Mehr als Facebook: Alternativen im Technologiesektor

Hat der Technologiesektor nach dem Einbruch des Aktienkurses von Facebook seinen Glanz verloren? Während dramatische Schlagzeilen daran erinnern, welche Risiken von einem sich verschärfenden regulatorischen Umfeld ausgehen, sollten Anleger nicht aus den Augen verlieren, dass disruptive Technologien und Trends ein Schlüsselfaktor für eine langfristige Performance sind. Auch wenn Investoren den Appetit auf Facebook verloren haben, gibt es immer noch viele andere Optionen im Tech-Sektor, die ausgezeichnete Wachstumschancen bieten. Ein Gastbeitrag von David Older, Carmignac

Davis Older, Carmignac: „Die Umstellung von Softwarelizensierung auf abonnementbasierte Modelle verbessert langfristig das Finanzprofil von Softwareunternehmen.“

Die Fähigkeit, große Datenmengen zu sammeln, zu analysieren und zu nutzen, ist in vielen Branchen ein Kernthema. Man erkennt es z.B. im Bereich Unternehmenssoftware: Viele Unternehmen sind hier aktiv, sie wollen ihre IT-Infrastruktur modernisieren und das Potenzial nutzen, dass ihnen die Datenanalyse offenbart. Die Umstellung von Softwarelizenzierung auf abonnementbasierte Modelle verbessert zudem langfristig das Finanzprofil von Softwareunternehmen.

Splunk gehört zu den Marktführern im Bereich IT Operations Analytics und greift auf einen Zielmarkt von rund 55 Milliarden US-Dollar zurück. Splunk ist nicht nur ein starker Akteur auf dem Markt für Sicherheitsinformationen und Eventmanagement, sondern expandiert auch zusehends in den Bereich Business Analytics. Dieser Schritt ermöglicht weitere Wachstumsmöglichkeiten.

Potenzial von Videospielen

Am eher unbeschwerten Ende des Softwarespektrums sollten Anleger das Potenzial von Videospielen nicht übersehen. Ab 2017 wird die Gaming-Industrie auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt und wächst um rund neun Prozent pro Jahr deutlich schneller als andere Unterhaltungsindustrien wie Film und Musik. Das Durchschnittsalter eines US-Videospielers liegt bei 35 Jahren, was die große Attraktivität des Gamings im Unterhaltungssegment zeigt.

Interaktionen mit Nutzern steigern

Ähnlich wie bei Unternehmenssoftware wandeln sich auch bei Videospielen die Umsatzmodelle. Was früher eine zyklische Branche war, die auf die Einnahmen aus der ersten Veröffentlichung eines Spiels angewiesen war, werden immer mehr In-Game-Käufe, Add-Ons und Mikrotransaktionen eingesetzt. So können die Einnahmen über mehrere Jahre verteilt werden. Darüber hinaus zeigt die wachsende Popularität des Live-Streamings von Videospielwettbewerben, wie Spielehersteller mehr Möglichkeiten finden, die Interaktionen mit ihren Nutzern zu steigern und mehr Umsatz zu generieren als zuvor. Activision Blizzard ist ein Unternehmen, das von steigenden Margen und einer geringeren Zyklizität in der Branche profitiert.

Sich in unerschlossenen Märkten positionieren

Ist in einem bestimmten Land ein erfolgreicher Technologietrend zu beobachten, ist es sinnvoll zu überlegen, in welchen anderen Regionen er gewinnbringend eingesetzt werden könnte. Man spricht hier vom „Proof of Concept“, was ein neues Geschäftsmodell unterstützt und die Möglichkeit eröffnet, sich in einem großen, unerschlossenen Markt zu positionieren. Ein gutes Beispiel dafür ist Mercadolibre, ein aufstrebendes E-Commerce-Unternehmen in Lateinamerika. Mercadolibre entwickelt derzeit sein Zahlungssystem weiter, um ein stark unterpenetriertes Segment in der Region anzusprechen. Dies ähnelt dem erfolgreichen Muster von PayPal und eBay von vor einigen Jahren.

David Older ist Head of Equities bei Carmignac.

Foto: Carmignac

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