-zehrt-US-Kursgewinne-teilweise-auf in Comeback der Eurzone

Die Währungsentwicklung beeinflusst die Attraktivität von Anlageklassen. Das gilt beispielsweise für Aktien. Zwar eilt die Wall Street von Rekord zu Rekord. Doch für einen Euro-Investor werden die Kursanstiege durch den Dollarabverkauf teilweise aufgezehrt. Deshalb empfehlen sich verstärkt Investitionen in heimischen Gefilden, schließlich ist der starke Euro auch ein Zeichen wirtschaftlicher Prosperität. Für uns zählt die Eurozone eindeutig zu den Anlagefavoriten 2018.

Christian Kopf ist Leiter Portfoliomanagement Renten und Mitglied des Union Investment Committees

Foto: Union Investment

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Dafür lässt sich ein Bausparvertrag einsetzen

Wer Geld in einen Bausparvertrag anlegt, kann seinen Traum von den eigenen vier Wänden mit einem zinsgünstigen Darlehen finanzieren – das wissen die meisten. Doch neben Kaufen und Bauen gibt es noch viele weitere Vorhaben, die mithilfe eines Bauspardarlehens realisiert werden können. Einzige Voraussetzung: Das Geld muss für eine wohnwirtschaftliche Maßnahme verwendet werden. Annkathrin Bernritter von der Bausparkasse Schwäbisch Hall klärt auf, welche Bau- und Renovierungsmöglichkeiten sich hinter diesem Schlagwort verbergen.

mehr ...

Immobilien

Berliner Senat berät über Verbot von Mieterhöhungen

Bleibt Mietern in Berlin fünf Jahre lang eine Mieterhöhung erspart? Der rot-rot-grüne Senat berät ein Eckpunktepapier, das in ein Gesetz münden könnte. Doch es gibt viele Zweifler.

mehr ...

Investmentfonds

Facebook plant Weltwährung

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will die Finanzwelt umkrempeln und hat eine neue globale Währung erfunden. Für Milliarden Nutzer weltweit – wie er hofft. Was es damit auf sich hat

mehr ...

Berater

Nullzinspolitik: Banken werden bei Digitalisierung ausgebremst

Nach dem Willen der EZB bleiben die Nullzinsen im Euroraum noch mindestens bis 2020 bestehen. Viele Banken stellt das vor ernsthafte Probleme. 80 Prozent der Institute sagen, dass die Zinsen steigen müssen, damit sie wieder Geld verdienen. Drei Viertel verlangen von der Politik, Banken besser zu schützen und mehr zu deregulieren. Das geht aus einer Umfrage der Software-Firma Camunda hervor. 102 Führungskräfte und Projektleiter wurden befragt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Landesgesetz zur Mietpreisdeckelung verhindern Regelungen des Bundes

Das von der Berliner Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Die Linke), vorgelegte Eckpunktepapier soll am 18. Juni 2019 vom Berliner Senat beschlossen werden und ein erster Gesetzesentwurf bereits Ende August vorliegen. Ein entsprechendes Gesetz könnte damit schon im Januar 2020 verkündet werden. Ein Gesetz in dieser Form wird einer umfassenden verfassungsrechtlichen Überprüfung nicht standhalten. Ein Kommentar von Dr. Markus Boertz, Kanzlei bethge | immobilienanwälte.steuerberater.notar.

mehr ...