3. Mai 2018, 10:32
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Die Gewinner der Disruption

Etablierte Unternehmen spüren den Druck des Wandels, der ihre Geschäftsmodelle unrentabel macht. Darauf müssen auch Anleger reagieren. Es lohnt, auf kleine Unternehmen zu setzen, die sich schnell anpassen können. Doch auch dabei gibt es Nachteile.

Gastbeitrag von Malte Heininger, Carmignac

Die Gewinner der Disruption

Malte Heininger: Der Small Cap-Markt ist ineffizienter, was widerum mehr Investitionsmöglichkeiten für Investoren schafft.

Was wir derzeit erleben ist ein Strukturwandel weg von der Old Economy hin zur New Economy. Viele Branchengrößen, deren Geschäftsmodell veraltet ist, spüren bereits den kalten Wind der Disruption. Einige kleinere europäische Unternehmen passen sich aber schneller und flexibler an das sich wandelnde Umfeld an und können sogar selbst zum Disruptor werden.

Der Schlüssel als Investor besteht darin, die wirklich innovativen, visionären Unternehmen zu finden, die sich proaktiv anpassen können und von den Veränderungen profitieren. Wir gehen davon aus, dass die aktuelle Form der Disruption nicht nur für 2018, sondern auch für die kommenden Jahre der Hauptrenditetreiber sein wird.

Herausforderungen für Small Caps

Small Caps sind einerseits prädestiniert, von der konjunkturellen Erholung in Europa zu profitieren, da sie sensibler auf das wirtschaftliche Umfeld reagieren, andererseits kann das auch ein Nachteil sein. Zweifellos hat die Eurozone angesichts der Wachstumsbeschleunigung und starker makroökonomischer Indikatoren seit letztem Jahr einen langen Weg seit der Eurokrise zurückgelegt und vielen Unwägbarkeiten getrotzt.

Die Zentralbanken unterstützen risikoreiche Anlagen weniger stark und es steigen jene Zinsen, die durch die ultra-akkommodative Geldpolitik auf historisch niedrigem Niveau gehalten wurden. Gleichzeitig gibt es bei steigender Inflation viele Gründe, sich aus Staatsanleihen zurückzuziehen.

Wir werden es also mit Druck von der Zinsseite und bei den Margen zu tun bekommen. An diesem Punkt genügt ein Schock für das Wachstum, um den Konjunkturzyklus umzukehren.

Platz für aktives Management

Nichtsdestotrotz konnten Small Caps aus strukturellen Gründen outperformen und dies geht über die konjunkturelle Sensitivität hinaus. Sie sind im Technologiebereich präsenter und passen sich an ein wandelndes Umfeld schneller an. Daraus ergeben sich für Stock-Picker attraktive Investitionsmöglichkeiten – vor allem in einem Umfeld mit geringem Wachstum.

Small Caps werden von Analysten zudem strukturell weniger analysiert als Large Caps. Das macht den Small Cap-Markt ineffizienter, was widerum mehr Investitionsmöglichkeiten für Investoren schafft. Wir finden immer noch viele interessante Anlagen in diesem Bereich, und gehen davon aus, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird.

Der regulatorische Wandel durch Mifid II dürfte in den kommenden Jahren die Analysten-Coverage kleinerer Unternehmen verringern, was bedeutet, dass die Aktienkurse die zugrunde liegende Geschäftsperspektive weniger gut widerspiegeln werden. Das erhöht die Renditechancen für einen aktiven Manager.

Malte Heininger ist Fondsmanager des Carmignac Euro-Entrepreneurs  

Foto: Carmignac

 

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