16. Oktober 2019, 08:07
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Factor Investing: Wie Algorithmen helfen können

Vor wenigen Jahren noch pure Science-Fiction, heute ein Zeichen modernster Fonds-Verwaltung: Hoch-sensible Algorithmen unterstützen aktive Fondsmanager effektiv und zuverlässig bei der Portfolioverwaltung. Gideon Smith, Manager des AXA WF Global Factors Sustainable Equity Fund, hat gemeinsam mit seinem Team einen computergesteuerten Algorithmus entwickelt, der jene Unternehmen auswählt, die für ein nachhaltiges Gewinnwachstum und eine geringe Volatilität sorgen.

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Der Algorithmus scannt systematisch Unternehmensberichte, Nachrichten und Social-Media-Kanäle, um mehr darüber herauszufinden, welche Aktien den Fonds unterstützen und welche er besser meiden sollte. 

Der Computer trifft die Entscheidungen 

Mit über 400 Titeln im Portfolio investiert der AXA WF Global Factors Sustainable Equity Fund weltweit in eine Vielzahl von Unternehmen. Anders als bei anderen Produkten nimmt hier der Computer die Aktienbewertungen vor – und zwar auf Basis vieler Datenpunkte. Das Programm kann nicht nur Standardkennzahlen, wie zum Beispiel Gewinn und Verlust berücksichtigen, sondern ist auch in der Lage, weichere Faktoren zu interpretieren und zu entscheiden, ob eine Aktie in das Portfolio aufgenommen wird oder nicht. So wird auch die Zahl von Frauen in Vorständen zurate gezogen: „Wir wissen, dass diversere Unternehmen auf lange Sicht besser abschneiden – deshalb sehen wir uns auch diese Kennzahl an, um zu beurteilen, wie nachhaltig ein Unternehmen seine Gewinne steigern kann“, sagt Smith. Ebenso betrachtet das Programm den CO2-Fußabdruck eines Unternehmens, da mit hohen Kosten durch erhöhte Regulierung oder verlorene Kunden häufig ein erhöhter CO2-Fußabdruck einhergeht. „Dabei folgt der Computer keineswegs blind der Börse, sondern baut das Portfolio strikt anhand der von den Fondsmanagern vorgegebenen Faktoren auf“, betont Smith.

Algorithmus als effektiver „Autopilot“

Beim Factor Investing wird der Algorithmus mit spezifischen Regeln erstellt, damit er automatisiert eine Reihe von Entscheidungen bei der Verwaltung des Fonds treffen kann. Fondsmanager und Computer arbeiten im Doppel an der Optimierung des Portfolios: „Der Computer erledigt seine Aufgaben automatisiert, und das gibt mir bei der Arbeit viel Freiheit, andere wertschaffende Dinge zu machen. Ich vergleiche das gerne mit dem Autopiloten beim Flugzeug – er wird zwar in den meisten Fällen genutzt, aber die Passagiere wissen, dass sie sich auf den Piloten und sein Eingreifen verlassen können, wenn es nötig ist“, fasst Smith zusammen. Das Team rund um Smith überwacht den Algorithmus ganz genau. So gibt es beispielsweise einen ESG-Screen, der zeigen soll, ob ein Unternehmen seinen Umwelt-, Sozial- und Governance-Richtlinien folgt.

Darüber hinaus konnten in der Vergangenheit zuverlässig Schwankungen vorausgesagt werden, wenn zum Beispiel vermehrt negative Schlagzeilen über ein Unternehmen auftreten. Facebook ist ein solcher Fall: Smith reduzierte die Beteiligung des Fonds an dem Social-Media-Riesen, nachdem der Algorithmus die negative Berichterstattung in den Medien über Ethik und Datenschutz bei Facebook analysiert und für kritisch befunden hatte. „Ich bin immer wieder von der Effektivität des Algorithmus beeindruckt. Noch während ich die Nachrichten über den Emissions-Skandal bei Volkswagen las, hatte der Computer die steigende Volatilität bereits erkannt und die rote Flagge gehisst“, berichtet Smith.

Mensch und Maschine: Nur im Teamwork effizient

Eine vollständige Automatisierung kann Smith sich nicht vorstellen. „Asset Management ist eine massiv regulierte Branche. Ein Computer kann niemals die treuhänderische Verantwortung gegenüber den Investoren übernehmen. Vielmehr führt das Gleichgewicht zwischen automatisiertem und aktivem Management von Menschenhand zum Erfolg“, schließt der Experte.

Foto: Shutterstock

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