Biotechnologie: „Ungebremste Innovationskraft“

Cash.: Welche Sektoren der Biotechnologie-Branche sind besonders aussichtsreich?

Besonders aussichtsreich sind Gen- und Zelltherapien. Derzeit unheilbare, tödlich verlaufende, genetisch bedingte Krankheiten können dank neuen zell- und gentherapeutischen Methoden behandelt werden und die Medikamente versprechen sogar eine Heilung.

Und oftmals nur mit einer Behandlung. Es sind Krankheiten, die eindeutig auf Mutationen in einem bestimmten Gen zurückzuführen sind. Roche hat sich kürzlich mit der Übernahme von Spark Therapeutics in dieses Therapiegebiet vorgewagt – nach Novartis, Pfizer, Johnson & Johnson und Biogen bereits der fünfte große Pharmakonzern.

Auch kleinere, noch unabhängige Gesellschaften wie Biomarin, Ultragenyx, UniQure und MeiraGTx haben potenzielle Arzneimittel in der Pipeline.

Auch neue Ansätze im Bereich der Onkologie, aber auch bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, kardiovaskuläre Leiden sowie Autoimmunkrankheiten versprechen Potenzial.

Cash.: Warum sollten Investoren lieber in einen Biotechnologie-Fonds als in einen Biotechnologie-Index investieren?

Seit Mitte 2015 haben sich die Aktien von großen Biotechnologie-Gesellschaften im Vergleich zu kleineren und mitteleren Firmen stark unterdurchschnittlich entwickelt.

Die großen Biotech-Unternehmen befinden sich derzeit in ähnlicher Situation wie große Pharmakonzerne vor rund zehn Jahren. Sie sind mit Patentabläufen und verlangsamenden Umsatzwachstum ihrer bestehenden Produkte konfrontiert.

Ein Engagement im bedeutenden Nasdaq-Biotechnology-Index, der schwergewichtig in Biotech-Gesellschaften wie Gilead, Celgene, Amgen investiert ist, birgt das Risiko, dass man die starke Entwicklung und insbesondere das vielversprechende Renditepotenzial im kleineren und mittelgroßen Segment (Unternehmenswert zwischen zwei und zehn Milliarden) verpasst.

Das derzeitige Umfeld unterscheidet sich stark von jenem, welches zwischen 2011 und 2015 geherrscht hat. Derzeit sind die Spezialisten unter den Investoren klar bevorzugt, welche mit ihrem Stockpicking-Ansatz frühzeitig die erfolgversprechendsten Unternehmen identifizieren können. Wir gehen davon aus, dass diese Entwicklung auf absehbare Zeit anhält.

Seite drei: Welcher Anlagehorizont ist ideal?

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