Anzeige
27. April 2018, 07:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Draghi handelt vorhersehbar

Mario Draghi reagiert auf die getrübten Konjunkturaussichten, indem er den Leitzins nicht anhebt. Damit bleibt der Kurs der Europäischen Zentralbank weiter hinter den USA und Großbritannien zurück. Draghis Vorsicht findet Zustimmung, ist aber gleichzeitig an negatives Signal.

Draghi-1 in Draghi handelt vorhersehbar

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), während einer Pressekonferenz der EZB in 2016. Draghi bleibt seinem expansiven Kurs auch 2018 treu und hebt den Leitzins nicht an.

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) beruhigt die Märkte indem er vorhersehbar entscheidet. Die Zentralbank hat auf ihrer Sitzung am Donnerstag entschieden, den Leitzins unverändert bei null Prozent zu belassen. Banken müssen weiterhin einen Strafzins von 0,4 Prozent auf Einlagen zahlen. Das geht aus einer Pressemitteilung der EZB hervor.

Ende der Anleihenkäufe bleibt offen

Auch zum Ende des Anleihenkaufprogramms hat sich Draghi nicht geäußert. Damit ist die Geldpolitik der EZB immer noch expansiv, wenn auch weniger als im vergangenen Jahr. Die US-Notenbank Federal Reserve und die Bank of England haben indes den Leitzins bereits erhöht.

Ronald Temple, Co-Head Multi Asset Investing bei Lazard Asset Management, begrüßt das Ergebnis der EZB-Ratssitzung: “Die heutige Entscheidung der EZB, den Leitzins unverändert zu lassen, ist aus meiner Sicht richtig.”

Die Gründe für Draghis Zurückhaltung

Temple führt an, dass die Wirtschaft inzwischen langsamer wachse, die Kerninflation niedrig sei und die Arbeitsmärkte in wichtigen Volkswirtschaften noch immer schwach. Hinzu komme die Bedrohung durch die protektionistische Handelspolitik des US-Präsidenten Donald Trump.

“Auch wenn es keine Garantie dafür gibt, dass der Ausblick im Juni viel klarer sein wird: Die EZB konnte so doch zumindest vermeiden, die Anleger unnötig mit Hinweisen nervös zu machen, die sie später ändern muss”, sagt Temple.

Die weiterhin expansive Geldpolitik beruhigt die Märkte, ist aber gleichzeitig kein positives Signal, denn die Nullzinspolitik verdeutlicht, dass auch die EZB skeptisch ist. (kl)

Foto: Arne Dedert/dpa

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Grundrente wird offensichtlich konkreter

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil plant eine Grundrente für Geringverdiener. Erste Präzisierungen wurden jetzt bekannt. 

mehr ...

Immobilien

Run auf Eigentumswohnungen in Berlin

Berlin ist ein gefragter Anlagestandort für Immobilien, insbesondere für hochwertige Apartments. Im Bundesvergleich erreicht die deutsche Metropole die meisten Objektverkäufe am Wohnungsmarkt. Rund 21.000 Eigentumswohnungen wechselten hier im 1. Halbjahr 2018 den Besitzer. Und der Ansturm dürfte weitergehen.

mehr ...

Investmentfonds

Absolute-Return: “Volatilität ist an sich nichts schlechtes”

Steigende Volatilität allein ist noch kein Grund, in Absolute-Return-Strategien zu investieren. Über die Stärken und Schwächen der Assetklasse sprach Cash. mit Claudia Röring, Leiterin Produktmanagement bei Lupus alpha.

mehr ...

Berater

Rankel: Mit Social Media Kunden gewinnen

Jeder zweite Facebook-Account eines Maklers ist inaktiv. Das zeigt: Viele Berater nehmen sich zwar vor, über Social Media Kunden zu gewinnen. Doch sie wissen nicht wie.

Die Rankel-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Solar-Emission in Schwierigkeiten

Die te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG warnt davor, dass sich gegenüber den Anlegern ihrer Nachrangdarlehen die Erfüllung der Verpflichtungen auf Zins- und Rückzahlung verschiebt. Es bestehe die Gefahr des Ausfalls von Forderungen gegenüber Projektgesellschaften.

mehr ...

Recht

Incentives – so bleiben sie steuerfrei

Viele Unternehmen sichern ihre Mitarbeiter mit sogenannten Zukunftssicherungsleistungen gegen allerlei Ungemach ab. Damit solche Gehaltsextras auch steuerfrei bleiben, kommt es auf die richtige vertragliche Gestaltung an.

mehr ...