Flexibel, dynamisch und global

The world map made with euro bills. Isolated on white background

Multi-Asset-Fonds spielen die Klaviatur unterschiedlichster Assetklassen, um das Risiko für Anleger zu reduzieren und so möglichst stabile Erträge zu realisieren. Angesichts der derzeitigen Situation an den Kapitalmärkten mit hoher Schwankungsanfälligkeit, bricht jetzt erneut die Zeit für dieses Fondssegment an.

 

Lange Zeit waren sie die Favoriten der Anleger. Von 2014 bis 2018 führten Mischfonds bzw. Multi-Asset-Fonds die Absatzlisten zum Teil mit deutlichem Abstand vor anderen Fondsklassen an. Erst 2019 wurden sie laut Fondsverband BVI von den offenen Immobilienfonds überholt. Und dennoch, Multi-Asset-Fonds sind als Fondsklasse etabliert. Das zeigen auch die Zahlen für 2020, dem ersten Corona-Jahr. Nach einem massiven Einbruch der Aktienmärkte aufgrund der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 konnten Multi-Asset-Fonds bis zum Jahresende netto mehr als zehn Milliarden Euro einsammeln, lediglich getoppt von Aktienfonds, die gut 20 Milliarden Euro frisches Anlegergeld allokieren konnten. In den ersten neun Monaten 2021 ging es für Multi-Asset-Fonds ein weiteres Mal deutlich nach oben. Knapp 30 Milliarden neue Gelder vertrauten Anleger der Fondsklasse an. Allein im dritten Quartal waren es mit 12,7 Milliarden Euro fast doppelt so viel wie Aktienfonds. 

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Multi-Asset-Fonds in Phasen großer Unsicherheit und hoher Volatilität an den Märkten ihre Stärken – Kapitalerhalt plus Ertragssteigerung – ausspielen können. Und die sind derzeit reichlich vorhanden. Schließlich kämpfen die Märkte derzeit mit einer stark erhöhten Inflation bei gleichzeitig weiter andauernder Niedrigzinsphase, ein Zins-Cocktail, den es so in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben hat. Die Unsicherheit in Sachen Fortgang der Corona-Krise und die Lieferketten-Problematik sowie geopolitische Risiken wie der schwelende Ukraine-Russland-Konflikt tun das Übrige, um Multi-Asset-Fonds in der Anlegergunst steigen zu lassen. Schließlich versprechen sie durch ihre Asset-Allokation eine risikoadjustierte Rendite.  

Klassische Mischfonds investieren ausschließlich in Aktien und Anleihen, um durch deren negative Korrelation Erträge zu generieren. Da aufgrund der in der jüngeren Vergangenheit schwächelnden Anleihen sich diese jedoch mehr und mehr jenen von Aktien angenähert haben, laufen Mischfonds zunehmend Gefahr, zum Teil herbe Verluste zu erleiden. Nicht so bei flexiblen und dynamisch agierenden Multi-Asset-Fonds, die einen deutlich breiteren Asset-Mix aufweisen und das Anlegergeld sehr viel stärker und besser diversifizieren können. Sie setzen neben Aktien und Anleihen auf weitere Anlageklassen. Das können Gold, Rohstoffe, Immobilien oder auch Währungen sein – und das meist auch auf globaler Ebene, die zusätzliche Ertragschancen bietet. Auch alternative Anlagen wie etwa Private Equity – also die Beteiligung von Anlegern an meist jungen, innovativen Unternehmen –, können zur Strategie eines Multi-Asset-Fonds gehören. Mit Derivaten, wie etwa Optionsscheinen, sichern die Fonds darüber hinaus oft Marktrisiken ab.

Wie sehr diese breite und aktiv gemanagte Anlagemischung den Nerv der Zeit und der Anleger trifft, zeigt das jüngste Fondsbarometer der European Bank for Financial Services GmbH (Ebase). Dort zeigte sich speziell für die letzten drei Monate des Jahres 2021 eine ausgeprägte Anlegernachfrage nach Mischfonds. Hier lag der Fundsflow-Faktor bei 1,9, womit die Fondskäufe im vierten Quartal fast doppelt so hoch waren wie die Verkäufe. „Eine erhöhte Nachfrage konnten wir hier vor allem bei Mischfonds feststellen, die in Deutschland und den USA anlegen“, konstatiert Kai Friedrich, CEO von Ebase.

Wie es bei Multi-Asset-Fonds weitergeht und auf welche Weise unter anderem der Megatrend ESG dort umgesetzt wird, zeigt die Diskussion von Multi-Asset-Experten auf den folgenden Seiten. 

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