Draghi: EZB nicht für Bitcoin-Regulierung zuständig

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), betonte in einem heute veröffentlichten Interview die Vorteile der Blockchain-Technologie. Von Investitionen in den Bitcoin selbst rät er ab und sagt gleichzeitig, dass die EZB nicht dafür zuständig sei, den Bitcoin zu regulieren oder zu verbieten.

Mario Draghi unternimmt einen letzten Anlauf, die Ziele der EZB doch noch zu erreichen.
Mario Draghi, Präsident der EZB, warnt Anleger vor Bitcoin-Investments, lobt aber die zugrundeliegende Blockchain-Technologie.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hält große Stücke auf die Blockchain-Technologie. Die hinter vielen Kryptowährungen stehende Technik sei „recht vielversprechend“, sagte Mario Draghi in einem am Dienstag veröffentlichten Video-Interview, dass die EZB auf ihrer Homepage veröffentlichte. In der Video-Reihe „Youth-Dialogue“ beantwortet Draghi Fragen, die Europäer zwischen 16 und 35 Jahren via Twitter oder Facebook stellen konnten.

Die Blockchain, so Draghi, erlaubt beispielsweise eine schnelle und automatische Begleichung von Rechnungen direkt nach deren Erhalt und könne der Wirtschaft viele Vorteile bringen.

Technologie noch nicht sicher genug

Für die Verwendung im Zentralbankbereich sei die Technologie gleichwohl noch nicht sicher genug, sagte Draghi. Weitere Forschung sei nötig; die EZB kooperiere auf diesem Gebiet bereits mit der japanischen Notenbank. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Blockchain-Technologie in Zukunft sehr nützlich sein wird.“

Die Blockchain (wörtlich übersetzt „Blockkette“) ist eine Art digitaler Kontoauszug. In miteinander verketteten Datenblöcken sind etwa bei der bekanntesten Digitalwährung Bitcoin alle jemals getätigten Transaktionen verschlüsselt abgespeichert und öffentlich einsehbar.

„Niemand deckt den Bitcoin“

Bei Investitionen in den Bitcoin rät Draghi jedoch in einem zweiten Video zur Vorsicht. Aufgrund der starken Kursschwankungen und der fehlenden Deckung durch eine Zentralbank oder einen Staat handle es sich bei dem Bitcoin nicht um eine richtige Währung. „Niemand deckt den Bitcoin“, so Draghi.

Zugleich sieht er die EZB aber nicht dafür zuständig, den Bitcoin zu regulieren oder gar zu verbieten. „Ich habe gesehen, dass viele von Ihnen die Frage gestellt haben, ob die EZB den Bitcoin verbieten oder regulieren wird. Ich muss sagen, dass die EZB dafür nicht verantwortlich ist.“(dpa-AFX/kl)

Foto: Shutterstock

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