Anzeige
Anzeige
16. Oktober 2015, 10:43
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Industrie: Gabriel hat Energiewende-Kosten nicht im Griff

Die Industrie und die Grünen machen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für steigende Kosten bei der Energiewende verantwortlich.

Shutterstock 267878417 in Industrie: Gabriel hat Energiewende-Kosten nicht im Griff

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD)

Industrie-Präsident Ulrich Grillo warf Gabriel wegen des Anstiegs der Ökostrom-Umlage auf Rekordhöhe vor, dessen versprochene Kostenbremse sei “Wunschdenken” gewesen. “Die hohe Belastung des Produktionsfaktors Strom gefährdet unsere Industrien”, sagte Grillo.

Zuvor hatten die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Tennet, Amprion und TransnetBW am Donnerstag offiziell bestätigt, dass die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG) für 2016 von derzeit 6,170 Cent um drei Prozent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde zulegt. So hoch war die Abgabe noch nie.

Die Folgen für die Strompreise sind offen. Würden die Stromkonzerne zuletzt gefallene Börsenstrompreise voll an ihre Kunden weitergeben, wären sogar sinkende Preise denkbar. 2014 war die EEG-Umlage, die etwa ein Viertel des Strompreises ausmacht, noch erstmals zurückgegangen.

Gabriel rät zu Preisvergleichen

Gabriel wehrte sich gegen die Kritik. “Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass es uns gelungen ist, die EEG-Umlage zu stabilisieren und den durchschnittlichen Haushaltsstrompreis sogar leicht zu senken”, sagte er in Berlin. Den Verbrauchern riet er zu Preisvergleichen und zum häufigeren Wechsel ihres Stromanbieters.

Nach Angaben der Netzbetreiber werden im nächsten Jahr für den Ausbau der Erneuerbaren 22,88 Milliarden Euro auf Verbraucher und Firmen abgewälzt. Die Energie-Expertin der Grünen, Julia Verlinden, meinte, der Anstieg der Umlage wäre vermeidbar gewesen. “Er kommt hauptsächlich daher, dass Wirtschaftsminister Gabriel es nicht geschafft hat, die Überflutung des Strommarktes mit schmutzigem Kohlestrom einzudämmen.”

Durch viel Kohlestrom komme es zu einem Überangebot und zu sinkenden Börsenpreisen – die Differenz dazu gleicht die Umlage aus, weil die Betreiber von Ökostrom-Anlagen eine auf 20 Jahre garantierte feste Vergütung erhalten.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Reform der Betriebsrente – VV-Fonds – Crowdinvesting – Maklerpools

Ab dem 23. November im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Kunden, Daten, Vertriebsstärke – unterschätzen Sie Amazon nicht

Wenn Amazon in den Versicherungsmarkt einsteigt, wird es ihn nicht umkrempeln. Unterschätzen sollten die Markteilnehmer den Online-Versandhändler dennoch nicht.

Die Haff-Kolumne

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: IVD fordert Eigentumsförderung

Die Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen befinden sich derzeit auf der Zielgeraden, doch besonders bei der Wohnungspolitik bestehen noch Meinungsverschiedenheiten. Darunter könnte auch die im Wahlkampf versprochene Eigentumsförderung leiden.

mehr ...

Investmentfonds

“Minderheitsregierung wäre möglich aber problematisch”

Die Koalitionsverhandlungen sind geplatzt. Für die zukünftige Bundesregierung gibt es drei Möglichkeiten: Eine Minderheitsregierung, Neuwahlen oder doch eine Koalition mit der SPD. Noch sind die Märkte ruhig, doch es ist Vorsicht geboten. Gastbeitrag von Carsten Mumm, Donner & Reuschel

mehr ...

Berater

Vermittlerverbände VDVM und BMVF beschließen Fusion

Wie der Verband Deutscher Versicherungsmakler e. V. (VDVM) und der Bundesverbandes Mitteständischer Versicherungs- und Finanzmakler e.V. (BMVF) mitteilen, werden die Verbände zum Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler e. V. (BDVM) fusionieren. Der BDVM nimmt seine Tätigkeit zum 1. Januar 2018 auf.

mehr ...

Sachwertanlagen

Wo waren die KVGen und Emissionshäuser?

„Sachwerte Summit“ nannte sich eine Veranstaltung der Börsen-Zeitung vergangene Woche in Hamburg. Doch der wichtigste Teil der Sachwertbranche fehlte fast komplett. Dabei wäre einiges zu bereden. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

BGH: Riester-Verträge mit staatlicher Förderung nicht pfändbar

Verträge für die Riester-Rente sind nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) nicht pfändbar, wenn sie staatlich gefördert wurden. Entscheidend sei, dass die Ansprüche nicht übertragbar sind, begründete der für Insolvenzrecht zuständige IX. Senat in Karlsruhe einen entsprechenden Beschluss.

mehr ...