Anzeige
7. Mai 2018, 08:10
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wie können Anleger auf die Rückkehr der Inflation reagieren?

Die Inflation kommt zurück, und sie wird bleiben; nach mehreren Jahren der expansiven Geldpolitik der Notenbanken, in denen die Preisentwicklung deflationär war. Anleger müssen darauf reagieren, denn steigende Preise beeinflussen auch die Aktien- und Anleihenmärkte.

1-Inflation-geld-einkaufswagen-shutterstock 76458916 in Wie können Anleger auf die Rückkehr der Inflation reagieren?

Das steigende Preisniveau führt dazu, dass Konsumenten immer mehr für den gleichen Einkauf bezahlen müssen. Auch Anleger sollten sich auf die Inflation vorbereiten.

Trotz der extrem lockeren Geldpolitik, positivem Wirtschaftswachstum und der Abwendung der Eurokrise enttäuschten die Inflationszahlen von 2012 bis 2015. Die Teuerung lag laut Axa Investment Managers (Axa IM) regelmäßig unter den erwarteten Werten, und deflationäre Tendenzen hätten nicht nur im Euroraum Sorgen geweckt, sondern auch in Großbritannien und den USA.

Als der Ölpreis Ende 2015 einbrach und Mitte Januar 2016 nur noch bei gut 30 US-Dollar pro Fass notierte, sei die Inflation in diesen drei Regionen auf null Prozent gesunken.

“Deflation gehört der Vergangenheit an”

Doch das hat sich geändert, sagt Jonathan Baltora, Alpha Leader Rates & Inflation bei AXA IM : “Das Schreckgespenst Deflation, das die Inflation so wünschenswert machte, gehört nun definitiv der Vergangenheit an. Investoren tun gut daran, ihre Portfolios für ein Umfeld mit normalen Inflationsraten zu positionieren.”

Die Kerninflation, welche die sich schnell verändernden Preise für Lebensmittel und Energie nicht berücksichtigt, sei von 2012 bis 2015 ebenfalls gefallen. Erst Mitte 2016 habe sich der Trend gedreht und die Inflation sei mit den steigenden Ölpreisen zurückgekehrt.

“Der Zusammenhang zwischen Rohöl und Inflation ist relativ einfach, denn sobald die Ölpreise in die Höhe schießen, werden die Preise an den Tankstellen nach oben gedreht”.

Inflationsrisiken nehmen zu

Doch nicht nur die normale Inflation, sondern auch die Kerninflation dürfte Baltora zufolge 2018 steigen, was zu einem nachhaltigen und vom Ölpreis weitgehend unabhängigen Inflationsdruck führe. “Das robuste Wirtschaftswachstum wird steigende Dienstleistungspreise und nicht zuletzt auch steigende Löhne nach sich ziehen”, sagt Baltora.

“Der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation ist intakt, eine expandierende Wirtschaft führt zu allgemein höheren Preisen.” Zugleich nähmen die Inflationsrisiken auch aufgrund des Preisdrucks in den Lieferketten zu. Die steigenden Ölpreise im Jahr 2016 hätten zu höheren Produzentenpreisen im Jahr 2017 geführt, die die Unternehmen an die Konsumenten weitergeben würden.

“Der Markt für inflationsgebundene Anleihen hat nur eine begrenzte Fähigkeit, die zukünftige Inflation vorauszusagen. Stattdessen steigen die marktbasierten Inflationserwartungen tendenziell nur dann, wenn die Inflation selbst ansteigt. Aus diesem Grund sind die so genannten Inflation Linker attraktiv”, sagt Baltora.

Der Renditeunterschied zwischen einer normalen Anleihe und einem Inflation Linker entspricht der Differenz zwischen Nominal- und Realzins – oder der vom Markt erwarteten Inflation über die gesamte Laufzeit der Anleihe.

Ausweg für Investoren

Die erwartete Inflation wird als Break-even-Inflation bezeichnet. Sie ist die Inflationsrate, ab der die inflationsgebundene Anleihe rentabler ist als ein Papier mit festem nominalen Zinssatz und dient somit als Maß für die Beurteilung der relativen Attraktivität der Anleihen.

“Die Wahrscheinlichkeit, dass die realisierte Inflation die Break-even-Inflation längerfristig übersteigen wird, ist gegenwärtig hoch, was Linker zu einer interessanten Anlagealternative macht”, so Baltora.

Eine Analyse zeige, dass die Inflationsprognosen des Internationalen Währungsfonds für 2018 höher seien als die Inflationsraten der meisten inflationsgebundenen Anleihen. Dies deute darauf hin, dass die Marktteilnehmer in Bezug auf einen Inflationsanstieg entweder immer noch sehr skeptisch seien oder nicht damit rechneten, dass sich daraus Renditemöglichkeiten ergäben.

Baltora hält diese Situation für eine attraktive Gelegenheit: “Trotz der bereits anziehenden Teuerung ist es für Anleger nicht zu spät, ihre Portfolios auf das neue Inflationsumfeld auszurichten. Sie sollten jedoch berücksichtigen, dass inflationsgebundene Anleihen keine Floater und somit anfällig für Zinsänderungen und Kursschwankungen sind. Die Anlagestrategie für Linker muss den Bedürfnissen und der Risikotoleranz eines Investors entsprechen.”

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Milliarden-Entlastung für Krankenversicherte kommt 2019

Die rund 56 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland werden zum Jahreswechsel deutlich entlastet. Am Donnerstag beschloss der Bundestag eines der zentralen Vorhaben der großen Koalition.

mehr ...

Immobilien

FDP: Mietpreisbremse verschärft Probleme

Am Freitag trat FDP-Fraktionsgeschäftsführer Marco Buschmann im “ARD-Morgenmagazin” auf. Dabei sprach er sich gegen die von der Bundesregierung geplante schärfere Mietpreisbremse aus.

mehr ...

Investmentfonds

Aufstieg der ETFs

Exchange Traded Funds (ETF) werden bei den Deutschen immer beliebter. Das in ETFs verwaltete Kapital ist in zehn Jahren um über 560 Prozent gestiegen. Doch noch immer ist die Investitionsquote in Deutschland insgesamt sehr gering.

mehr ...

Berater

Kfz: Was nützt der günstigste Tarif, wenn das Risiko nicht abgedeckt ist

Das Kfz-Wechselgeschäft gewinnt an Fahrt. Zum 30. November können viele Kfz-Halter ihr Kfz-Versicherungen fristgerecht zum ablaufenden Kalenderjahr kündigen, um nach einem günstigeren Angebot zu suchen. Die Auswahl ist groß. Verbraucher sollten sich daher Zeit für einen Vergleich nehmen und die Leistungen genau anschauen. Denn die Unterschiede sind deutlich.

 

mehr ...

Sachwertanlagen

Elfter Publikumsfonds von Patrizia

Die Patrizia Immobilien AG, der globale Partner für pan-europäische Immobilien-Investments, baut das Angebot an Immobilien-Publikumsfonds weiter planmäßig aus. Die Tochtergesellschaft Patrizia GrundInvest legt bereits den elften Publikumsfonds auf und macht Anlegern erstmals den Berliner Immobilienmarkt zugänglich. Mit dem neuen Patrizia GrundInvest Berlin Landsberger Allee können Anleger in ein gemischt genutztes Gebäudeensemble im attraktiven Berliner Immobilienmarkt investieren.

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...