Anzeige
24. Mai 2018, 12:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Inflation ist das Hauptrisiko”

Das Renditepotenzial ist 2018 begrenzt, die Stimmung ist im Vergleich zum Vorjahr umgeschlagen. Mehrere Faktoren belasten die Aktienmärkte und führen zu mehr Volatilität. Das größte Risiko ist die Inflation. Noch bieten einige Regionen Investoren aber Chancen.

Gastbeitrag von Larry Hatheway, Gam Investments

Bulle-baer-aktie-boerse-kurse-handel-markt-shutterstock 371194247 in Inflation ist das Hauptrisiko

Bulle und Bär sind Symbole für das Auf und Ab der Aktienkurse. Seit Anfang 2018 dominiert der Bulle die Aktienmärkte nicht mehr.

Die Märkte werden in diesem Jahr voraussichtlich seitwärts tendieren. Aktien dürften bis zum Jahresende zulegen, jedoch nur mäßig. In den USA hat das Gewinnwachstum seinen Höhepunkt überschritten. Das erste Quartal wird im Vergleich zum Vorjahr das beste Quartal 2018 bleiben.

Die US-amerikanischen Marktmultiplikatoren liegen über dem Durchschnitt und lassen damit weniger Spielraum für eine von Bewertungen getragene Outperformance. In Regionen, die noch ein positives Momentum bei den Unternehmensgewinnen ausweisen können, bieten Aktien dennoch Chancen, so etwa in den Schwellenländern, teilweise in Japan und auch in Europa.

Ende der positiven Stimmung

An den Anleihenmärkten ist die Situation dagegen eher festgefahren: Anleihenrenditen und kurzfristige Zinsen werden voraussichtlich mit dem zunehmenden Wachstum steigen, die Inflation zieht an und die Zentralbanken setzen die geldpolitische Normalisierung fort.

Mehrere Faktoren haben dazu geführt, dass die Stimmung dieses Jahr im Vergleich zu 2017 umgeschlagen hat. 2017 waren die Aktienmärkte von hohen Gewinnen und geringen Kursschwankungen geprägt, während in diesem Jahr Volatilität und richtungslose Aktienmärkte vorherrschen.

Erstmals waren die Anleger im Februar verunsichert, da sie eine steigende US-Inflation und mögliche Reaktionen seitens der Fed sowie anderer Zentralbanken fürchteten. Zwar hat sich diese Besorgnis wieder gelegt, doch angesichts der anhaltenden Flaute in vielen Volkswirtschaften dürften die Inflationsängste in diesem Jahr zurückkehren.

Belastende Faktoren

Spannungen im Welthandel boten zuletzt weiteren Anlass zur Sorge. Weitere schwierige Verhandlungen zwischen den USA und ihren wichtigsten Handelspartnern stehen bevor. Der Ausgang der potenziellen Streitigkeiten ist unklar, wobei die Populisten den Handelskonflikt weiter schüren und damit auch künftig für Spannungen sorgen dürften.

Wachstumsenttäuschungen waren ein weiterer Faktor, der die Märkte im ersten Quartal 2018 störte. Diese Bedenken dürften sich aber wieder auflösen. Es gibt wenig Anlass zu der Befürchtung, dass die Weltkonjunktur an Fahrt verliert und die Unternehmensgewinne in Mitleidenschaft zieht.

Die Wachstumsdelle im ersten Quartal wird wahrscheinlich eher als saisonbedingt und vorübergehend gewertet und Mitte des Jahres von einem Aufschwung abgelöst werden. Deshalb stellt die Inflation – und nicht etwa eine Rezession – das makroökonomische Hauptrisiko für 2018 dar.

Günstige Finanzierungsbedingungen

Die finanziellen Bedingungen sind infolge der Zinsschritte der Fed in den letzten beiden Jahren etwas angespannt. Die langfristigen Zinsen steigen ebenfalls. Zum ersten Mal seit 2014 liegen die zehnjährigen US-Nominalrenditen wieder über drei Prozent. Doch trotz dieser Entwicklungen ist die geld- und finanzpolitische Lage insgesamt nach wie vor vorteilhaft.

Auch in diesem Jahr bieten die Aktienmärkte entgegen aller Turbulenzen niedrige Eigenkapitalfinanzierungskosten. Die Kreditspreads sind eng und die realen Fremdfinanzierungskosten für den Unternehmenssektor günstig.

Sogar in Schwellenländern, in denen der Anleihenmarkt aufgrund des starken US-Dollar nachgegeben hat, bewegen sich die Finanzierungskosten immer noch auf historisch niedrigen Niveaus. Alles in allem kann die Weltwirtschaft daher auch 2018 auf das günstige finanz- und geldpolitische Umfeld bauen.

Larry Hatheway ist Group Head Gam Investment Solutions und Chefökonom bei Gam Investments

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Lebensversicherung: Deutliche Entlastungen schon 2018

Lange Zeit war unklar, wann und in welchem Maße die Politik die Lebensversicherer bei der Berechnungssystematik zur Zinszusatzreserve (ZZR) entlasten will. Nun liegt jedoch ein konkreter Referentenentwurf vom Bundesfinanzministerium (BMF) vor.

mehr ...

Immobilien

Causa Maaßen: Immobilienbranche kritisiert Abberufung von Gunther Adler

Am Mittwochabend haben die Parteichefs der Regierungsparteien entscheiden, dass Hans-Georg Maaßen seinen Posten als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz räumen muss und stattdessen als Staatssekretär ins Bundesinnenministerium wechselt. Heute wurde bekannt, dass er den Staatssekretär Gunther Adler (SPD) ablöst, einen ausgewiesenen Wohnungsbauexperten. Warum die Verbände der Immobilienbranche das kritisieren.

mehr ...

Investmentfonds

Heute schon das Konto gecheckt?

Dank Online- und Mobile-Banking ist es so einfach wie nie zuvor, seine Bankgeschäfte im Auge zu behalten. Trotzdem kontrollieren viele Verbraucher zu selten ihren Kontostand, so eine Postbank Umfrage. Wer viel im Internet einkauft und bargeldlos bezahlt, sollte jedoch nicht nachlässig sein. Sonst können unangenehme Folgen drohen.

mehr ...

Berater

Hauptstadtmesse: Viele Fragen, viele Antworten

130 Aussteller, 80 Fachvorträge, Besucherzahlen mindestens auf Vorjahresniveau: Im Berliner Estrel-Hotel ging gestern die 9. Hauptstadtmesse des Maklerpools Fondsfinanz über die Bühne. Besonders die Panels zu Rechtsthemen wie IDD und DSGVO waren gut besucht. 

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer WP-Prüfungsstandard für Vermögensanlagen

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat einen neuen Standard für die Prüfung von Prospekten für Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz verabschiedet. Die WP-Gutachten sind damit für Anleger tabu.

mehr ...

Recht

Bindet der Mietvertrag auch den Ehepartner?

Wenn nur ein Ehepartner einen Mietvertrag unterschreibt, ist der andere nicht automatisch daran gebunden. Auch dann nicht, wenn sein Name im Mietvertrag genannt ist. Der Vermieter kann also nicht die Ehefrau verklagen, weil ihr Mann, der den Vertrag unterschrieben hat, keine Miete mehr zahlt. Dies entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) das Landgericht Stuttgart.

mehr ...