13. März 2019, 06:52
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Kryptowährungen: Mit der Bison-App in einen Bullenmarkt?

Die Börse Stuttgart hat zum 31. Januar 2018 ihren Online-Handelsplatz für Kryptowährungen gestartet. Nach der Übernahme des Ulmer FinTech-Entwicklers Sowa Lab im Jahr 2017 hatte die Börse im Laufe des Jahres 2018 schon erste Prototypen ihrer Bitcoin-Anwendung vorgestellt. Nun erfolgte der tatsächliche Marktstart für die Trading-App, die unter dem Namen Bison in den App-Stores abrufbar ist. Was Nutzer wissen müssen

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Florian Hensel, SKW Schwarz Rechtsanwälte: “Kryptowährungen sind spekulativ, wie einst Tulpenziebeln oder Kunst. Sie können ebenso abstürzen wie Aktien.”

Das Novum dahinter: Mit Bison ist die erste Trading-Anwendung an den Start gegangen, “hinter der eine traditionelle Wertpapierbörse steht” wie es die Börse Stuttgart selbst formuliert. Erstmals steigt ein Institut in den Handel mit Bitcoins ein, das im ganz traditionell finanzregulatorischen Sinn als entsprechender Handelsplatz in Deutschland reguliert ist. Aus Sicht der Börse Stuttgart, die als Regionalbörse einen Platz im immer globalisierten werdenden Handel suchen muss und sich mit Bitcoins auf ein für sie neues Terrain begibt, ist dies vielleicht der Unique Selling Point.

App als Angebot für jedermann

Die Börse Stuttgart will die App als Angebot für jedermann verstanden wissen, nicht nur für Finanz- oder Trading-Experten. Derzeit können die Nutzer der App die vier gängigsten Kryptowährungen Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Litecoin (LTC) und Ripple (XRP) kaufen und verkaufen. Gesonderte Gebühren fallen dabei nicht. Hinter dem Produkt steht eine durchaus komplexe Struktur mit mehreren Partnern, denn der eigentliche Handel wird in den USA abgewickelt, das Ein-und Auszahlungskonto hält eine deutsche Partnerbank.

Weil sich das Angebot als besonders modern und kundenfreundlich gestalten will, weist die App ein Social Feature auf: den sogenannten Cryptoradar. Dahinter steckt ein Algorithmus, der täglich rund 250.000 Tweets aus der Krypto-Community auswerten und aufbereiten soll. Für die Nutzer visualisiert der Cryptoradar das Grundrauschen um die jeweilige Kryptowährung in den sozialen Medien und liefert durch Auswertungen der Strömungen in der Netz-Community und das so dokumentierte Interesse an einer Währung zugleich Indikatoren für mögliche Veränderungen hinsichtlich Angebot und Nachfrage. Wenn man so will, eine Art social crowd-gesourctes Big Data.

Weitere Handels-Tools am Markt

Im Grundsatz vergleichbare Anwendungen für den Handel mit Kryptowährungen gibt es im Markt schon länger. Auch andere Anbieter von Apps bieten Marktplätze für die gängigsten Kryptowährungen wie Bitcoins, Ethereum und Ripple an oder ergänzen diese gleich durch ein weiter gefasstes Produktportfolio einschließlich Differenzkontrakte (CFDs), ETFs und anderen Derivate oder Instrumenten. Die Geschäftsmodelle der Anbieter unterscheiden sich nicht zwingend. Transaktionskosten fallen auch bei anderen Plattformen nicht unbedingt an.

Was die bisherigen Angebote außerdem verbindet: Keiner der Anbieter hat seinen eigentlichen Unternehmenssitz in Deutschland. Manche operieren aus dem gegenwärtigen EU-Ausland, etwa mit Dependancen in Großbritannien oder Zypern. Andere liegen vollkommen off-shore. Obgleich dies im Online-Bereich ist nichts Besonderes und für sich genommen auch kein zwingendes Indiz für außergewöhnliche Risiken ist, ist die Skepsis gegenüber den Kryptoplattformen groß.

Seite zwei: Währung ist nicht gleich Währung

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