19. Februar 2019, 16:18
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ETFs: Die Fallen der Anlageklasse

Die Nachfrage nach den Exchange Traded Funds, kurz ETF, auf dem Aktienmarkt ist enorm. Sie werden als besonders flexibel, ständig handelbar und mit niedrigen Kosten beworben. Doch trügt hier der Schein? Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG hat sich eingehend mit der Thematik befasst und vier Fallen zusammengetragen, in die ETF- Anleger besser nicht tappen sollten.

Christian Nemeth ZuercherKantonalbankOesterreichAG-300x200 in ETFs: Die Fallen der Anlageklasse

Christian Nemeth, Chief Investment Officer bei der Zürcher Kantonalbank Österreich AG, klärt ETF- Anleger sowohl über die Vor- als auch die Nachteile der börsengehandelten Fonds auf.

Aus unserer Sicht handelt es sich bei ETFs um eine kostengünstige und sinnvolle Ergänzung des Marktes. Der ETF-Anteil ist in den letzten Jahren angestiegen und macht mittlerweile gut ein Fünftel des von uns verwalteten Vermögens aus. Auch wenn wir weiterhin aktives Management bevorzugen, erweitern passive Produkte unseren Handlungsspielraum”, erklärt Christian Nemeth, Chief Investment Officer der Zürcher Kantonalbank Österreich AG, die Haltung des Unternehmens gegenüber dem aktuellen Trend. Allerdings konnten Investoren die vermeintlichen Vorteile der ETFs weitestgehend durch falschen Einsatz und schlechte Auswahl nicht nutzen.  Zweifel wachsen, ob sich Anleger wirklich auf dieses Finanzprodukt verlassen sollten.

Breite Auswahl und Kostenvergleich am Markt

Die augenscheinlich niedrigen Kosten der passiven im Vergleich zu aktiven Fonds verleiten viele Anleger dazu, sich für die ETFs zu entscheiden. Allerdings ist hier Vorsicht geboten. Der angestrengte Kostenvergleich hinke, betont Nemeth, durch Kostenelemente, welche bei aktiven Fonds intern anfallen, bei der passiven Variante allerdings anderweitig verrechnet werden und sich auch noch lange Zeit nach dem Kauf summieren können. Der Preisvorteil schrumpft deshalb.

Auch die große Bandbreite an Angeboten von ETFs verführt viele Anleger dazu, in falsche Formen zu investieren und dadurch mehr Umkosten, als Gewinn zu erwirtschaften. Es sei besser, zunächst auf große und bewährte Indizes zu setzen und sein eigenes Einschätzungsvermögen nicht zu überschätzen, um keinen Verlust einzustreichen, gibt der Zürcher-Kantonalbank-Geschäftsführer zu bedenken.

Zeitpunkt förderlich, Tausch rückschrittlich

ETFs sind ständig handelbar; diese Eigenschaft bringt zwar Vorteile mit sich, allerdings auch einen erheblichen Nachteil. Anleger zeigen sich vermehrt ungeduldig und reagieren oft zum falschen Zeitpunkt mit einer Verkaufsorder. Derartige Übersprungshandlungen mündeten meist in Verlusten.

ETFs können entweder durch volle Replikation oder durch repräsentative Replikation nachgebildet werden. Hierbei käme es zu einem Tauschgeschäft, einem sogenannten Swap. Eine Investmentbank verspricht dem Tauschpartner, die Rendite des Index gegen die ETF-Rendite zu tauschen. Sollte der Tauschpartner allerdings zahlungsunfähig werden, wirke sich das negativ auf den Anleger aus, kritisiert Nemeth.

ETFs sind mit einem erhöhten Risiko verbunden, auch wenn sie vermeintlich viele Vorteile aufweisen. Wir raten Anlegern hier immer zur Vorsicht”, stellt Nemeth klar.(el)

Foto: Shutterstock, Zürcher Kantonalbank Österreich AG

 

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