Hoffnungen auf ein baldiges Ende der globalen Konjunkturabkühlung

Mehrere Anzeichen einer sich stabilisierenden Aktivität in der Fertigungsindustrie sowie ein mögliches Teilabkommen im Handelsstreit zwischen den USA und China nähren die Hoffnungen, dass die Abkühlung der globalen Konjunktur bald zu Ende sein könnte. Darauf verweisen Guy Wagner, Chefanlagestratege von BLI – Banque de Luxembourg Investments, und sein Team.

Mehrere Anzeichen einer sich stabilisierenden Aktivität in der Fertigungsindustrie, speziell in China, sowie die amtliche Bestätigung eines Teilabkommens im Handelsstreit zwischen den USA und China nähren die Hoffnungen, dass die Abkühlung der globalen Konjunktur bald zu Ende sein könnte. „In den USA steht die Fertigungsbranche nach wie vor unter Druck; Dienstleistungen konnten – wenn auch in geringerem Umfang – weiter zulegen“, sagt Guy Wagner, Chefanlagestratege und Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft BLI – Banque de Luxembourg Investments. „Einen Lichtblick bietet der Aufschwung in der Baubranche. Neubauten stiegen infolge der Zinssenkungen 2019 um über 13 Prozent im Jahresvergleich.“

Eurozone: Stabilisierung der Konjunkturindizes im verarbeitenden Gewerbe

In der Eurozone stabilisierten sich die Konjunkturindizes im verarbeitenden Gewerbe, deuten jedoch weiterhin auf eine schrumpfende Produktion hin. „Wie auch in den USA zeigte sich der Dienstleistungssektor robuster, sodass ein weiterhin moderates Wirtschaftswachstum möglich ist.“ In Japan sind die Statistiken wegen der Mehrwertsteuererhöhung Anfang Oktober momentan schlecht lesbar. Die aus diesem Grund vorgezogenen Kaufentscheidungen schwächten die Zahlen des vierten Quartals mechanisch ab. In China zeigt das Wirtschaftswachstum mehrere Anzeichen einer Stabilisierung wegen der nachlassenden Spannungen im Handelskrieg sowie einiger Stützungsmaßnahmen der Regierung.

Keine Veränderung der Leitzinsen in den USA

Der Offenmarktausschuss der US-amerikanischen Federal Reserve tagte im Dezember, nahm jedoch keine Leitzinsveränderung vor. Guy Wagner: „Notenbankpräsident Jerome Powell zeigte sich mit der gegenwärtigen wirtschaftlichen Entwicklung nach wie vor zufrieden und deutete an, dass die Zinsen noch mehrere Monate unverändert bleiben könnten.“ In Europa kam die Europäische Zentralbank zum ersten Mal unter ihrer neuen Präsidentin Christine Lagarde zusammen. Zwar wurde keine Änderung angekündigt, auch das Zinsniveau und die Höhe der von ihrem Vorgänger Mario Draghi bestimmten Anleihekäufe wurden beibehalten. Dennoch kündigte Lagarde an, ein Jahr lang eine umfangreiche strategische Überprüfung von Auftrag, Zielen und Mitteln der EZB durchführen zu wollen.

Erwartungen eines Wirtschaftsaufschwungs 2020

„Die im Dezember weiterhin aufwärts tendierenden Aktienmärkte wurden beflügelt von den Erwartungen eines Wirtschaftsaufschwungs 2020 sowie der Konkretisierung eines „Phase-1-Abkommens“ zwischen den USA und China, also einer Einigung auf ein Teilabkommen im Handelsstreit.“ In der Folge legte der MSCI All Country World Index Net Total Return in Euro im Monatsverlauf um 1,7 Prozent zu. Der US-Leitindex S&P 500, der Stoxx Europe 600 und der japanische Topix stiegen jeweils an. Die Börsen der Schwellenländer verstärkten ihrerseits die Aufwärtsbewegung. Der MSCI Emerging Markets schoss um 7,5 Prozent (in USD) in die Höhe. „Energie- und Technologietitel erzielten die beste Performance. Dagegen nahmen Industrieunternehmen nicht an der Kursrallye vom Jahresende teil“, sagt der luxemburgische Ökonom abschließend.

Foto: Shutterstock

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