Lloyd Fonds AG schluckt ihren Großaktionär

Die Lloyd Fonds AG aus Hamburg erwirbt zunächst 90 Prozent der Geschäftsanteile der Investmentgesellschaft SPSW Capital GmbH und übernimmt damit auch drei weitere Investmentfonds. Außerdem hat sie den Flugzeugfonds „Air Portfolio II“ zunächst vor einer Bruchlandung bewahrt.

Klaus M. Pinter, Finanzvorstand von Lloyd Fonds. Das Unternehmen will die Assets under Management bis 2023 auf sieben Milliarden Euro steigern.

Die Einbringung der Anteile an der SPSW Capital in die Lloyd Fonds AG soll durch eine sogenannte gemischte Sacheinlage erfolgen. Demnach erhalten die bisherigen Eigentümer der SPSW 1,5 Millionen neue Lloyd-Fonds-Aktien zu einem Kurs von sechs Euro je Aktie sowie eine Barvergütung, die über acht Jahre bezahlt wird und deren Höhe auch vom geschäftlichen Verlauf abhängt.

Insgesamt wird ein Gesamtkaufpreis in Aktien und bar im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet. Finanzvorstand Klaus M. Pinter bezifferte die erwartete Bandbreite mit etwa 40 bis 45 Millionen Euro.

Noch diverse Vorbehalte

Die Transaktion steht noch unter diversen Vorbehalten. Dazu zählt ein Inhaberkontrollverfahren der Finanzaufsicht BaFin sowie die Zulassung eines Wertpapierprospekts über die Emission von weiteren 1,5 Millionen Lloyd-Fonds-Aktien sowie deren Platzierung.

Zudem soll unter anderem die Zustimmung der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von 75 Prozent eingeholt werden. Dies wäre nicht unbedingt notwendig, soll aber dazu beitragen, den Verdacht von Interessenkonflikten zu zerstreuen.

Bestimmender Aktionär

Diese können darin bestehen, dass SPSW im vergangenen Jahr über ihre Investmentfonds und ein Beteiligungsunternehmen insgesamt 49,9 Prozent der Lloyd-Fonds-Aktien übernommen hat und damit mittelbar der bestimmende Aktionär beziehungsweise Aktionärsvertreter ist.

Zudem stellt SPSW im Lloyd-Fonds-Aufsichtsrat zwei der derzeit vier Mitglieder inklusive dessen Vorsitzenden. Beide sind geschäftsführende Gesellschafter der SPSW und profitieren somit persönlich unmittelbar von der nun angekündigten Übernahme.

Seite 2: Neuer Name, neuer CEO

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