Der Druck steigt

Klimawandel, Diesel-Skandal, CO2-Steuer – das sind die Themen, die derzeit in aller Munde sind oder besser sein sollten. Während die Deutschen den Klimaschutz mittlerweile ernster nehmen als in der Vergangenheit, ist eine Trendumkehr bei Politik und Wirtschaft noch sehr verhalten spürbar. Anleger indes können via Fonds bereits viel für den ethisch-ökologischen Wandel hierzulande und weltweit tun.

Klimaschutz ist anstrengend und eine etwaige Belohnung lässt in der Regel lange auf sich warten. Das zeigte sich sowohl im Mai beim Petersberger Klimadialog als auch in japanischen Osaka beim G20-Treffen im Juni. Bei beiden Events wurde – wieder einmal – mehr oder weniger ernsthaft darüber diskutiert, wie sich die Klimaziele von Paris umsetzen lassen.

Die Aussichten für Klima und Nachhaltigkeit sehen unterschiedlich aus

In beiden Fällen waren die Verhandlungen zäh und neuer Schwung für Maßnahmen gegen den Klimawandel konnten nicht wirklich entwickelt werden. Und das, obwohl zumindest in Deutschland das Thema angesichts des Erdrutschsiegs von Bündnis 90/Die Grünen bei der Europawahl und auch auf kommunaler Ebene mittlerweile in der Gesellschaft angekommen zu sein scheint.

International sieht es dagegen deutlich schlechter aus. Die Blockade- und bestenfalls Enthaltungspolitik der USA in Sachen Maßnahmen gegen den Klimawandel als einer der größten Emittenten von Treibhausgasen ist alles andere als hilfreich, für das was dringend getan werden muss. Auch wenn, und das sei den USA abseits der Zentralregierung unter Präsident Donald Trump zugute gehalten, durchaus Entscheidendes passiert.

„In den USA sehen wir viele Initiativen, die Maßnahmen zur Emissionsreduzierung unterstützen. Wir sehen zudem eine deutlich wachsende Akzeptanz des Klimawandels in den USA, insbesondere auf staatlicher Ebene. Vor allem die Küstenstaaten sind derzeit sehr aktiv“, sagt Jon Sigurdsen, Fondsmanager des DNB Renewable Energy.

Bis zum Ziel wird noch einige Zeit vergehen

Ähnlich wie auch der Vorstoß auf dem Petersberger Klimadialog, will auch New York die quasi Null-Emissions-Wirtschaft bis 2050 per Gesetz beschließen. Die Staats- und Regierungschefs des Bundesstaates New York haben darüber zumindest eine Einigung erzielt. Der Gesetzentwurf „Climate and Community Protection Act“ oder CCPA, würde eine emissionsfreie Wirtschaft bis 2050 erfordern und die im Rahmen des internationalen Pariser Klimaabkommens vorgeschlagenen Reduzierungen sogar noch übertreffen.

Klingt gut, wenngleich auch hier die Kritik wie an den Vorstößen von Schulze und Macron sicherlich nicht ganz fehl am Platze ist. Denn bis zur Erreichung dieses Ziels vergeht noch reichlich Zeit, und es fließen noch etliche Millionen Liter, hoffentlich nicht allzu verschmutzten Wassers aus dem Hudson und East River in den Atlantik. Immerhin, das schlussendliche Ziel soll nicht in einem Schritt erreicht werden.

Das Gesetz sieht vielmehr eine etappenweise Reduzierung der Emissionen vor, um bis 2030 40 Prozent und bis 2050 85 Prozent weniger Emissionen als 1990 zu haben. Staatliche Stellen wären verpflichtet, Klima- und Energieziele bei allen Genehmigungs- und Finanzierungsentscheidungen der Regierung zu berücksichtigen.

Zeit könnte einen Strich durch die Rechnung machen

Außerdem würde das Gesetz die Ziele des Staates, 70 Prozent emissionsfreien Strom bis 2030 und 100 Prozent emissionsfreien Strom bis 2040 zu erreichen, in Kraft setzen. Und die Maßnahmen können dazu beitragen, strukturschwache Regionen des Staates New York zu fördern.

Denn die aktuelle Gesetzesvorlage sieht vor, dass 40 Prozent bestimmter Investitionen, einschließlich des Verkaufs von Kohlendioxid-Emissionszertifikaten, für Energieeffizienz, Wetterbeständigkeit, emissionsfreien und emissionsarmen Verkehr und andere Möglichkeiten in benachteiligten Gemeinden aufgewendet werden.

 

Seite 2: Warum die Bemühungen eher schleppend verlaufen

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