Anzeige
9. April 2018, 09:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Neuer Chef für die Deutsche Bank: Ein Eigengewächs soll es richten

Ein Eigengewächs soll die Deutsche Bank nach drei verlustreichen Jahren wieder in die Spur bringen. Der bisherige Vize Christian Sewing löst den glücklosen Vorstandschef John Cryan mit sofortiger Wirkung ab.

Neuer Chef für die Deutsche Bank: Ein Eigengewächs soll es richten

Christian Sewing: Der 47-jährige verbrachte sein bisheriges Berufsleben fast ausschließlich bei der Deutschen Bank.

“Christian Sewing hat in seinen mehr als 25 Jahren bei der Deutschen Bank konstant bewiesen, dass er führungsstark ist und eine große Durchsetzungskraft hat”, erklärte Aufsichtsratschef Paul Achleitner am Sonntagabend nach einer mehrstündigen Sitzung des Kontrollgremiums.

Der 47-jährige Sewing verbrachte sein Berufsleben fast ausschließlich bei der Deutschen Bank. Sein Weg führte ihn von einer Banklehre bis in den Vorstand des Instituts, dem er seit 2015 angehört.

Er leitete dort zusammen mit dem langjährigen Postbank-Chef Frank Strauß das Privat- und Firmenkundengeschäft. Dieses wird Strauß künftig alleine lenken.

Weitere Veränderungen an der Spitze

Sewing war bislang einer von zwei Vizechefs. “Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass es ihm und seinem Team gelingen wird, die Deutsche Bank erfolgreich in eine neue Ära zu führen”, wird Achleitner in der Mitteilung zitiert.

Rechtsvorstand Karl von Rohr und der Kapitalmarktvorstand Garth Ritchie rücken auf die Posten der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden vor.

Ritchie wird zudem alleiniger Chef des Kapitalmarkt-Geschäfts. Dieses führt er bislang zusammen mit Marcus Schenck, dem aktuell zweiten Vizechef der Deutschen Bank. Schenck wird die Bank nun zur Hauptversammlung im Mai verlassen.

Drei Verlustjahre in Folge

Der bisherige Bankchef Cryan verlässt die Bank endgültig bereits Ende April. Damit endet ein nicht einmal dreijähriges Intermezzo an der Bankspitze.

In seiner Zeit an der Spitze des Dax-Konzerns hatte er zwar viele gefährliche Rechtsstreitigkeiten aus den Zeiten der Finanzkrise erledigen und das dünn gewordene Kapitalpolster kräftig aufstocken können.

Es war ihm aber nicht gelungen, das schwächelnde Kapitalmarktgeschäft anzukurbeln – den einstigen Gewinnbringer. Drei Jahre in Folge schrieb die Bank tiefrote Zahlen. Die Aktie hat alleine seit Jahresbeginn mehr als ein Viertel an Wert verloren.

Cryan wurde mangelnde Vision vorgeworfen

Aufsichtsratschef Paul Achleitner sagte laut Mitteilung, der Aufsichtsrat sei nach einer umfassenden Analyse zum Schluss gekommen, “dass es nun eine neue Umsetzungskraft in der Führung unserer Bank braucht”.

Achleitner hatte den als Sanierer geschätzten ehemaligen UBS-Finanzchef Cryan zur Deutschen Bank geholt. Zuletzt galt das Verhältnis zwischen den beiden aber als zerrüttet.

Vor Ostern hatte sich der Brite noch mit einer kämpferischen Botschaft an die Belegschaft gewandt und damit klargemacht, dass er bleiben will. Der Vertrag des Briten liefe regulär bis 2020.

Investoren haben dem Briten oft vorgeworfen, er sei zwar ein Kostensparer, habe aber keine Vision, wie die Deutsche Bank wieder Geld verdienen könne. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

 

Mehr Beiträge zum Thema Banken:

Guter Börsenstart für DWS

Brexit: Hoffnung auf Übergangsfrist fahrlässig

Verkauf der HSH Nordbank: Senat bittet Bürgerschaft um Zustimmung

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Swiss-Re-Chef erwartet in diesem Jahr weitere schwere Stürme

Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re rechnet nach dem Hurrikan “Florence” in den USA und dem Taifun “Mangkhut” in Asien am Wochenende mit weiteren schweren Unwettern.

mehr ...

Immobilien

Immobilienunternehmen stellen Spezialisten auf Vorrat ein

In der Immobilienwirtschaft verschärft sich der Kampf um die besten Fach- und Führungskräfte immer weiter. Inzwischen sind Fälle, in denen Mitarbeiter drei bis sechs Monate vor Ankauf oder Projektbeginn auf Vorrat eingestellt werden keine Seltenheit mehr.

mehr ...

Investmentfonds

Handelsstreit als Chance für Europa

Donald Trump hat den Konflikt zwischen den USA und China erneut angefacht, indem er ankündigte, die Zölle auszuweiten. Beijing will sich dagegen wehren. Das kann die Nachfrage nach europäischen Produkten steigern, doch auch ihre Hersteller werden unter dem Streit leiden.

mehr ...

Berater

Charta: Michael Franke hört nach über 20 Jahren auf

Paukenschlag beim Maklerverbund Charta: Michael Franke, im Vorstand der Charta Börse für Versicherungen AG zuständig für die Bereiche IT und Maklerrecht, wird seinen zum Ende dieses Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R-Vertrieb: Schützenhilfe durch die Grünen

Die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zur Rolle der BaFin im Rahmen der P&R-Insolvenz, wirft kein besonders gutes Licht auf die Prüfungspraxis der Behörde, hilft aber dem Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Bindet der Mietvertrag auch den Ehepartner?

Wenn nur ein Ehepartner einen Mietvertrag unterschreibt, ist der andere nicht automatisch daran gebunden. Auch dann nicht, wenn sein Name im Mietvertrag genannt ist. Der Vermieter kann also nicht die Ehefrau verklagen, weil ihr Mann, der den Vertrag unterschrieben hat, keine Miete mehr zahlt. Dies entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) das Landgericht Stuttgart.

mehr ...